Wie fühlt sich jemand, der auf einen Schlag für die gesamte Welt unbekannt geworden ist, an den sich weder die eigene Freundin noch die Kollegen erinnern?
Genau das passiert Moritz.
Als er kurz darauf von nebulösen Erscheinungen angegriffen und beinahe getötet wird, ist das erst der Anfang eines schrecklichen Albtraumes.

Meine Meinung:

Wenn man den Inhalt so liest, geht einem erst einmal das Offensichtliche durch den Kopf: Eine Identität kann man heute vor allem über das Internet zerstören und auslöschen. Man kann einen Menschen durch Falschaussage zu Fall bringen und sein Umfeld durch bestimmte Hinweise durchaus zum Zweifeln bringen. Dann werden es nur noch die engsten Freunde sein, die zu einem halten oder wie man so schön sagt
„Dann trennt sich die Spreu vom Weizen“.

Doch Martin S. Burkhardt schlägt einen anderen Weg ein, wie ich ihn so nicht erwartet habe.

So ist unsere Hauptfigur Moritz nicht irgendein besonderes hohes Ross, sondern der Mann von nebenan, der gern auf der Couch herumlungert und sich ein Bierchen abends gönnt. Er hat einen geregelten Job als Kameramann, den er sehr liebt und lebt ein normales Leben, wie man es aus seinem eigenen Umfeld vielleicht sogar kennt.

Nun ja, bis eben diese Nebel in seiner Wohnung auftauchen und jemand versucht ihn zu ermorden. Was er zunächst für einen bösen Albtraum hält, verwandelt sich bald in bittere Realität. Nicht nur, dass man ihn umbringen will, bis auf seinen Nachbarn, scheint ihn keiner mehr zu kennen. Weder seine Kollegen, noch seine Familie oder gar Freundin. Moritz versteht die Welt nicht mehr und zieht sich immer mehr zurück. Bis er jemanden trifft, der ein ähnliches Problem hat und gemeinsam begibt man sich – natürlich – auf die Lösung eben jenes.

 

Fazit:

Entdeckt habe ich dieses Buch bei Nicole und nach ihrem Lob, war ich einfach neugierig auf das Buch. Als mich dann auch noch der Autor anschrieb und nachfragte, musste ich einfach JA sagen und habe das Buch nach der Zusendung auch direkt verschlungen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass der Autor eben nicht das schreibt, was man erwartet, sondern eine Variante gewählt hat, die ich für absolut gelungen halte. Die Idee die dahinter steckt, fand ich genial, witzig und beängstigend zugleich (für den Fall, dass es so etwas jemals in real geben wird hüst).

Wenn man sich darauf einlässt, bekommt man auf knapp 300 Seiten eine interessante Lektüre geboten, die zu unterhalten weiß. Sie ließ sich flott durchlesen und man konnte schnell Figuren finden, die man ins Herz schloss oder eben auch nicht. Nicht alle Züge waren für mich nachvollziehbar und zeitweise etwas übertrieben (vor allem eine Szene gegen Ende der Handlung). Trotzdem, auch wenn ich rasch wusste, was manche Charaktere aushecken, nahm mir das nicht die Spannung am eigentlichen Ende.

Randnotiz:
Das Buch ist nicht umsonst im Luzifer Verlag erschienen. Ganz brav und harmlos geht es natürlich nicht zur Sache.

 


Genre: Thriller / : 2016 / Verlag: Luzifer Verlag / Serie: Einzelband / Region: querfeldein