ihr blut so rein

„Ihr Blut so rein“ ist der dritte Band um die junge Ermittlerin Lacey Flint. Bereits im ersten Band ist sie einem mit ihrer energischen und zugleich labilen Art sehr ans Herz gewachsen und diese Verbundenheit lässt sich auch in diesem Fall nicht abschütteln. Nach ihrem letzten Auftrag befindet sich Lacey nun im Sonderurlaub. Sie soll sich erholen und das Geschehene Verdauen. Doch irgendwie kann sie das nicht. Jeden Abend treibt sie die Unruhe nach draußen, um einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen: dem Auspowern durch Sport.

Während sie von ihren inneren Geistern geplagt wird, sucht London ein Kindermörder heim und ausgerechnet der Nachbarsjunge Barney glaubt zu wissen wer der Täter ist. Was ihn ziemlich schnell in Gefahr bringt. Ein Zustand, den Lacey nicht mehr ignorieren kann, sehr zum Leid ihrer Kollegen, die nicht wollten, dass sie schon wieder in das Visier eines Killers gerät.

Das Buch liest sich sehr schnell, was nicht zuletzt an dem fließenden Schreibstil liegt, sondern auch an dem Spannungsaufbau. Sharon Bolton schafft es immer wieder den Leser auf falsche Fährten zu locken, obwohl man ahnt, dass da was faul ist. Da es immer wieder angedeutet wird, schiebt man diese Zweifel zaghaft beiseite und lässt sich darauf ein. Bis es dann zum großen Finale kommt, der einen jedes Mal umhaut und das meist im positiv schockierten Sinn.

Der Aufbau erfolgt in drei großen Teilen, entsprechend steigert sich auch der Spannungsbogen, nach einer kurzen Einleitung zu Beginn, recht schnell nach oben, bevor er im großen Finale und zugleich drittem Teil sich allmählich senkt. Dabei kommen drei Figuren überwiegend zu Wort: Barney, der Nachbarsjunge, welcher den Leser mit seinen Ideen und Entdeckungen zu den Mordfällen sehr ins schwitzen bringt, was die Lösung an geht.

Natürlich Lacey Flint, die Ermittlerin, welche eigentlich Entspannen soll und dennoch ihre guten Instinkte einfach nicht verleugnen kann und ihre Fühler ausbreitet. Und eine unbekannte Person, die scheinbar regelmäßig zur Therapie geht und dort ihre Empfindungen zu Blut schildert. Sehr makaber und verwirrend. Denn irgendwie könnte diese Person jeder sein.

„Sie kennen ihren Werdegang, Neil. Missbrauch, Pflegefamilien, Drogenabhängigkeit.“ (S.193)

So grausam die Morde und Ereignisse in jedem Buch von der Autorin sind, sie geht dennoch immer nur so weit ins Detail, dass man lediglich das Grauen bildhaft vor Augen hat und genügend Gefühle entwickelt um es zu verabscheuen. Splatter oder derartige Übertreibungen findet man zum Glück nicht. Was mir sehr sympathisch ist und zeigt, dass man auch mit wenig Worten viel Ausdrucksstarkes erzeugen kann. Etwas was Sharon Bolton meiner Meinung nach sehr gut kann.

Ebenso der Figurenausbau.  Lacey entwickelt sich weiter. Hat Stärken und Schwächen. Sie ist menschlich und keine Puppe, die an einem Punkt festgewachsen ist. Natürlich gibt es „nette“ & „böse“ Kollegen“, aber die junge Frau geht auf ihre ganz eigenwillige Art und Weise damit um, ohne einem 0815-Groschenroman entsprungen zu sein.

Abschließend kann ich sagen, dass ich dieses Buch für absolut lesenswert halte!
Auch wenn ich den 2ten Teil noch ein Fünkchen besser fand, steht „Ihr Blut so rein“ dem in nichts nach. Ich hoffe Sharon Bolton kann dieses Tempo auch in den kommenden Bänden beibehalten!


Genre: Thriller / VÖ: Mai  2014 / Verlag: Manhattan / Serie: Band 3