„Wahrscheinlich fragen Sie sich, was der Quatsch soll, diesen Text in Staffeln und Episoden zu organisieren.“ (S.1)

Ja! Genau das, frag ich mich! Wie kann man einfach aus der Reihe tanzen und ein neues Übersichtssystem für Bücher erschaffen? Das ist so was von unkreativ und unsinnig? Wer soll so was wollen? Staffeln, Pah! So etwas gibt es bei Serien, aber beim gedruckten Wort hat das nichts zu suchen. Herr Autor, was haben sie sich dabei nur gedacht?

„Mir fallen keine Untertitel für die Folgebände ein.“ (S.1)

Immerhin ist Per Sander ehrlich und sagt direkt im Vorwort, was es mit dieser Betitelung auf sich hat, die natürlich nicht im geringsten stört. Ganz im Gegenteil. Es ist schön, wenn jemand etwas Neues ausprobiert. Inhaltlich bekommt man auch genau das geboten, was man von ihm schon  gewohnt ist: Derbe Dialoge und hitzige Wortgefechte.

Gleich auf den ersten Seiten wird man in das laute Streitgespräch von zwei Schwestern reingeschmissen, zu denen sich kurz darauf noch eine dritte Stimme gesellt. Der Vater ist nach Hause gekommen und findet etwas vor, was er so nicht in seiner Wohnung haben möchte: Eine Leiche. Aber es nützt alles nichts, der Körper muss weg. Die Polizei ist aus diversen – wichtigen – Gründen ausgeschlossen.

Parallel dazu gibt es bei Privatdetektivin Nergiz ebenfalls eine Diskussion, die es in sich hat. Allerdings recht einseitig. Ein Klient ist mit ihren Diensten nicht zufrieden. Aber die gute Frau muss auch ihr Geld verdienen und wer die Vertragsklauseln nicht richtig lesen kann, stürmt eben wutentbrannt nach draußen, stolpert und bricht sich das Genick. Ups, noch eine Leiche, die weg muss.

„Wir haben uns nie gesehen. Wir kennen uns nicht. Wir waren nie hier. Es gibt keine Leichen. […]“ (S.43)

Und so treffen zwei Gesellen aufeinander, die eigentlich nur Geld verdienen wollen und plötzlich in eine Nische rutschen, die sie so nie eingeplant haben. Aber wat mutt, dat mutt, wie der Norddeutsche nun sagen würd. Anfangs haben die beiden auch alles unter Kontrolle – ein oder zweimal einen Körper verschwinden lassen – kein Ding, aber regelmäßig? So viele flüssige Betonböden hat Duisburg nun auch nicht.

Wer Lust auf einen Krimi hat, der neben einem spannenden Hintergrund auch noch witzige und gute Dialoge mitliefert, der ist hier genau richtig. Denn trotz der wunderbaren Schlagabtausche, existiert eine Hintergrundstory, die selbst mich innerlich vor Unmut und Entsetzen aufstöhnen lies. An ein paar wenigen Stellen kam der Erklärbär zum Vorschein, aber über den seh ich großzügig hinweg, da er meinen Leseeifer nicht mindern konnte.

Lesetipp für alle Crime-Lesewütige!


Genre: Crime / VÖ: Juli 2016 / Verlag: amazon / Serie: Band 1 / Region: Duisburg


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