Drei Leichen auf einem abgelegenen Hof und ein tödliches Geheimnis.

Ein mysteriöser Dreifachmord auf einem Bauernhof versetzt die Bewohner eines holsteinischen Dorfes in Angst. Für Pia Korittki, neue Kommissarin bei der Lübecker Mordkommission, soll dieser Fall zur Bewährungsprobe werden. Als während der Ermittlungen ein sechzehnjähriges Mädchen spurlos verschwindet, wird die Zeit knapp. Und Pia erkennt, dass sich hinter der Fassade ländlicher Wohlanständigkeit abgrundtiefer Hass und verbotene Leidenschaften verbergen … [Bastei Lübbe]

Meine Meinung:

Woha! Was war ich positiv überrascht! Ich kannte die gute Frau überhaupt nicht und habe mit nun von mal Band 1 ausgeliehen. Im März erschien der zehnte Band der Reihe und da viele die Serie um Pia Korittkis loben, musste ich mal hineinschnuppern.
Bei Krimis bin ich von Grund auf sehr skeptisch. Hier müssen mich meist die Ermittler oder die Story sehr überzeugen. Wenn dann noch hinzukommt, dass man nicht direkt auf Seite 20 den Täter kennt, perfekt! In „Kalter Grund“ wurde diese Punkte alle positiv von mir abgehakt. Pia war mir gleich sympathisch. Allein in einer Männerwelt, keiner nimmt sie ernst, jederman scheint sich gegen sie verschworen zu haben und dennoch bleibt die eisern auf beiden Beinen stehen und kämpft um ihre Anerkennung.
In dem aktuellen Fall kann sie dies nun endlich auch beweisen.
Dummerweise ist sie nicht allein dort, sondern mit einem der „nervenden“ Kollegen. Die Dialoge sind entsprechend immer mit ordentlich Biss, trotzdem wird nie zu fett aufgetragen. Es bleibt alles nachvollziehbar.

+Positiv+

+ Pia. Beamtin muss sich beweisen, ist nix neues in der Bücherwelt, aber hier wird es geschickt umgesetzt.
+ Der Mord. Es sterben 3 Menschen in einem winzigen Dorf – werden kaltblütig erschossen – und keiner will was gehört oder gesehen haben. Wer kennt das nicht?
+ Die Dorfbewohner. Egal wer fragt, oft lautet die Antwort „Iiiich? Nein, ich hab nichts mitbekommen!“. Alle riegeln ab und im stillen wissen sie es doch sehr genau.
+ Der Aufbau. Die Beamten gehen frohen Mutes an die Arbeit, glauben den Fall schnell gelöst zu haben, aber Pustekuchen. Da müssen sie erst an den Bewohnern vorbei.
+ Der Schreibstil. Locker, flockig, man liest schnell und zügig das Buch durch.
+ Der Mörder. Nicht nur die Ermittler kommen nicht weiter. Auch als Leser weiß man irgendwann nicht mehr wem man eigentlich noch glauben soll und wer der verdammte Mörder ist!
+ Die Stimmung. Man ist auf dem Dorf und das spürt man. Kein Stress, alle sind freundlich und hilfsbereit, aber nur bis zu dem Punkt, wo sie wollen.

-Negativ-

Diese eine Szene. Leider kann ich sie nich benennen, aber wenn man das Buch liest, wird man es wissen. Mir wurd aber versichert, dass das eine Ausnahme war. Hoffentlich…

Fazit:

Wie man sich schon denken kann, bin ich sehr froh, diesen Serienstart gelesen zu haben. Ich mochte vor allem dieses Dorf-Küsten-Flair, was die Autorin gut herübergebracht hat. Der Unterhaltungswert war hoch und sei es nur, wenn man die verzweifelten Beamten dabei beobachtet hat, wie sie Erfolge erzielen wollten um den nervenden Chef zu beruhigen und dabei kläglich versagen. Am Ende hat mich sogar selbst die Lösung überrascht. Man wird so kirre gemacht mit den Gerüchten und Verdachtsmomenten, dass man eigentlich nie einen Mörder fest ins Visier nehmen kann und am Ende sich gedanklich die Hand vor die Stirn klatscht. Entsprechend werde ich hier auf jeden Fall am Ball bleiben! Seichte Krimi-Unterhaltung kann auch ich ab und an mal gebrauchen!

kalter-grund-sketch


Genre: Krimi / VÖ: 2004 / Verlag: Bastei Lübbe / Serie: Serienstart / Region: Deutschland, Lübeck