#ItalienNovember #IlGiallo

Inhalt:

Ein Mord in Roms Oberschicht: Giulia, Jurastudentin aus bester Familie, wird tot aufgefunden. Wer war der Liebhaber, den sie kurz vor ihrem Tod empfangen hat? Und wer hat ihr die tödliche Dosis Medizin verabreicht? Alice Allevi, Assistenzärztin der Rechtsmedizin, löst den fast perfekten Mord mit Witz, Intelligenz und Hartnäckigkeit. Dabei hat sie es nicht leicht: An ihrem Institut scheinen eigentlich alle gegen sie zu sein, ihre Versetzung ins nächste Assistenzjahr ist gefährdet, und dann kommt ihr auch noch eine Leiche abhanden. Auch ihr Privatleben steht unter einem schwierigen Stern – ausgerechnet dem egozentrischen Arthur, dem Sohn ihres Chefs, fliegt ihr Herz zu.(Verlagsseite)

Mein Leseeindruck:

Ich bin immer offen für neue Geschichten. Dazu zählt auch, dass man einen Blick über den Tellerrand hinaus wirft. In diesem Fall bin ich bei einer Art Kriminal-Romantik-Komödie gelandet. Wobei ich eher den Klappentext überzeugend fand und geflissentlich über das grausige Cover hinweggeschaut habe. Inhaltlich hatte ich dann zunächst den Eindruck: Och, ist doch gar nicht so schlimm. Schusselige Assistenzärztin, die geschickt und nachdringlich einen Fall mit lösen möchte und sich dann aber – leider, leider – verliebt.

Das war der Punkt, wo ich ziemlich oft tief durchatmen musste und einige Szenen sogar großzügig überflogen habe. Denn Liebesgesäusel ist nicht so meins. Nope. Da half auch kein zaghaftes hineintauchen in die entstehende Liebesbeziehung. Darüber musste ich hinwegsehen, sonst hätte ich das Buch zusammengeklappt. Zum Glück, gibt es ja noch ihre Arbeit. Die Pathologie. Alle Szenen dort sind gut zu lesen und man wird sogar mich Fachbegriffen versorgt. Der Beruf, der Autorin macht sich hier deutlich bemerkbar.

Ein weiterer Goodie ist Alice selbst. Da mag sie noch so tollpatschig und unkonzentriert sein, die junge Frau ist nicht dumm und liebt ihren Job. Leider muss sie das ständig ihren Vorgesetzten beweisen. Erst recht spät macht man ihr klar, dass sie es drauf hat. Nicht gerade die feine Art, so mit seinen Mitarbeitern umzugehen. Die goldige Mitbewohnerin Yukino ist dann stets zur Stelle und muntert Alice mit Essen, Filmen oder Worten auf. Bis eben der hübsche Mann in ihr Leben tritt, dann ist er der Seelentröster. Räusper. Yukino ist mir lieber gewesen. Hust.

Meine Abschlussworte:

Ich habe es nicht bereut, dieses Buch gelesen zu haben. Zwar war es kein Highlight, dennoch hat es mich bis zur letzten Seite unterhalten. Alice wird wird auf der Verlagsseite mit Bridget Jones verglichen. Das kommt ganz gut hin. Wer also die schusselige Britin mag, wird mit der Assistensärztin Alice sicher seinen Spaß haben.

Wer es schräg und unterhaltsam mag und zudem nichts gegen Liebesdüdeleien hat, kann zugreifen. Alle anderen, sollten sich bewusst sein, auf was sie sich einlassen.

Die Autorin – Alessia Gazzola:

*1982 in Messina geboren
*ist Chirurgin & Rechtsmedizinerin

Stichworte:

Mord / Drogen / Familienclan / Pathologie / Liebe

 

Edit will noch was sagen:

Ich hatte zeitweise ein Problem mit der Umgangsart in dem Buch. Frau wird hier gerne als Volltrottel hingestellt. Bist du dagegen der Liebling des Chefs. Perfekt! An einem Punkt wird Alice gefragt, ob sie ihre Tage hat und als Miststück hingestellt. Wow! Da hätte ich dem Kerl gerne mal ein paar Takte gesagt. Alice gibt kaum Widerworte, frisst es in sich rein und heult sich bei Bekannten aus. Später – als sie Erfolg hat – wird sie dagegen gefeiert. Nicht alle Männer sind hie Idioten und ja, es ist ein Buch, trotzdem bin ich an diesen Stellen hängen geblieben…

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Genre: Crime, Humor / VÖ: Mai 2012 / Verlag: btb / Serie: Band 1

erhältlich bei: hugendubel.de

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