kurz kommentiert

Inhalt:

„Ein jüdischer Bankier wird erschlagen im Hausflur seiner Geliebten aufgefunden. Kommissar Ariel Spiro ist gerade aus der Provinz nach Berlin gezogen und übernimmt direkt seinen ersten Fall. Zunächst deuten die Ermittlungen auf ein politisches Motiv hin. Doch auch die wohlhabende und exzentrische Familie des Toten gibt Spiro Rätsel auf.
Schon bald gerät der junge Kommissar in den Sog der Metropole, getrieben vom schnellen Rhythmus und mitgerissen vom rauschenden Berliner Nachtleben. Als er sich von der faszinierenden Tochter des Toten magisch angezogen fühlt, muss Spiro aufpassen, dass ihm der Fall nicht entgleitet.“ [Klappentext]

Meine Meinung:

Kennt ihr diese Bücher, die dafür sorgen, dass man sich plötzlich für Dinge interessiert, die man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte? „Der weiße Affe“ ist so ein Exemplar. Kerstin Ehmer entführt einen in die 20er Jahre Berlins. Lässt einen jungen Kommissar in diese Welt springen und aufblühen. Erst recht schüchtern und mit der Zeit immer selbstbewusster, macht sich Spiro an die Ermittlungen zu einem brutalen Mord an einem jüdischen Bankier.

So lernen wir nicht nur den Alltag, sondern auch das Nachtleben und die Lebensumstände der damaligen Zeit kennen. Skepsis schlägt einem entgegen. Genauso die Neugierde, ob der „Neue“ das auch schafft. Als dann das erste Ergebnis auf dem Tisch liegt. Lacht man förmlich. Sie haben es geahnt. Der Frischling ist zu schnell. Aber genau das spornt Spiro noch mehr an und legt sich erst recht ins Zeug.

Der Schreibstil von Frau Ehmer ist anders. Anders heißt in dem Fall nicht schlecht, sondern gut. Zwar brauchte ich ein zwei Seiten, um komplett in ihren Beschreibungen abtauchen zu können. Sobald das geschehen ist, lässt einen der Lesesog nicht mehr los und man klebt förmlich an ihren Lippen. Ein perfekt gelungenes Debüt! Da liest man gerne mehr von!


Genre: Crime / VÖ: Sommer 2017 / Verlag: Pendragon Verlag / Seiten: 277 / Serie: Einzelband

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