Tag: Endzeit

|Endzeit| „Metro 2034“

„Es ist das Jahr 2034. Die Welt liegt in Trümmern. Die Menschheit ist fast vollkommen vernichtet.“ [S.11]


|Endzeit| „Metro 2033“

„Etwas Schlimmes ist bei euch im Gange. […] Das hier ist etwas Neues. Etwas Unheilvolles. Und dieses neue verbreitet Kälte. Es verbreitet Grabesfäule.“ [S.77]


|Endzeit| „MUC“

Was wartet in der Zukunft auf uns? Wie werden wir entwickelt sein? Leben wir in Glashäusern? Kommen ohne Erdöl aus? Haben neue Ressourcen gefunden? Nutzen die volle Energie der Sonne? Oder haben wir alles erbarmungslos aufgebraucht? Uns selbst zu Grunde gerichtet? Und leben nun in den Resten unserer einst so hochgelobten modernen Zivilisation?

In der Welt, wie sie Anna Mocikat in „MUC“ erschafft, ist unsere Welt untergegangen. Keiner hängt mehr ewig über dem Smartphone, checkt seine Mails und hofft wichtig zu sein. Facebook ist ein Fremdwort und den Menschen genauso unbekannt, wie Computer, Strom und fließend Wasser. Es ist das Jahr 2120. Hundert Jahre zuvor sind tausende, Millionen, nein – Milliarden Menschen an einem Virus verendet. Nur ein bestimmter Typus hat überlebt und dieser ist Rothaarig. Quasi 2% der Erdbevölkerung. Ich hätte also auch überlebt. Weil ich genetisch anders gepolt bin. Doch was hätte es mir gebracht? In einer zerstörten Welt zu leben?

Für Pia ist das alles nicht fiktiv. Sie lebt in dieser Welt von Frau Mocikat. Allerdings ist sie nicht Rothaarig.

Sie tanzt mit ihren schwarzen Haaren gewaltig aus der Reihe und das bekommt sie zu spüren. Sie lebt in einem Dorf in den Alpen. Gilt als Außenseiterin und will nur noch weg dort. Was sie auch macht. Sie flüchtet in einer waghalsigen Kletteraktion aus den Bergen hinab ins Tal. Doch was sie dort erwartet, damit hat sie nicht gerechnet. Denn eigentlich will sie nur die Stadt „MUC“ finden. Den Ort, an den ihr Bruder vor Jahren geflüchtet ist und nie wieder zurück kam.

Zugegeben, ich habe die Autorin vor dem Buch kennen gelernt und sie direkt in die Sympathisch-Schublade gesteckt. Das hindert mich natürlich nicht daran konstruktive Kritik zu äußern, auch wenn sie in diesem Fall nicht sonderlich negativ ausfällt. Das Buch lässt sich super flüssig lesen, man stolpert über keine Fachbegriffe, bekommt alles sehr bildlich dargestellt und kann sich rasch in die zwanzigjährige Pia hineinversetzen. Direkt am Anfang bekommt man eine schwierige Kletterpartie präsentiert. Man erfährt wer das schwarzhaarige Mädchen ist, was sie antreibt und wohin sie will. Doch leider ist am Ende der Parcours über die Felsen etwas zu ausführlich beschrieben. Ich hatte schon Sorge, es geht die ganze Zeit so weiter. Doch zum Glück kam dann ein Cut und alles pendelte sich gleichmäßig ein.

Man lernt viele verschiedene Charaktere kennen. Lernt sie lieben und hassen.

Entsprechend entwickelt man Gefühle, wie Angst, Hoffnung und Sorge. Diese Menschen haben fast alle einen gewaltigen Einfluss auf Pia. Sie macht eine Menge durch und muss nun zügig Verantwortung lernen. Dabei ist sie letztendlich nur eine junge Frau, die zum ersten Mal Liebe spürt, die Entscheidungen treffen muss, ihrem Herzen folgt und sich noch den ein oder anderen Fehltritt erlauben darf. Das klingt jetzt alles eher nach einer Jugendlichen und nicht nach einer Zwanzigjährigen. Beachtet man jedoch die Zeit und die Umstände ist diese „verspätete“ Entwicklung durchaus nachvollziehbar.

Vom Lesetempo her gibt es nach dem ersten Kapitel nichts mehr zu meckern. Man ist neugierig auf das Kommende und hängt Pia förmlich an den Fersen. Gegen Ende nimmt es immer mehr zu und gipfelt in einem interessanten Finale. Es war passend und stimmig, aber da bestimmt Züge vorhersehbar wurden nicht sonderlich überraschend. Was dem Gesamtpaket aber nur einen winzigen Minuspunkt gibt. Schließlich ist das hier kein Thriller, der von solchen Spannungselementen lebt.
Da ich Pia und einige ihrer Freunde ins Herz geschlossen habe – der Figurenausbau ist der Autorin wirklich gelungen – freue ich mich schon auf den Fortsetzungsband!

Alles in allem ist „MUC“ ein lesenswertes Buch. Ich würde es schon bald in die Jugenbuch-Sparte stecken, weswegen man bei bestimmten Punkten nicht zu erwartungsvoll herangehen sollte. Einen dicken Pluspunkt gibt es am Ende noch für die schönen Beschreibungen von unerklärlichen Dingen, wo man manchmal selbst erst kurz grübeln musste und dann erstaunt war, wie selbstverständlich doch alles für uns heutzutage geworden ist und sie einem kaum auffallen.

 

Randnotiz:

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Genre: Roman / Endzeit / VÖ: Dezember 2014 / Verlag: Droemer Knaur /Region: Deutschland