wirlesen64

Weiter geht es heute HIER mit der zweiten Diskussionsrunde!

Die nächsten knapp 200 Seiten sind gelesen und wir konnten vieles Neues erfahren, aber auch viele weiter offene Stränge tummeln sich in der Geschichte. Bevor ich mit den Details weitermache:

> Wer diesen Abschnitt (Kapitel 20 bis 36) noch nicht gelesen hat, sollte auch nicht weiterlesen! Es besteht Spoilergefahr!

Mikami geht energisch dem Koda-Memo auf die Spur. Nachdem die Pressemeute nicht den Aufstand gemacht hat, wen man erwartet hatte, verläuft dieser Strang rasch in Sande. Stattdessen muss sich Mikami um Amamiya kümmern. Der alte Mann soll endlich zustimmen. Der Druck von Oben wächst ständig. Überraschenderweise macht er das auch. Bei seinem zweiten Besuch. Ob seine Gefühle der Auslöser waren? Ich bin gespannt, wie sich dieses Interview entwickelt. Unser besorgter Pressesprecher ahnt ja nichts Gutes.

Zurück zu Koda. Darin verbeißt sich Mikami extrem und auch wir als Leser wollen natürlich wissen, was es damit auf sich hat. Zumal Koda wirklich extrem abgeschottet lebt. Als ich von den Umständen erfahren habe, war ich wirklich entsetzt. Da versucht man wirklich mit allen Mitteln den kleinen Mann als Sündenbock hinzustellen und ihn das auch spüren zu lassen. Dazu kommt noch der Maulkorb, der scheinbar allen verpasst wurde. Hat man so extrem Angst um sein Ansehen?

In den ganzen Ereignissen scheint die eigentliche Sorge von Mikami unter zu gehen. Seine Frau Minako haust weiterhin in ihrem Nest. Abgeschottet. Ohne einen Laut von ihrer Tochter zu hören. Aber immerhin telefoniert sie nun. Ein Schritt zur Besserung? Dann die Details zur Beziehung der Beiden. Man fühlte sich ihnen sofort etwas näher und war überrascht über den Gefühlsausbruch. Und das direkt zweimal hintereinander. (am Schrein und dann das Telefonat).

> Offtopic zur Presse in Japan

Da das Thema letzte Woche vermehr aufkam in den kleinen Diskussionsrunden zum Buch: Ja, die Pressearbeit in Japan verläuft komplett anders. So ist Japan auf der Rangliste der Pressefreiheit seit dem Atomunglück in Fukushima z.B. extrem nach unten gerückt. Man vertuscht, beschönigt, verheimlicht und behindert die Arbeit der Journalisten. Kritik an der Regierung oder dem Kaiserhaus gibt es so gut wie keine (1). So wurde 2013 ein Gesetz erlassen, dass den Schutz von Staatsgeheimnissen gewähren soll und zwar für 60 Jahre. Wer sich nicht daran hält, dem drohen schwere Strafen (2).

Passend zum Buch noch ein paar Infos zu den Presseclubs: Es gibt ca. 800 Presseclubs, zu denen nicht jeder Zutritt hat. Diese liegen meist in den Gebäuden der Regierung, am Kaiserhof oder Großindustrie. Alle dort akkredierten Journalisten arbeiten Vollzeit, für ihren Club. Jeder gibt nur das preis, was er berichten darf. Nicht mehr. Man könnte seinen Job sonst verlieren (3). Da hätten wir also den Maulkorb, den wir auch in “64” zu spüren bekommen. Zum Glück rebelliert man dagegen, bisher hat sich aber nicht viel getan in Japan.

Wer mehr zu dem Unglück und der Vertuschung in Fukushima erfahren möchte, sollte sich den Manga “Reaktor F1” näher anschauen. Auch wenn man sonst keine Manga zur Hand nimmt. Es lohnt sich! Zumal Japaner gerne in zeichnerischer Form ihre Gedanken und Eindrücke festhalten. Was sie nicht laut aussprechen können, bringen sie eben zu Papier.


Die Fragerunde:

(1) Das Geschehen schreitet voran. Wie sind nun eure Leseeindrücke? Hat sich der Lesesog verbessert, verschlechtert oder ist gar gleich geblieben?

 

(2) Das Koda-Memo. Der heilige Gral der Polizei. Was haltet ihr von dem Trubel um das Papier? Haltet ihr es seitens der japanischen Polizei für nachvollziehbar oder eher albern und man soll endlich Farbe bekennen?

 

(3) Am Ende dürfen wir in die Gefühlswelt von Mikami abtauchen. Hat euch dieser Abstecher, in seine menschliche Seele, gefallen?

 

(4) Ist euch inzwischen ein Unterschied zu den typisch amerikanisch/europäischen Krimis aufgefallen?

 


Unsere aktuellen Teilnehmer (sollte jmd fehlen, bitte melden!)

  1. Sebastian @ Büchermonster (Twitter/Instagram/Facebook)
  2. Christin @ Life4Books (Twitter/Instagram/Facebook)
  3. Bernd @ Pirates of Love (Twitter/Facebook)
  4. Iris @ Schurkenblog (Twitter/Instagram/Facebook)
  5. Jemima @ Hochhorst (Twitter/Instagram)
  6. Moony @ Moony’s World (Twitter)
  7. Maraia @ Büchermonster (Twitter/Instagram)
  8. Kerstin @ KeJas Blogbuch (twitter/Instagram/Facebook)

Quellen:

(1) Reporter ohne Grenzen
(2) Asienspiegel.ch
(3) taz.de


Und nun husch, fein Kommentare da lassen

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