Kurz Kommentiert

Inhalt:

Sie muss sich erinnern, um zu überleben.
Als Clara aus dem Koma erwacht, ist ihr bisheriges Leben wie ausgelöscht. Sie erinnert sich weder ihren eigenen Namen noch an ihren Ehemann, den Schriftsteller Roland Winter. Auch nicht an den Einbrecher, der sie niedergeschlagen haben soll. Freunde scheint sie keine zu haben – Roland ist ihre einzige Verbindung zur Vergangenheit.

 

Mit seiner Hilfe wagt Clara einen Neuanfang. Bis jemand versucht, sie umzubringen. Und die junge Frau begreift, dass sie sich erinnern muss, um zu überleben. Schritt für Schritt rekonstruiert Clara ihr Leben und stößt auf eine geheimnisvolle Frau, mit der sie am Tag des Unglücks verabredet war. Und die seither spurlos verschwunden ist. (Rowohlt Verlag)

Meine Meinung:

Da haben wir eine Frau, die aus dem Koma erwacht und unter Gedächtnisschwund leidet. Zum Glück ist die Amnesie nicht so stark, dass alles gelöscht wurde. Bruchstückhaft kommen die Erinnerungen zurück und helfen ihr zurück zum Leben zu finden. Dummerweise ist Clara – die besagt Frau – nicht einfach nur in einen Unfall verwickelt gewesen. Sie wurde überfallen und der Täter ist bis heute nicht gefasst. Sie ist somit ein wichtiger Zeuge oder eben ein Übel, das beseitigt werden muss – je nachdem aus wessen Sicht.

Klingt bis nach einem super Setting! Spannung ist da eigentlich garantiert, wenn man stets so viel weiß, wie Clara. Zunächst schaut auch alles danach aus. Man lauscht den Worten der Frau, die nicht weiß wo oben und unten ist. Wem man trauen kann und wem nicht. Und ist schockiert, als man ihre „alten“ Charakterzüge kennenlernt. Analysiert mit ihr gemeinsam ihre Umgebung und filtert nach Gut und Böse.

Dann kommt der Moment, wo man sich zu 90% sicher ist, wer hinter allem steckt und was vermutlich passiert ist. (und dieser kommt recht früh). Ab da achtet man auf jedes Indiz, sieht sich immer mehr bestätigt und das Spannungsfeeling flaut extrem ab. Die ewigen Dreher im Kreis unterstützen das auch noch. Immer wieder gibt es verdammt ähnliche Gedankenkarusells, die man irgendwann nicht mehr hören kann.

Da nützt auch die äußerst komplexe Hintergrundgeschichte nichts. Die letztlich keine große Rolle spielt und nur den Charakteren ein komplexes Gesicht gibt. Für die Auflösung – so bös es klingen mag – ist sie überhaupt nicht relevant. Füllt eher die Lücke zwischen „Oh, ich weiß wer es ist.“ und „Ha, ich hab es gewusst.“ Und die ist zeitweise sehr zähfließend und man möchte das Hörbuch am liebsten vorspulen…

Fazit:

Es ist nicht der Psychothriller, wie ich ihn erwartet habe. Eine Lese- oder Hörempfehlung kann ich daher nicht aussprechen. Denn selbst der starke Einstieg kann das Ruder nicht rumreißen.


Genre: Psychothriller / VÖ: Dezember 2016 / Verlag: Rowohlt (TB) / Serie: Einzelband / Länge: 8h 59min

weitere Kritiken: Nisnis Bücherliebe, Bücher Kaffee, In Büchern leben, …

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