die Totentänzerin

Max Bentow hat es wieder getan und sich an einen neuen Thriller mit dem Titel „Die Totentänzerin“ herangewagt. Dies ist nun bereits der dritte Fall um den Berliner Ermittler Nils Trojan. Es geht um einen grausamen Mörder, der Liebespaare im letzten Liebesakt miteinander verbindet, sie makaber elegant zur Schau stellt und auf dem heimischen Bett nett drapiert.

Als wäre der Anblick einer solcher Szenerie nicht schon schlimm genug, kämpft nun auch sein Vorgesetzter mit privaten Problemen und ist keine wirkliche Hilfe für die Ermittlungen, sodass das Team quasi auf sich gestellt ist. Als kurz darauf auch noch die Frau den Polizeichefs in das Visier der Untersuchungen gerät, ist es komplett vorbei und Trojan übernimmt die Leitung, was direkt Widersacher auf den Plan ruft und bei seinem psychisch labilen Zustand nicht gerade günstig ist.

Wie der Titel schon verrät steht hier eine Frau im Fokus der Ermittlungen, was für den Leser natürlich mal eine nette Abwechslung ist, sind es doch meist die Männer die in Romanen mordend durch die Gegend ziehen.

Dennoch will der Funke nicht so richtig überspringen. Man weiß, dass die Person, die man verdächtigt es nicht sein kann, sondern vom richtigen Killer nur benutzt wird, aber es wird in der ersten Hälfte des Thrillers keinerlei Hinweis gegeben wer es sein sein könnte. Man macht zwar Andeutungen wer es sein könnte, aber selbst als Leser merkt man, dass sich das nicht richtig anfühlt und man nur in die Irre geführt werden soll.

Dadurch geht man fast auf Zahnfleisch, bis plötzlich ein Du-Sprecher zu Wort kommt und sich als Täter outet. Allerdings passt diese Passage überhaupt nicht zu dem Stil von Max Bentow. Ein paar Kapitel später kommt die Person noch einmal zu Wort, trägt aber kaum zur wichtigen Handlung bei, sodass es man es überspringen möchte.

Die Spannung flaut dann auch rasch ab, da vieles vorhersehbar wird.

Es erscheinen neue Figuren, die nur kurz irritieren aber gedanklich als „unwichtig“ aussortiert werden können und Trojan mal wieder selbst droht zum Opfer zu werden. Bereits in seinen anderen Thrillern legte der Autor einen super Start hin und baute ab der Hälfte allmählich ab, was ein Jammer ist, steckt da doch so viel Potenzial drin.

Mit diesem Werk hat sich der Autor nicht gesteigert, da schneiden seine ersten beiden Werke „Der Federmann“ und „Die Puppenmacherin“ wesentlich besser ab. Schade, hatte man doch gehofft, dass sich Bentow im Laufe der Zeit steigern würde. Aber Mörder, die ihre Opfer aneinander binden, so richtig neu ist die Thematik irgendwie auch nicht.


Genre: Crime / VÖ: September 2013 / Verlag: Goldmann / Serie: Band 3