Anreiz der heutigen Gedanken ist die aktuelle Montagsfrage.

Denn dort stellte Svenja gestern die Frage, ob man denn Comics/Manga liest und was einen daran reizt. Neben zahlreichen Lesern, die in ihrer Jugend/Kindheit der Richtung angetan waren, sind die meisten nun dieser Form des Ausdrucks nicht mehr zugeneigt. In Büchern erlebt man mehr Kopfkino oder man sehe in den Bildern keinen Mehrwert. Ist das so richtig? Kann man Comics und Bücher vergleichen?

Ich sage da klar: Nein.

Es sind zwei unterschiedliche Formen des Ausdrucks. In der einen verliert man sich in Worten und Beschreibungen und in der anderen in dem künstlerischen Aspekt, der einem ebenfalls Unmengen ans Spielraum gibt. Zwar hat man hier Gesichter vorgeben, zumindest in den meisten Fällen. Schließlich gibt es auch hier Stimmen aus dem Off, die nicht gezeigt werden und dennoch existieren. Das Argument: Kein Kopfkino gilt also nicht. Denn Charaktere entwickeln sich weiter und der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Warum nun Comics?

Ich liebe es, wenn man sich in Bildern und zeitgleich Geschichten verlieren kann. Zuerst nimmt das Bild in sich auf, liest die Sprechblase, sieht die Zusammenhänge und schon fangen die Figuren an sich zu bewegen. Springen von Fenster zu Fenster und ziehen dich langsam aber sicher, an einem unsichtbaren Faden, hinter sich her. Nicht zu vergessen, die Geschichte in der Geschichte. Wenn man zum Beispiel Aspekte aus der Gegenwart oder private Einflüsse des Autors entdeckt.

Nicht zuletzt, sind genau aus diesem Grund Comics durchaus etwas für Erwachsene und große Kinder. Es werden Schicksalsschläge (Hiroshima, Charlie Hebdo), aktuelle Ereignisse (USA) und die Kritik an der Gesellschaft (Leistungsdruck der Zeichner) unter die Lupe genommen. In Form von Bildern und (wenigen) Worten fängt eine Handlung an zu leben und Form anzunehmen.

Neben der Story gibt es natürlich noch den künstlerischen Aspekt. So kann man auf recht minimalistische Comics stoßen (The Arrival – Shaun Tan) oder weiß vor lauter Details und Fülle nicht wohin man zuerst schauen soll (Monstress – Lui/Takeda, Carbon Grey – Evans/Loh/Nguyen). Dabei ergibt es durchaus Sinn, diese Werke noch einmal in die Hand zu nehmen und ein zweites Mal zu lesen. Oft entdeckt man Dinge, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich waren.

Gleiches gilt natürlich für die asiatische Form der Comics, den Manga/Manhwa. Klar, wird hier auch die Jugend mit viel Kitsch und Glitzer bedient und ebenso die Männerwelt, die auf nackte Haut und dicke Möpse steht. Comics aber auf diese Nischen zu beschränken ist absolut falsch und zeugt von einer sturen Scheuklappensicht. Wer dann noch mit „Ist doch alles Kinderkram!“ kommt, bekommt direkt eine auf den Deckel. Solche Menschen suchten dann in ihrer Freizeit Pokemon Go und schauen Star Wars.

Und worauf basieren diese Dinge? Richtig! Comics!

Man merkt also, dass man Dinge nie nur aus einem Blickwinkel betrachten darf. Um nun den Bogen zur Ausgangsfrage wieder zu finden, bleibt noch zu sagen, dass ich Comics und Bücher gleichermaßen gern lese. Beide haben ihre Enttäuschungen und Highlights. Beide können unterhalten und langweilen. Dennoch gehören sie nicht auf ein Treppchen, sondern dürfen brav nebeneinander herlaufen und existieren. Sie dürfen uns unterhalten, zum fluchen und zum lachen oder weinen bringen.


Wie immer sind das hier einfach runtergeschriebene persönliche Gedanken, die gerade in meinem Kopf herumgeschwirrt sind. Wer seine Gedanken mir dazu auch mitteilen möchte, darf dies natürlich sehr gerne machen!