Allein gegen die Apokalypse

 

Captain Lee Harden ist in einem Bunker tief unter der Erde stationiert. Seine Aufgabe: Im Katastrophenfall für Ordnung und Sicherheit sorgen und gegebenenfalls eine neue Regierung installieren. Als der Kontakt zu seinem Vorgesetzten abreißt, tritt der Ernstfall ein. Er muss dreißig Tage unter der Erde ausharren, bevor er seinen Anweisungen zufolge den Bunker verlassen darf. Was ihn oben erwartet, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: Zombiehorden haben alles vernichtet. Doch Harden gibt nicht auf.

 

Meine Meinung:

Ein Buch über eine Zombiapocalypse? Klar! Her damit! So wanderte auch „Unter Toten“, dessen Titel förmlich nach „Les mich!“ schreit, letzten Monat in meinem Bücherregal. Die Ausgangssituation ist bekannt und gibt es bereits in zahlreichen Versionen. Nur meist waren es normale Bürger, aus dessen Sicht der Ausbruch berichtet wurde. Egal ob jung oder alt, alle mussten sich ihre Informationen selbst zusammenkratzen und sich durch die neue grausame Welt schlagen.

Hier ist es Lee Harden, der erzählen darf. Er ist Captain der US-Army. Speziell ausgebildet für solche Katastrophen, gehört er einen kleinen Sondereinheit an, die alle einzeln versteckt in Bunkern ausharren. Der Tag des Ausbruchs kommt. Der Kontakt zum Vorgesetzten bricht ab. Die Medien bringen keine News. Die Außenwelt ist ab sofort das Große Unbekannte. Nach dem er dann endlich aus seinem Bunker klettert, darf er direkt seinen neuen „Mitmenschen“ begrüßen.

Stöhnend und hungrig scharren sie an der Tür und wollen reingelassen werden. Lee ist schließlich ein schönes saftiges Stück Fleisch, welches verzerrt werden muss!

Zum Glück ist unser Captain nicht ganz auf den Kopf gefallen. Militär. Ausbildung, Regierung, Schlaues Köpfchen und so. Und gibt den Untoten saures. Nur, wer schon mal Zombies „erlebt“ hat, weiß, dass das Herz das Hirn ist und nicht das Herz. Es dauert ein wenig bis Lee auch zu diesem Schluss kommt und so macht er eine Begegnung nach der anderen. Lernt Überlebende kennen und hassen. Letztlich aber mit dem Ziel seine eigentliche Mission zu erfüllen.

 

Fazit:

Anfangs ist es mühsam Captain Lee und seinem amerikanischem Sinn nach Recht und Ordnung zu lauschen. Aber irgendwann kommt zum Glück der Cut und der Autor zeigt einem, dass der gute Lee auch nur ein Mensch ist. Seine ungewollten Fehler in seiner (nicht mehr) perfekten Welt sind sogar ganz witzig und sorgten zeitweise für leise Lacher beim Lesen. Und sein schöner Spruch:

„Ich bin Captain Lee Harden von der Armee der Vereinigten Staaten von Amerika. Die US-Regierung hat mich geschickt, um Ihnen zu helfen.“ (S.85)

Stellt euch das einmal vor. Ihr habt erlebt wie die Regierung Menschen in Zufluchtsorte bringen will und dabei scheitert. Wie Chaos ausbricht, eure Liebsten gestorben sind, wie Menschen über einander herfallen, ihr hungrig und durstig in einem Versteck ausharrt und plötzlich steht da dieser vollbewaffnete Mann und leiert seinen Spruch runter. Wirkt vertrauenserweckend oder?

Letztlich war es aber gute Unterhaltung. Die knapp 400 Seiten plus eine kleine Bonusgeschichte, sind rasch gelesen. Man kommt schnell in die Story rein und es ist nicht schwierig dem roten Faden zu folgen. Zwar hapert es gelegentlich auf der emotionalen Ebene, aber vielleicht wird das in den kommenden Bänden noch besser.

 

Randnotiz:

Die bakterielle Epidemie heißt hier FURY (Fiebrig Urokaninisch Reagierende Yersinia). Aus dem Englischen übersetzt ist es die „Wut“ oder eben die „Furie“. Es gibt auch einen Film mit dem Titel. In Deutschland kam er 2015 unter dem Namen „Herz aus Stahl“ mit Brad Pitt auf die Leinwände.

 


Genre: Endzeit / VÖ: November 2014 / Verlag: Heyne / Reihe: Serienauftakt / Region: Amerika