Lichtspiele, Italien November, crime, buchkritik

#ItalienNovember #IlGiallo

Inhalt:

Als in einem Kino in Parma ein Toter gefunden wird, sieht zunächst alles nach Herzinfarkt aus. Doch schnell stellt sich heraus, dass das Opfer mittels einer vergifteten Nadel ermordet worden ist. Der Tote gehörte zum Mörderklub, dessen Mitglieder zum Spaß Mordfälle erfinden und lösen. Ein echter Mord ist aber etwas ganz anderes…

(Klappentext)

Mein Leseeindruck:

Ein Krimi im Krimi? Warum nicht? Mit diesem Element spielen viele Autoren. Hier ist es sogar noch eine Stufe höher, denn eine Gruppe “Detektive” spielt stetig Kriminalfälle äußerst realistisch nach, um sie dann zu lösen. Diesmal ging etwas schief. Ein Mitglied ist wirklich tot. Ermordet mit einem Gift. Natürlich hat niemand etwas gesehen und dennoch scheinen sie alles zu wissen.

Die besten Vorraussetzungen für Commissaro Soneri. Nicht. Trotzdem hält er sich recht tapfer. Geht Stück für Stück die Hinweise durch und rekonstruiert den Mord. Sucht Zeugen – eigentlich alle Mitglieder des Mordclubs – verhört sie, nimmt ihre Hintergründe auseinander und versucht die zahlreichen Puzzleteile zusammenzufügen. Das ist jedoch gar nicht so einfach. Man hat das Gefühl, dass keiner an einer Aufklärung interessiert ist. Ein entscheidenter Ansatzpunkt?

Nebenbei geht der Commissario seiner Liebschaft mit der Anwältin Cornelio nach. Sie versorgt ihn zudem mit Informationen und gibt ihm neue Anreize. Dabei ist ihre Art nicht gerade liebevoll. Man fragt sich des Öfteren, was Soneri an dieser Frau findet. Lieb gewinnen, konnte ich sie jedenfalls nicht. Es war eher ein nerviger Störfaktor.

Meine Abschlussworte:

Es ist ein klassischer Krimi. Ruhig und besonnen. Es kommen keine großen Aufreger daher. Ganz im Gegenteil. Man versucht stets alle Sinne beisammen zu halten und geht von A nach B. Das mag dem ein oder anderen gefallen. Mir persönlich war es zu still. Selbst das stumme miträtseln machte nicht so viel Spaß, auch wenn der Kopf ständig am mitdenken war.

Wer einen typischen Krimi möchte, sollte zugreifen. Alle anderen, sollten die Finger davon lassen.

Der Autor – Valerio Varesi:

*1956 in Turin geboren
*studierte Philosophie
*Journalist

Stichworte:

Mord / Misstrauen / Vertuschung / Kino / Leidenschaft / Essen / Familie


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Genre: Crime / VÖ: 2008 / Verlag: Rowohlt / Serie: Band 1 (in Dt.)

erhältlich bei: nur noch gebraucht erhältlich

weitere Meinungen: auf der krimi.couch


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