Zwei Hörbücher habe ich in den vergangenen Wochen gehört und beide stelle ich heute einmal kurz vor.

Es sind beides Hörbücher, die Im Argon Hörbuch Verlag erschienen sind. Beide handeln von zwei Frauen, die sich in ihrer jeweiligen Umgebung behaupten müssen. Die eine wirkt eher schüchtern und zurückhaltend und die andere taff und direkt in der Wortwahl. Auf der einen Seite haben wie die Privatdetektivin und auf der anderen eine Lehrerin. Unterschiedlicher könnten sie eigentlich nicht sein und haben dennoch etwas gemeinsam: Die ungewisse große Welle der Zukunft, die sich unaufhaltsam ihnen nähert.

“Cut” von Amanda Kyle Williams

Inhalt:

Sie fühlen sich so sicher in ihren kleinen Häusern …« Keye Street ist so schnell nicht zu erschüttern: Als abgebrühte Privatdetektivin und Kautionseintreiberin ist sie Einiges gewöhnt. Nur vom Alkohol lässt sie lieber die Finger, schließlich hat er sie ihren Job als Kriminalpsychologin beim FBI gekostet. Als ein Serientäter in Atlanta scheinbar willkürlich Menschen umbringt, wird sie von ihrem alten Freund Lieutenant Rauser in die Ermittlungen hineingezogen, und schon bald ist sie mittendrin in einem der grausamsten und perfidesten Fälle, den sie je erlebt hat. Seinen nächsten Mord kündigt der Täter bei der Polizei an, und für Keye und Rauser beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Denn die Menschen öffnen ihrem Peiniger stets arglos die Tür …

“Dear Amy” von Helen Callaghan

Inhalt:

Die Lehrerin Margot Lewis ist extrem beunruhigt, als ein 15-jähriges Mädchen aus ihrer Klasse verschwindet. Sie ist überzeugt, dass Katie entführt wurde, auch wenn die Polizei dafür noch keinerlei Beweise hat. Dann erhält Margot, die nebenbei die Ratgeber-Kolumne “Dear Amy” führt, einen unheimlichen Brief: Darin fleht ein Mädchen um Hilfe, das vor 15 Jahren spurlos verschwand. Ein Graphologe bestätigt die Echtheit des Briefes – und dass er nagelneu ist. Margot, deren Gemütszustand sich rapide verschlechtert, verbeißt sich regelrecht in die beiden Fälle, will unbedingt helfen. Doch was verschweigt sie selbst?

Der Hauptcharakter der Handlung

Keye Street hat eine raue Art an sich, die mir direkt ans Herz gewachsen ist. Ich mochte ihr Umfeld, wie es in das Geschehen eingeflochten wird und genau in den richtigen Häppchen vorgestellt wird.
Margot Lewis wirkt recht schüchtern und schreckhaft. Man lernt ihren Ex kennen und was für Probleme sie mit ihm hat. Ihre ganze Energie steckt sie in die Suche nach dem Mädchen aus dem Brief.

Die Handlung selbst

Keye hat ungewollten Kontakt mit einem Killer, der es scheinbar auf sie abgesehen hat. Es ist spannend und verworren aufgebaut, wie sie dem Serienkiller immer näher kommt. Dabei begibt man sich auch auf zahlreiche (Irr-)pfade, die aber stets hinterfragt werden. Eine Herangehensweise, die ich sehr gut umgesetzt fand.

Es gibt zwischendrin immer Szenen, wo der Mörder zu Wort kommt. Dabei wird nicht mehr verraten, als man eh schon durch die Ermittler weiß. Entsprechende deutliche Hinweise fallen genau im richtigen Moment.
Ein Brief, den Margot zunächst für einen fiesen Scherz hält, ist der Auslöser einer langen Kettenreaktion. Dabei kommt man Dingen auf die Spur, die man so definitiv nicht erwartet hat. Denn plötzlich rückt sie in den Fokus und man ist als Zuhörer zunächst genauso perplex, wie sie selbst.

Zwischendrin gibt es immer wieder Einblicke in die Gedanken eines entführten Mädchens, was einfach nur gerettet werden möchte. Dabei bleibt man stets auf Stand der aktiven Ermittlungen und verrät nicht zuviel vorab.

Die Sprecherinnen der Hörbücher

Franziska Pigulla. Ich habe mich dezent in ihre Hörbuchstimme verliebt. Natürlich kenne ich sie als die Stimme von Gillian Anderson, aber noch nie habe ich sie in dieser Form gehört. Sie spricht z.B. auch die Smoky Barrett Reihe. Ja, ihre Stimme passt einfach perfekt zur Rolle der Keye Street!
Christiane Marx darf Margot sprechen und ich muss sagen, dass sie auf die Rolle dieser Frau wunderbar passt. Das zurückhaltende kommt genau richtig rüber beim Hören. Ich würde mir von ihr aber nicht jedes Buch anhören, dafür ist mir die Stimme doch zu zart.

Mein Fazit

“Cut” hat mich überraschend schnell in seinen Bann bezogen. Ich hatte anfangs Angst, dass ich hier Klischees präsentiert bekomme, wie ich sie schon aus zahlreichen andere Geschichten kenne. FBI, Alkohol, Eingliederung, Gesetz-Gegner, fieser Vorgesetzter, da schrillen die Alarmglocken. Doch trotz der bekannten Eckpunkte, habe ich den Lauf der Handlung neugierig verfolgt. Ich blieb sogar im Auto sitzen, um ein Kapitel zu Ende zu hören (ich höre Hörbücher zu 90% im Auto) Daher gebe ich eine Empfehlung für dieses Hörbuch!
“Dear Amy” hat mich ebenfalls in seinen Bann gezogen, wenn auch nicht so stark. Besonders der Twist in der Handlung hat mir gefallen und wie man an die Tat (Entführungen & Briefe) herangeht. Aber ich konnte mit Margot nie so richtig warm werden und das Ende war nicht geschickt gewählt (Vorhersehbarkeit). Was dem Ganzen einen bitteren Beigeschmack gibt, da ich wie gesagt, die Grundstory gut fand. Ich gebe daher einen reinen Hörtipp!

Die Eckdaten

Genre: Crime
VÖ: September 2011
Verlag: Argon Hörbuch
Länge: 7h 27min
Serie: Serienstart

Genre: Crime
VÖ: Januar 2017
Verlag: Argon Hörbuch
Länge: 7h 43min
Serie: Einzelband


weitere Meinungen

“Dear Amy”: warmer Sommerregen, Brösels Bücherregal, Lesendes Katzenpersonal, …

“Cut”: Chaosweib, Saphiras World, Tikvas Schmökertruhe, …

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