aufgefresse

Der Thriller um den Journalisten Jack Calheys, ist nicht das erste Buch, was der deutsche Autor J.P.Conrad herausgebracht hat, welches sich um Jack und den Ermittler Macintosh dreht und dennoch sind es für den Autor zwei besondere Bände. Er hat sich hier von der Ich-Perspektive seiner ersten Werke losgelöst, um der Leserschaft auch die anderen Charaktere näher bringen zu können. Ebenso wie in „totreich“ umfasst „Aufgefressen“ nicht sonderlich viele Seiten und ist somit recht schnell gelesen.

Im beschaulichen London, in einer ansässigen Grundschule, werden drei grausam zugerichtete Leichen gefunden.

Die Identität der Personen kann auf Anhieb nicht geklärt werden, da ihre Gesichter mit einer Säure bis zur Unkenntlichkeit zerfressen wurden. Der Journalist Jack bekommt natürlich Wind von der Sache und setzt sich direkt daran, Hinweise zu finden um DIE Schlagzeile in seiner örtlichen Tageszeitung veröffentlichen zu können.

Dabei vertraut er sehr auf die Zusammenarbeit mit Inspektor Hubert Macintosh, der ihm – dank des freundschaftlichen Verhältnisses – ab und an ein paar Hinweise zusteckt. Doch Jack reichen die kleinen Bröckchen nicht und so begibt er sich selbst auf die Suche. Ohne zu ahnen, dass er dem Täter bald näher kommt als ihm lieb ist.

Der Einstieg beginnt mit häuslicher Gewalt und zieht einen direkt in den Bann. Es folgen rasche Szenenwechsel und die Vorstellung neuer Figuren, die meist dem Tode verurteilt sind. Nach den ersten Seiten fällt einem jedoch direkt auf, dass der Autor recht spartanisch mit Beschreibungen umgeht.

Die Geschichte ist sehr geradlinig erzählt und trotz der zahlreichen Verstrickungen, blickt man nach ein paar Hinweisen durch und ahnt worauf, dass Ganze hinausläuft. Einzig der Epilog offenbart eine neue, leicht überraschende Wendung.

Durch die Aneinanderreihung der Ereignisse ist das Erzähltempo recht schnell.

Dank dieses Aufbaus: Vorstellung Figur, Hinweise, Zusammenhänge finden, Tod der Figur, Tempo der Ermittlungen beschleunigen, neue Figur, usw. Hat das Buch eher etwas von einem komplexen Krimi als von einem Thriller, was sicher auch durch die „fehlenden“ Umschreibungen kommt.

Denn ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal in einer Kritik schreiben würde aber: Ich finde hier fehlen die Beschreibungen, die Ausschmückungen, das Drumherum, um eben das Feeling beim Lesen aufbauen zu könne, was einen Thriller so ausmacht. Nach dem Prolog erhoffte ich mir so eine Story, wurde aber leider enttäuscht.

Die Idee die hinter dem Ganzen steckt, nämlich häusliche Gewalt als Ursprung und was für eine Kettenreaktion, dies hervorrufen kann, ist sehr gut! Ebenso die Buchtitelwahl „Aufgefressen“, die perfekt zu den Mordmethoden passt.

Dennoch hat mir die Umsetzung nicht gefallen und meinen persönlichen Geschmack nicht getroffen. Man kann sogar sagen, dass ich nach dem Vorwissen von dem Klappentext enttäuscht war. Somit kann ich dieses Buch nur Lesern empfehlen, die eine nüchterne Schreibweise und eine lineare Geschichte bevorzugen.


Genre: Thriller / VÖ: Feb 2014 / Verlag: PERPICX Media / Serie: Band x