Meine Meinung zu dem – in drei Teilen abgeschlossenen – Manga, der sich in Japan sogar einer ungewussten Zensur unterziehen musste und als kritisch eingestuft wurde.

Inhalt:

Eines Tages bricht ein nackter, blutender Mann mitten auf der Straße zusammen… und stirbt, bevor der Krankenwagen eintrifft. Als Todesursache stellt sich eine bisher unbekannte Infektion heraus. Polizei und Gesundheitsbehörden versuchen verzweifelt, der Ursache auf die Spur zu kommen und Panik in der Bevölkerung zu verhindern, währenddessen erkranken mehr und mehr Menschen.
Die ersten Untersuchungen zeigen: Es steckt mehr hinter dieser Epidemie als „nur“ eine schlimme Krankheit… [Carlsen Verlag]

Meine Meinung:

Der obige Text ist schon recht fehlerhaft. Denn der Mann, der einem direkt auf den ersten Seiten begegnet blutet nicht. Er ist mit Schweiß, Schlamm und Dreck besudelt. Schließlich kommt er aus der Kanalisation. Aber er spuckt Blut. Und zwar eine Menge, in das Gesicht eines unwissenden Passanten und löst damit eine üble Kettenreaktion aus.

Optisch könnte man natürlich auf Blut tippen (siehe Bilder unten). Befasst man sich mit dem Manga, stellt man rasch fest, dass es nicht darum geht blutende Menschen darzustellen, die torkelnd auf der Straße umherlaufen und mit den lebenden kuscheln wollen. Nein. Es sind leidende, die sich einer Behandlung unterzogen haben und nun im Sterben liegen.

Warum macht man so etwas? Das würde ich jetzt gerne erzählen, allerdings hau ich dann den ersten Spoiler raus, also lassen wir das. Fakt ist, dass diese Menschen scheinbar aus dem Nichts auftauchen und etwas in sich tragen, was das Land in die Knie zwingen könnte, wenn es nicht schleunigst eingedämmt wird.

Die beiden Beamten der Kriminalpolizei Herr Mizoguchi und Frau Inoue befassen sich mit dem Fall. Ihnen ist nicht sofort bewusst, mit was sie es zu tun haben. Wie auch? Erst das Ergebnis der Gerichtsmedizin und ein kleiner Notizzettel, bringen sie auf die richtige Spur. Diese und weitere alarmierende Hinweise, von Kollegen vom Gesundheitsamt, machen ihnen klar, wie Übel die ganze Sache eigentlich ist.

Positiv:

-> Der Storyverlauf und das Gesamtpaket an sich.
-> Der Zeichenstil ist schön klar und nicht überladen.
-> Alles ist nachvollziehbar und wirkt logisch.
-> Es ist eklig, spannend und interessant zugleich.

Negativ:

-> Gelegentlich werden mir Punkte zu schnell abgearbeitet. Vor allem gegen Ende.
-> Die gute Nao Inoue ist mir zu schlicht in der Mimik gezeichnet. Vor allem, wenn man den Vergleich zu älteren Kollegen zieht.

Fazit:

Lesenswerter Crime-Manga mit Horror-Touch.

Es ist alles vorhanden, was einen guten Krimi ausmacht. Ermittler, die einen ans Herz wachsen, zeitgleich einen innerlich die Haare raufen lassen und zum schmunzeln bringen. Eine Grundereignis, was Stück für Stück abgearbeitet und analysiert wird. Spannung im Sinne von Neugierde und Aufklärung ist ebenfalls vorhanden.

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War das was mit Zensur?

In seinem weiteren Werk „Poison City“ geht der Mangaka Tetsuya Tsutsui auf diesen Punkt und das kuriose Regelwerk sehr genau ein. Es  ist quasi ein Hauptbestandteil der Story. Im Nachwort berichtet er dann, dass eben jener obige Manga „Manhole“ dieser Zensur zum Opfer gefallen ist und er jahrelang nicht davon in Kenntnis gesetzt wurde, um ggf das Urteil anfechten zu können.

Letztlich kann man sagen, dass die „Abteilung für Fragen der Kindheit und Zukunft“, ihr Urteil lediglich mit der Optik des Werkes begründet. Was passiert dann? Nun, die Bücher landen quasi auf dem Index. Das ist schlecht fürs Geschaft. Allerdings nur in Japan. Und ich hab hier nicht so anstößiges gefunden, was diese Regelung unterstreicht.

weitere Infos gibt es z.B. hier „Die Manga-Zensur“ oder auf den jeweils letzten Seiten von „Poison City


Leseempfehlung ab 16 Jahren!


Genre: Crime / VÖ: 2011-2012 / Verlag: Carlsen Manga / Region: Japan / Serie: Trilogie (abgeschlossen)