Sebastian Fitzek ist bekannt für seine verworrenen Thriller, die einen auch gerne mal an der Nase lang führen. Doch in „Der Nachtwandler“ dreht er den Anspruch noch einen gewaltigen Tick nach oben.

Alles fängt recht harmlos an: Leon ist mit seiner Frau Natalie vor kurzem in einen neue Wohnung gezogen.

Der Alltag hat sie rasch eingeholt und somit kommt es auch immer wieder zu kleinen Streitereien. Eines Morgens wacht Leon, nach einem üblen Albtraum auf und sieht wie seine Frau entrüstet ihr Koffer packt. Verstört versucht er sie aufzuhalten, doch als er ihre Verletzungen sieht gerät er ins Stocken. War es zu so heftigen Streitigkeiten gekommen, dass er sie geschlagen hatte? Warum konnte er sich nicht daran erinnern? Da Natalie ihm keine Antwort gibt und fluchtartig die Wohnung verlässt, gerät er ins Grübeln.

War seine Krankheit wieder ausgebrochen? Hatte er wirklich Natalie verletzt in seiner Phase des Nachtwandelns, die er eigentlich vor Jahren erfolgreich behandelt hatte? Viel mehr darf man eigentlich auch schon nicht zum Inhalt schreiben, da man sonst Gefahr läuft, zu viel zu verraten. Die Hauptfiguren wurden oben genannt und die einzelnen Nachbarn, sind vorerst nicht weiter nennenswert. Die gesamte Geschichte spielt sich zu 90% in dem Wohnhaus von Leon und Natalie ab, wodurch die komplette Konzentration in eben diesen beiden Figuren bündelt.

Das Buch zieht einen von Anfang bis Ende in seinen Bann.

Dabei nimmt es die eigene Aufmerksamkeit so stark in Anspruch, dass man sehr froh ist, dass das Buch “nur” 312 Seiten hat. Vom Schreibstil her ist es ein typischer Fitzek. Lässt einen ewig im Dunkeln tappen, macht einem dann glaubhaft, dass man alles erfasst und verstanden hat, nur im nächsten Satz wieder alles zunichte zu machen.Es ist verständlich, dass dem ein oder anderen dieses Buch nicht gefällt, ist es doch sehr komplex und verworren. Man kann sich nie sicher sein, was Realität und was Wahnvorstellung bzw. der Nachtwandler-Modus ist.

Selbst das letzte Kapitel klärt nicht komplett auf – wie man es meist kennt und sich danach erleichtert fühlt, wenn das Buch abgeschlossen und richtig verstanden worden ist – Nein, man ist danach sogar noch verwirrter. “Der Nachtwandler” ist definitiv ein Buch, was man sich mindestens zweimal zu Gemüte führen sollte. Am besten jedoch mit ein bisschen Luft dazwischen, um seine Gedanken freien Lauf zu lassen. Denn man kann sich sicher sein:

“Der Nachtwandler” lässt einen für die nächsten Stunden gedanklich nicht mehr los. Der deutsche Meister des Thrillers hat die Leser mit diesem Thriller somit  sehr erfolgreich  in die Welt der Mondsucht entführt. Da aber dennoch einige Stellen zu verstrickt sind, gibt es nicht die volle Punktzahl.


Anzeige

Genre: Psychothriller / VÖ: März 2013 / Verlag: Knaur* / Serie: Einzelband


5 thoughts on “|Crime| “Der Nachtwandler”

  1. Ich hab das Buch auch vor kurzem gelesen und fand es auch ganz gut. Aber für mich ist und bleibt "Die Therapie" das beste der Fitzek Bücher, aber da sind die Geschmäcker ja auch verschieden…

    1. "Die Therapie" habe ich noch nicht gelesen. Bin erst recht spät auf Fitzek gekommen – als er mit seiner Augensammler-Serie gestartet ist und die fand ich recht gut gelungen :)

  2. Hallihallo :)
    Den Nachtwandler habe ich regelrecht verschlungen und fand ihn großartig! Ich muss dir allerdings recht geben. Es ist ein Buch, das man 2 Mal lesen sollte, denn es ist schon echt mega verwirrend!
    Lese gerade, dass du "Die Theapie" noch NICHT gelesen hast?!? Solltest du gaaaanz dringend nachholen! Eins meiner Lieblingsbücher! <333
    Hab noch einen schönen Abend!
    Gutes Nächtle
    Steffi

    1. Überredet – nach Ostern setz ich mich mal hin und schau nach den ersten Büchern von Fitzek inkl "Die Therapie" :D
      weil momentan #konsumfasten und so ;)

    2. Sehr gut :) Du wirst "Die Therapie" lieben! Man kann dieses Buch einfach nur lieben!!!
      Psychothriller vom Feinsten sag ich dir!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.