#ItalienNovember #IlGiallo

Inhalt:

Triest, die Bora weht. Die Stadt mit der großen habsburgischen Tradition leidet unter den typischen italienischen Verhältnissen, findet Commissario Ettore Benussi: keine Disziplin, keine Autorität. Wo soll das hinführen? Zum Glück hat er nur noch wenige Jahre bis zur Pensionierung, und dann wird er endlich den lange geplanten Kriminalroman schreiben.

Doch gegenwärtig muss er sich noch um die realen Toten kümmern. Als die 90-jährige Ursula Cohen leblos im Hafenbecken treibt, zeigen sich so viele Menschen in ihrem Umfeld verdächtig, dass er auf die Hilfe seiner jungen Kollegen Elettra und Valerio dringend angewiesen ist … (Verlagsseite)

Mein Leseeindruck:

Da kommt eine alte Dame ums Leben und keiner scheint zu trauern. Das stinkt doch zum Himmel nach einem Mord. Nur irgendwie gibt es so viele Menschen, die ihr Ableben gewünscht haben, aber kaum einen handfesten Beweis. Selbst die Forensik kann kaum Hinweise finden. So gleicht die Suche nach dem Mörder der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen.

Währendessen fragen sich die Beamten Elettra und Valerio durch das Dorf. Nach jedem Gespräch fühlt man sich noch hilfloser. Keiner will etwas gesehen haben. Alle scheinen ein Alibi zu haben und den Tod, den hat sie Ermordete sich doch selbst gewünscht. Wahrscheinlich war es ein Suizid oder Unfall. Schließlich stürmte es recht stark. So einfach ist allerdings nicht.

Neben den ganzen Familienproblemen, Ehedramen und Liebeleien geht der eigentliche Fall fast unter. Kaum eine Beziehung verläuft normal. Überall gibt es Probleme. Nicht einmal vor den Beamten machen diese Halt. Commissario Benussi versucht sich an einer neuen Diät. Valerio ist in seine Kollegin verliebt und Elettra will eigentlich keine Beziehung, aber Valerio ist so nett. Wären diese Dramen nicht überall und bei jeder Person verhanden, hätten sie durchaus ihren Charme. So erschlagen sie einen etwas.

Meine Abschlussworte:

Roberta de Falco hat einen nettes Beamtentrio erschaffen, dass einem irgendwie ans Herz wächst. Der Kriminalfall ist ebenfalls nicht ohne und lässt einen in eine traurige Vergangenheit zurückreisen. Zudem erwartet den Leser ein kleiner Twist, der geschickt eingebaut wurde. Jetzt kommt das böse Wort “aber”: Mir kam der Fall einfach zu kurz. Weniger italienisches temperamentvolles Leben und mehr Kriminalfall. Das wäre perfekt gewesen. Ich werde dennoch am Ball bleiben und einen weiteren Band lesen. Daher ein Lesetipp mit zugeniffenem Auge.

Die Autorin – Roberta de Falco

*1951 in Mailand geboren
*ist ein Pseudonym einer Drehbuchautorin/Kostümbildnerin
*
eigtl. Name Roberta Mazzoni

Stichworte:

Mord / Familie / Liebe / Leidenschaft / Frust / Wut

triest, buchkritik, italien


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Genre: Crime / VÖ: August 2014 / Verlag: Piper / Serie: Band 1

erhältlich bei: hugendubel.de


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