Purer Hass, Wrath James White

[kurz kommentiert]

Das Buch habe ich in einer Leserunde auf leseblick.blogspot.de mit ein paar Mädels zusammen gelesen und möchte hier nun meinen Leseeindruck kurz festhalten.

Ein Psychopath tötet meist nur zum Spaß. Doch wenn solch ein Mensch über viele Jahre seinen Hass aufstaut, kann ein ganzes Polizeiteam zu seinem Opfer werden.

 

Mitte der 90er Jahre ermordete der »Pine Street Slasher« ein halbes Dutzend junge homosexuelle Männer. Jahre später verstümmelte der »Chaperon« junge Paare in ihren Betten. Dann tauchte der »Family Man« auf, der komplette Familien auslöschte. Keiner dieser Fälle wurde jemals aufgeklärt.
Die Ermittler James Bryant und Titus Baltimore entdecken, dass hinter all diesen Morden ein und dieselbe Person steckt. Sie kennen seinen Namen. Sie wissen, wo er lebt. Sie wissen sogar, wer sein nächstes Opfer sein wird. Sie wissen alles über den Killer … außer, wie sie ihn stoppen können. [Festa Verlag]

Meine Meinung:

Ohne große Umschweife kommt Wrath James White in diesem Buch zur Sache. Direkt auf den ersten Seiten erfährt man zu welcher Brutalität Malcom – unser sadistischer Killer – fähig ist. Von einem kurzen Einblick aus seiner Jugend, springt man in die Gegenwart und lernt zudem Reed kennen. Die beiden waren einst Schulfreunde. Doch unglückliche Umstände, haben in Malcom einen bösartigen Keim heranwachsen lassen, der nun voll entwickelt ist und ausbricht.

Zahlreiche Männer, Frauen und Familien leiden darunter. Die Polizei ist ratlos und wartet auf einen Fehler. Der irgendwann auch passiert. Man hat einen Zeugen, DNA-Spuren, sprich deutliche Beweise und zudem einen Namen. Die Jagd kann also beginnen und diese zieht eine fiese blutige Spur mit sich.

Positiv fand ich den Crime-Anteil. Hier wird nicht nur gemetzelt und abgeschlachtet. Nein, es gibt auch richtige Ermittlungen und Figuren, die Tiefe und somit ein Gesicht bekommen. Man erfährt die Hintergründe der Taten und warum die Polizei immer so hilflos war und noch ist, obwohl man den Täter kennt.

Außerdem kommen im Hauptteil immer wieder Wendungen auf, die man so nicht erwartet hätte. Der Autor gibt jeder Figur seinen ganzen eigenen – glaubhaften – Stempel und haucht ihr somit Leben ein. Jeder, der hier was wichtiges zu sagen hat, darf dabei kurz zu Wort kommen und man lernt sie noch näher kennen.

„Er schrieb seine Geschichte mit Blut, eine Geschichte, die sich ihrem Höhepunkt näherte […]“ (S.148)

Negativ war allerdings die mangelnde Sympathie für die Charaktere. Alle gehen einem eigentlich am Allerwertesten vorbei. Jeder hat Dreck am Stecken und eine Unart an sich, die man nur abstoßend finden kann. Selbst James (der ältere Ermittler) für den ich ein wenig Mitgefühl entwickelt habe, konnte dem Gesamteindruck nicht ausbessern.

Zudem störten mich die unrealistischen Todesmomente oder beinahe Sterbeszenen. Über vieles kann ich hinwegsehen, aber einige haben mich doch innehalten und die Stirn kraus ziehen lassen. Mal von einer gewissen Neigung des Killers abgesehen, auf die ich nicht näher eingehen möchte. Ich sag nur goldene Eckzähne.

Fazit:

Mich hat Wrath James White wieder voll in seinen bösen traumatischen Bann gezogen. Trotz der Mängel, werde ich weiter am Ball bleiben und andere Bücher von ihm lesen. Ich kann also eine klare Leseempfehlung aussprechen!

Purer Hass, Wrath James White


Genre: Crime hardcore / VÖ: August 2016 / Verlag: Festa Verlag / Serie: Einzelband