Die Welt hat einen derben Einschlag erlitten. Alle Menschen, die nicht rothaarig sind, mussten das irdische Leben verlassen und ihren eigenen Weg gehen.

 

Doch selbst die, die überlebt haben, habe es nicht einfach und tristen ein karges Leben. Die Natur erkämpft sich ihren Planeten zurück und stemmt sich wacker gegen alle menschlichen Kreaturen, die ihr zu Nahe kommen. Sei es mit ihrer pflanzlichen Übermacht oder ihren zornigen Wettereskapaden. Ihr fällt immer etwas ein, um den letzten Überlebenden klar zu machen, wer am längeren Hebel sitzt. Die haben allerdings momentan ganz andere Sorgen. Eine Gefahr der ganz anderen Art kündigt sich in MUC an. Eine fremde – eigentlich weit entfernte – Stadt namens Utilitas bereitet sich auf die feindliche Übernahme MUCs vor. Was diese natürlich verhindern wollen. Koste es was es wolle! Und so macht sich ein kleiner Truppe auf, um Hilfe zu holen. Hilfe von Menschen, wo keiner weiß, ob sie noch existieren und ob sie überhaupt bereit sind zu helfen.

Diese kleine Gruppe besteht aus Pia, ihrem guten Freund Sam und Elias, dem Sohn des Herrschers über MUC.

Nicht gerade ein Dreamteam, aber keiner beklagt sich und so geht es auf in unbekanntes Terrain. Der Weg hat es dabei durchaus in sich. Denn die Naturgewalten sind im Laufe der Zeit viel mächtiger geworden und so kann ein einfacher Regenschauer sich schon zu einer Todesfalle entwickeln. Außerdem wird das Gebiet zunehmend verseuchter. Sie riskieren also nicht nur ihr Leben für ihr Volk, sondern setzen auch ihre Gesundheit aufs Spiel.
Während sich das mutige Dreiergespann eisern vorankämpft, suchen die Bewohner MUCs selbst Schutz und bereiten sich auf einen angehenden Krieg vor. Der nicht mehr aufzuhalten scheint. Denn die Gefahr aus Utilitas ist viel näher als sie ahnen. Sehr viel näher.

Das klingt alles nach dem perfekten Endzeitszenario. Ein Krieg der sich unaufhaltsam ankündigt und droht auszubrechen, sowie ein geheimnisvoller Flughafen, der einige Überraschungen bereit hält.

Vor allem der Part auf eben jenem Gelände war für mich am unterhaltsamsten. Die Beschreibungen die die Autorin hier anwendet sich einfach ein Traum und erinnern mich daran, warum ich die Geschichte um Pia auf jeden Fall weiterverfolgen wollte. Es gibt auch einige Momente, die einen eisige Schauer über Rücken jagen. Doch leider verfliegt dieser Augenblick viel zu schnell wieder. Stattdessen wird sich auf andere Dinge konzentriert, die mir nun wirklich nicht so wichtig sind, in einer Endzeitstory.
Zumindest nicht in diesem Ausmaß. Da war ich wirklich etwas enttäuscht. Mag ich doch gern Pia in ihrer Welt beobachten und bin neugierig, was sie noch so alles durchstehen muss. Aber wer mit wem in die Kiste steigt oder steigen will. Das ist für mich nicht von Belang.

Natürlich ist es schön, wenn Liebe entsteht und sich die zarten Knospen einer Verliebtheit sehen lassen. Jedoch braucht man dafür nicht von jedem die Perspektive zu wissen und am besten noch, wenn man über den gleichen Moment nachdenkt und als Leser quasi alles doppelt liest.
Wie man merkt ist mir dieser Punkt sehr bitter aufgestoßen. Hätte man doch diese Testzeilen mit anderen spannenderen Dingen füllen können. Denn der Stil von Anna Mocikat ist wunderbar. Sie kann Textzeilen so bildlich verfassen, dass man das Gefühl hat, selbst in dieser Welt zu sein und die verfallen Gebäude zu sehen, an denen Pia empor kraxelt. Aus diesem Grund schreibe ich die Reihe auch noch nicht ab, sondern gebe ihr in der kommenden Fortsetzung eine weitere Chance!

Alles in allem, war ich etwas traurig, dass die Handlung zu sehr auf „love is in the air“ konzentriert wurde. Ich hätte mir viel mehr ausführlichere Details zum Flughafen gewünscht. Mich hätte es nicht gestört, wenn dieser Ort fast das gesamte Buch ausgemacht hätte. Denn diese Beschreibungen der neuen Welt liebe ich. Nur bitte liebe Anna Mocikat, bitte weniger Romanze in den nächsten Bänden! Sonst muss ich mich leider von Pia trennen.

MUC verb stadt sketch


Genre: Endzeit / VÖ: November 2015 / Verlag: Droemer Knaur / Serie: Band 2 / Region: ehemals München