Versprechen soll man halten, lautet ein Sprichwort und so muss auch Brigid Quinn ihres halten, als ihre Schwägerin stirbt.

Ab sofort kümmert sie sich also um ihre Nichte Gemma. Zwar könnte diese bei ihrem Vater wohnen, allerdings möchte sie sich auf das Studium vorbereiten und zieht somit bei ihrer Tante ein. Leben in der Bude ist also vorprogrammiert. So ein junger Hüpfer, der erst frisch seinen Abschluss gemacht hat, in einem Haushalt, von quasi Rentnern. Da ist es kein Wunder, dass es bald die ersten verbalen Hahnenkämpfe gibt. Mittendrin der ruhige Carlos, der versucht zu schlichten und vermitteln. Als wäre das noch nicht genug, soll Brigid als Privatermittlerin einen seltsamen Todesfall untersuchen. Die Mutter eines ertrunkenen Jungen glaubt nicht an einen Unfall. Sie glaubt an Mord und Brigid soll das gefälligst beweisen. Das ist jedoch gar nicht so einfach, da alles an eine Aneinanderreihung von unglücklichen Zufällen hinweist.

Irgendwann stößt die ehemalige FBI-Agentin dann auf Ungereimtheiten und wird neugierig.

Ihre eigene Gesundheit macht ihr allerdings einen Strich durch die Rechnung. Immer häufiger hat sie plötzlich Schwindelanfälle und Magenprobleme. Es könnten Anzeichen der Wechseljahre sein oder aber eine schlummernde Krankheit oder etwa komplett anderes. Die Ärzte jedenfalls machen ihr keine große Hoffnung auf Besserung. Während sich also Brigid mit ihren neuen Lebensumständen widerwillig anfreundet, gibt es eine weitere Leiche und zudem seltsame Ereignisse in der Kirchengemeinde. Ob da nicht vielleicht doch mehr dahinter steckt, als sie sich eingestehen will? Oder ist alles nur ein dummer Zufall?
Ihre Instinkte sind jedenfalls erwacht und sie fängt an im Dreck zu wühlen.

Anders als im Serienauftakt, hat man hier keinen großen dicken FBI-Serienkiller-Komplott. Es geht um die Nachbarschaft, um die eigene Familie, die Gemeinde, den engsten Kreis quasi. Menschen die man gern hat oder wegen mangelnder Sympathiepunkte meidet. Wie soll man in so einem Kreis ermitteln, wenn einem die persönlichen Interessen im Weg stehen? Man spürt sehr schön als Leser, wie die sonst so taffe Brigid zu kämpfen hat. Hinter einer starken Fassade versteckt sich am Ende auch nur ein Mensch mit Ecken und Kanten. Trotzdem kommen natürlich ihre flotten Sprüche nicht zu kurz und lockern die Ereignisse perfekt auf.

Schließlich berichtet sie auch aus der Ich-Perspektive das ganze Geschehen, was eigentlich schon passiert ist. Bis auf – nun ja – bis auf das Finale. Das darf man live miterleben.

Ich habe auch in diesem Teil, der älteren Hauptfigur gerne gelauscht. Sie hatte bereits im Vorgänger eine Menge Pluspunkte bei mit gesammelt und sie in diesem Band weiter ausgebaut. Brigid ist keine gewöhnliche Ermittlerin und da hebt sie wohl aus der Masse hervor und gleichzeitig macht sie es sich selbst schwer, da sie recht eigen in ihrer Art ist. Wer also Brigid Quinn ihren Charakter nicht mag, wird mit dem ganzen Buch nicht zurecht kommen.
Egal wie bildlich die Wüste beschrieben wird und wie liebevoll ihr Mann Carlos ist oder gar die zwei schrulligen schmusebedürftigen Möpse, die so gar nicht in das Bild vom trauten Heim passen wollen. Wer sie allerdings in sein Herz schließt, wird auch ihre Geschichten lieben, so wie ich.

Alles in allem hat mich auch dieses Buch von Becky Mastermann überzeugen können. Nicht nur der Inhalt, sondern auch das schöne Cover haben mich einfach wieder in den Bann gezogen und ich hoffe, dass der nächste Band nicht zu lange auf sich warten lässt! Schließlich ist Brigid nicht mehr die Jüngste und will sicher noch eine Menge erleben.

bis du sketch


Genre: Thriller / VÖ: Dez 2015 / Verlag: Bastei Lübbe / Serie: Band 2 #BrigidQuinn / Region: USA