die teufelsblume

In Düsseldorf wird eine Frauenleiche gefunden. Sie lag schon länger in der Erde, wurde dann exhumiert und mit großer Mühe adrett hergerichtet. In ihren gekreuzten Händen liegt eine Fledermauslilie, die im Volksmund auch „Teufelsblume“ heißt. Fran Miller, Profilerin beim LKA und Sektenspezialistin, wird auf den Fall angesetzt. Nach und nach tauchen weitere Leichen auf, alle in ähnlichem Zustand, alle mit seltenen Blumen geschmückt. Wer ist der todbringende Gärtner? Und wo vergräbt er seine Opfer? Eine nervenaufreibende Jagd beginnt …[blanvalet]

Meine Meinung: 

Ein Serienkiller, der Trophäen bei seinen Opfern verteilt, tanzt jetzt nicht sonderlich aus der Reihe. Dennoch macht einen allein schon die Blumenart und das dahinter steckende Wissen neugierig und so musste ich natürlich recht zeitnah den 2ten Band um die deutsche Profilerin Fran Miller lesen.

Das Buch fängt mit einer fremden Person an, die von ihrem Tag berichtet. Es ist eine kindliche Stimme und der Text wirkt wie ein Tagebucheintrag. Je weiter man liest, umso mehr bestätigt sich auch diese These. Immer wieder kommen Abschnitte in denen eine Figur aus einem Tagebuch vorliest und erst Stück für Stück erfährt man wer dahinter steckt. Doch der Weg dahin ist gut versteckt verpackt. Man hat immer wieder Vermutungen und erst wenn die Ermittler selbst voran kommen, bekommt man einen weiteren entscheidenten Hinweise. Sehr raffiniert gemacht.

Die Morde selbst sind diesmal zwar auch recht makaber, aber nicht so hart zu verdauen, wie in Band eins. Es wird mehr Wert auf den Charakter gelegt. Auch Fran Miller scheint endlich „erwachsender“ geworden zu sein. Dieser Zustand hat mir gut gefallen, von dem kindlichen Erscheinungsbild war fast nichts mehr zu spüren.
Letzlich ist die Jagd wunderbar umgesetzt. Bröckchenweise kommt man voran und die Spannung ist immer greifbar.


Positiv:
+ Der Schreibstil ist wieder wunderbar flüssig.
+ Die Charaktere haben sich weiterentwickelt, bzw entwickeln sich noch weiter. Ihre Ängste und Sorgen werden glaubhaft rüber gebracht.
+ Die Richtung, die die Handlung nimmt, habe ich anfangs so nicht erwartet und dennoch gefiel sie mir recht gut.
+ Der Aufbau. Es wird zwischen den Ermittlern und einer weiteren Person hin und her gependelt. Erst nach und nach bekommt man eindeutig heraus, wer dahinter steckt.
+ Man wird zeitweise auf falsche Fährten geführt bzw gelenkt und erst durch neue Hinweise fällt einem der eigene „Fehler“ auf.
+ Ich fühlte mich von anfang bis Ende gut unterhalten.

Negativ:
Leider kommt Martin Conrath um eine Klischee-Ereignis nicht drumherum und das hat mich was geärgert, da der Ausgang eben jener vorhersehbar ist. Weil Klischee eben…
Ab und an hätte ein wenig Tempo nicht geschadet, was aber mich nicht großartig störte.
Fran wird auf ihrer Arbeit hochgestuft, was etwas plötzlich kommt, zwar erfährt man was dahinter steckt, trotzdem war es was unrealistisch.

+/- Der Showdown ist stimmig und passt zum Geschehen, dennoch hätte ich mir gerne einen Cliffhänger für Band 3 gewünscht.


Fazit: 

Mich hat das Buch von anfang bis Ende in seinen Bann gezogen. Auch wenn mir, wie Band 1 das gewisse Etwas fehlte, um es perfekt zu machen, der Unterhaltungswert war definitv da!
Es wird nicht mit Blutspritzern um sich geworfen und dennoch macht es Spaß diesen Thriller zu lesen. Es wird wieder sehr auf die junge Profilerin eingegangen und diesmal wirkt  sie zum Glück viel glaubhafter und hat nicht so extreme Gefühlsschwankungen.

Der Killer selbst ist ebenfalls gut durchdacht. Diese Art von perfiden Mörder hatte ich schon länger nicht mehr und von daher hat mich die Auflösung gefreut. Es gibt durchaus kritische Stimmen zu dem Buch, die es als zu seicht und nicht fesselnd beschreiben, aber nicht alle Thriller können ein McFadyen sein und für ein deutsches Werk, halte ich es durchaus für gelungen.


Genre: Thriller / VÖ: September 2014 / Verlag: Bastei Lübbe / Serie: Band 2