Eine Frau, erotisch und attraktiv, hat ihren Ehemann und den kleinen Sohn auf bestialische Weise umgebracht. War es kaltblütiger Mord oder die Tat einer Geistesgestörten?

Der Psychoanalytiker und Gerichtsgutachter Dr. Simon Rose soll ihre Schuldunfähigkeit nachweisen. Er lehnt den Fall wegen Befangenheit ab, denn die Mörderin entpuppt sich als seine Jugendliebe. Und er stürzt dennoch in ein dunkles Abenteuer, weil sie ihn mit allen Mitteln zurückgewinnen will. Ein Thriller von nie nachlassender Spannung und beängstigender Dramatik, der die Schleier wegreißt von den Abgründen der menschlichen Seele. [Klappentext] 

Meine Meinung:

Das Erste, was einen bei dem Lesen der ersten Seiten auffällt, ist der Schreibstil. Arthur Bahr schreibt eigentlich ganz normal und wieder auch nicht. Es wird viel Umgangssprache benutzt, aber auch Abkürzungen, wie man sie so selten in Romanen findet – eher auf einem Blog. Dabei meine ich Wörter wie: hat’s, du’s, weißt‘, mach’s und so weiter. Das ist zunächst irritierend, aber ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt und diesen eigenwilligen Stil rasch lieben gelernt. Er gibt dem Buch einen besonderen Touch. Ansonsten dauert es eine Weile bis man zu der „Gefährlichen Annäherung“ kommt.

Anfangs werden einem die wichtigsten Personen im Umfeld des Gutachters Dr.Simon Rose vorgestellt. Das hat seine Gründe, wie man später merken wird. Dann ist da plötzlich die Frau aus seiner Vergangenheit und sie wirbelt eine Menge Staub auf! Bei gewissen Szenen merkt man, dass ein Autor das Buch geschrieben hat und nicht eine Autorin, das macht Simon noch sympathischer. Ich hatte nämlich Sorge, dass dieses Buch in eine Richtung verlaufen wird, die mir nicht gefällt, aber Pustekuchen! Ich hatte tierisch Glück! Das schrullige Trio (Simon, Tochter Debby und Kollegin Kate) meistert alle Situationen mit ihren ganz eigenem Charme und muss sich nebenbei mit den Problemen des Alltags auseinandersetzen.

+Positiv+

+ Der Schreibstil. Bei den wenigen Kritiken die ich gefunden habe, wird
er meist kritisiert. Hier trennt sich dann wohl die Spreu vom Weizen.
+ Die Figurenkonstellationen. Alle haben etwas Individuelles, etwas Eigenes, was man schätzt oder verabscheut.
+ Das Kontraprogramm des Buches. Gut = Simon, Böse =Janice, Zusammen = Explosiv mit Reaktionen, die man so nicht immer erwartet.
+ Der Aufbau. Man lernt alle kennen, dann kommt der Einfluss und es geht weiter bis zur nachvollziehbaren Problemlösung.
+ Das Ende. Das gibt dem Buch noch einmal einen besonderen Touch.
+ In der Kürze liegt die Würze. Die Geschichte hätte nicht unnötig länger sein müssen. Gut so.
+ Die Figur der Janice. Sehr fies und gemein. Man hasst sie von der ersten Minute an.

-Negativ-

Irgendetwas fehlte um alles perfekt zu machen. Leider kann ich es nicht in Worte fassen. Vielleicht etwas mehr Thrill und weniger Analyse.

Fazit:

Alles in allem hat mich dieses Buch positiv überrascht. Ich hatte es vor Jahren mal in der Buchhandlung gekauft, wo ich mit meinen Mädels jeden Tag nach der Schule hin bin. Nur habe ich es nie gelesen. Warum kann ich mir jetzt nicht erklären, vielleicht war ich damals einfach noch nicht so der Thriller-Leser-Nerd, wie heute.
Leider ist der Autor noch vor der Veröffentlichung verstorben und so bleibt dieser Thriller sein erstes und letztes Werk. Schade, denn ich hätte gern ein aktuelles Buch von ihm verschlungen. In späteren Ausgaben hätte er sicher seinen Stil perfektioniert und spannende Thriller entworfen.
Wer es eigenwillig mag, nix gegen Psychoanalyse hat (der Autor war Psychologe) darf gerne in den gefaehrl-annaeherung-sketchGebrauchtwarenladen gehen und nach diesem Buch suchen. Der Verlag selbst verlegt es nicht mehr. Ansonsten lieber die Finger davon lassen.


Genre: Roman, Thriller / VÖ: 2002 / Verlag: Droemer Knaur / Serie: Einzelband / Region: Amerika