„Der Fall stinkt jetzt schon zum Himmel. Ich garantiere dir, dass du im Handumdrehen durch ein Meer von Scheiße waten wirst.“ (S.29)

Worte, die sich recht zügig bewahrheiten werden. Denn schnell gibt es die erste Leichen und eine grausame Kettenreaktion, wie man sie nie erleben möchte. Alles fängt mit einer Beobachtung von Danny Boy an. Voller Entsetzen muss er mit ansehen, wie ein Mann in der Wüste regelrecht skalpiert und hingerichtet wird. Traumatisiert von diesem Erlebnis torkelt er zum Sheriff und berichtet davon. Zunächst nimmt ihn jedoch keiner ernst. Denn Danny ist dafür, dass er im Suff viele bunte Geschichten erzählt. Bald gibt es allerdings Hinweise, dass die Geschichte wahr ist und das es ein weiteres Opfer gibt, das noch lebt. Eben jenes „Opfer“ wird von den Behörden der US-Regierung schon seit einer Weile gesucht. Er gilt als Verräter und kann in den falschen Händen mit seinem wissenschaftlichen Wissen über Drohnen gehörigen Schaden anrichten.

Als wäre das nicht schlimm genug, dass jeder Verbrecher sein Interesse an Noie Barnum, dem zweiten Entführungsopfer, zeigt. Nein, es taucht auch plötzlich ein alter Bekannter auf der Bildfläche auf, der es liebt sich überall einzumischen und offene Rechnungen zu begleichen. Da gibt es einige und fortan Pflastern seinen Weg gelegentlich ein paar Leichen mehr.

Sein größtes Hühnchen hat er allerdings mit Hackberry Holland zu rupfen.

Dieser nimmt momentan vor allem die Asiaton Anton Ling in Schutz, die der Verbrecher ebenfalls auf dem Kieker hat. Von Krill, einem Killer, gern als „Meerjungfrau“ bezeichnet, ist Frau Ling das gleiche zarte Licht in dem Buch, was für Gerechtigkeit sorgen möchte. Auf die freundliche Art und Weise. Doch auch sie hat Dreck am stecken. Es läuft also alles auf ein interessantes Finale der Dickköpfe Texas‘ hinaus.

Wie auch bei „Regengötter“ kommt erst das Verbrechen und dann die Aufklärung. Nur hatte ich das Gefühl, dass es hier wesentlich mehr tote Menschen am Ende zu verzeichnen gibt. Was sicher an den einzelnen brutalen Morden lag. Die man keinem Menschen je wünscht, egal wie dunkel sein Herz ist. Jeder wie er verdient, möchte man jetzt gerne sagen und leider nehmen sich die Verbrecher in dem Buch, diese Worte sehr zu Herzen. Da mögen sie noch so per Du mit Gott sein, in so einem Fall wendet der sich definitiv von seinen Jüngern ab.
Man merkt schon, dass es hier recht rau zur Sache geht. Lange gefackelt wird an keiner Stelle und entsprechend ist das Lesetempo ganz flott für so einen dicken Schinken.

Ich mochte wieder den Sheriff und seine direkte Art. Zusammen mit seiner jüngeren Kollegin Pam, durchsteht er jede noch so absurde Situation.

Sei es auf dem Revier oder in einem Bordell. Überall weiß er seine Worte und seinen rauen Charme einzusetzen. Natürlich bleibt das nicht immer ohne Folgen und so muss auch er sich seinen Widersachern stellen. Aber auch die Asiation ist eine starke Figur, die alle Killer in der Geschichte alt aussehen lässt. Sie jammert wenigstens nicht über ihr Leben und tischt es jedem auf. Sie handelt. Was sie mir recht sympathisch machte.

Alles in allem hat mich dieser Band von James Lee Burke überzeugt. Er hat mir sogar ein wenig besser gefallen als der Vorgänger. Was wohl auch daran lag, dass die Gewalt sich nicht auf zwei-drei Verbrechen konzentrierte, sondern durchweg vorhanden wahr und immer die Neugierde vorantrieb, die nächsten Seiten auch noch zu lesen, um zu wissen, wohin das alles noch führen wird.
Wer die Reihe noch nicht kennt und den rauen Westen Texas‘ mag, sollte sich nicht von den viele Seiten abschrecken lassen! Es lohnt sich in die Welt von Sheriff Holland abzutauchen!

glut und asche sketch


Genre: Krimi / VÖ: Dez 2015 / Verlag: Heyne Hardcore / Serie: Band 2 (Originalband 3) / Region: Texas