Zwei Fremde, zwei Schicksale, eine Angst.

 

Inhalt:

Kummer und Verlust sind Marcus Taylors tägliche Begleiter geworden. Erst verlor er durch einen tragischen Autounfall seine Frau und seinen Sohn, wenig später durch Depressionen und Tablettensucht auch noch seine
vielversprechende Karriere als Rettungssanitäter. Nun arbeitet er als Telefonist in der Notfallzentrale – für ihn der einzige Weg, etwas von seiner Schuld zurückzuzahlen. Bis er einen Anruf bekommt. Von einer Frau, die in ihrem Auto eingeschlossen ist …

Rebecca Kingston sehnt sich nach diesem Wochenendausflug, an dem sie in Ruhe über die drohende Scheidung von ihrem gewalttätigen Ehemann nachdenken will. Doch als sie ein mysteriöser Lastwagen von der Straße und in einen Fluß abdrängt, findet sie sich eingeklemmt hinter dem Lenkrad ihres Wagens wieder. Weder kann sie sich befreien, noch ihren beiden Kindern auf der Rückbank helfen. Ihr einziger Rettungsanker ist ihr Handy, dessen Batterie zur Neige geht, und die beruhigende Stimme eines Fremden, der ihr verspricht, dass alles gut werden wird …

 

Meine Meinung:

Zwei Handlungsstränge, ein dramatisches Ereignis, was beide zusammenführt. Klingt doch super! Vor allem, wenn man sich das Genre anschaut und sieht in welchem Verlag das Buch erschienen ist. Wer sollte da schon Böses ahnen? Nun, hätte ich es mal lieber.
Aber bevor ich herummeckere, direkt eins vorweg: Die Geschichte ist nicht durchweg schlecht! Sie ist nur anders als erwartet.

Zunächst lernt man Marcus kennen. Er hat seine Familie verloren und versinkt gerne in Erinnerungen und Selbstvorwürfen. Seine Arbeit in der Notfallzentrale ist quasi sein Anker zur Außenwelt. Zudem wird er von seinem Freund Leo immer wieder aufgerüttelt. Alles geht seinen Gang, bis eben jener Anruf von einer Frau namens Rebecca kommt.

Rebecca ist unser zweiter Erzählstrang. Die junge Mutter hat ebenfalls ihren Kummer und will mit den Kindern eine Auszeit genießen. Nur kommt alles anders als gedacht. Sie wird penetrant auf dem Highway bedrängt und es kommt, wie es kommen musste: Sie baut einen verherrenden Unfall. Irgendwo im Nirgendwo.

Somit steht der traurigen Verbindung von den beiden Charakteren nichts mehr im Weg. Eingeleitet durch einen Notruf, folgen lange Gespräche in der Nacht, bei denen die Angst und die Sorge um das Überleben immer mehr zunimmt. Diese Dialoge haben es zeitweise durchaus in sich. Man spürt deutlich die Emotionen aufwallen. Allerdings kippt diese Stimmung gegen Ende etwas, da sie eine Wendung nehmen, die mir nicht gefallen hat und gelegentlich gestelzt herüberkam.

 

Fazit:

„Versunken“ ist ein Buch, dass andere Facetten aufzeigt, als man zunächst bei der Inhaltsangabe erwartet. Mir persönlich hat dieser Wandel nicht gefallen. Es wirkte gekünstelt und nimmt extrem die Spannung weg, da man eher mit Stirnrunzeln und innerlichem Stöhnen beschäftigt ist. Als dem finalen Ende entgegen zu fiebern.

Ich habe dieses Buch in einer Leserunde auf lovelybooks gelesen und man hat deutlich gemerkt, wie die Handlung die Gemüter gespalten hat. Von daher sollte sich jeder einen eigenen Eindruck holen und seine persönliche Meinung bilden. (bei aktuell €2,99 für das ebook kann man nicht viel falsch machen)

Meine Empfehlung lautet aber: Beständige Crime-Leser sollten die Finger davon lassen. Wer gelegentlich mal in das Genre hineinschnuppert und auch Joy Fielding spannend findet, kann dagegen ruhig zulangen.

Ich werde der Autorin mit „Wilder Fluss“ noch eine zweite Chance geben und verzeihe dem Luzifer Verlag, dass er mit „Versunken“ keinen so guten Griff gemacht hat, was den Nervenkitzel angeht zwinker

 


 

Genre: Thriller / VÖ: April 2016 / Verlag: Luzifer Verlag / Serie: Einzelband /Region: Kanada (Alberta)