Kurz & Knackig kommentiert

Miriam hat eine Gabe: Wenn sie einen Menschen berührt, sieht sie den Moment seines Todes. Doch nie konnte sie die Zukunft verhindern. Inzwischen hat sie den Versuch aufgegeben …  Als der Trucker Louis Miriam vor einem Überfall rettet, berührt sie seine Hand und sieht das Unvermeidliche: Louis wird in 30 Tagen von einem Killer brutal ermordet — und Miriam steht dabei. Ist sie vielleicht das nächste Opfer? Miriam glaubt eigentlich nicht, dass sie die Zukunft ändern kann. Aber sie muss es noch ein Mal versuchen: für ihr Überleben — und für seins. [Bastei Lübbe]

Meine Meinung: 

Die Geschichte steigt direkt mit dem ersten “Mord” ein. Miriam ist in einem Zimmer, zusammen mit einem Fremden, der äußert verwirrt von ihrem selbstgefälligen Verhalten ist und kurz darauf an einem Epilepsie-Anfall verstirbt. Exakt zu der Zeit, die Miriam vorhergesehen hat. Sie durchsucht sein persönliches Hab und Gut, nimmt das Geld an sich und schreibt etwas in ihr vorgekritzeltes schwarzes Notizbuch. Ein Buch, was im Laufe der Story stark an Wert und Bedeutung zunimmt. Denn dort sind alle Ereignisse notiert, die sie vorgesehen hat.

Parallel zu dem “normalen” Leben des 22jährigen Mädchens, gibt es ein Zwischenspiel – eben betitelt mit diesem – oder besser ausgedrückt, um kleine Abschnitte, in denen Miriam einem jungen Mann ein Interview über sich gibt. Es steht im Kontrast zu den Kapiteln in denen ihr unruhiges stressiges Leben aufgeführt wird. So wirkt das Zwischenspiel dazu ruhig und entspannend. Doch nach einer Weile ändert sich dies abrupt, was für mich die erste (und einzige?) unerwartete Wende in dem Buch war.


Positiv:
+ Die Grundidee ist an sich nicht neu, aber sie in so einen Kontext reinzustecken, ist wiederum brillant.
+ Die “Gabe” und deren Umsetzung.
+ Das Mädchen Miriam ist einem auf Anhieb sympathisch. Zwar hat sie eine raue Schale und nimmt bei ihrer Wortwahl kein Blatt vor den Mund, aber dennoch kann sie nichts für ihre grausame “Gabe”.
+ Die Stimmung die in dem Buch herrscht, passt perfekt zu den Figuren. Es kommt viel Hass, Ironie, Wut und makaber Lebensfreude vor.
Der abgehackte Schreibstil erinnerte mich zunächst an “Mr.Scratch” und ihn ahnte übles, aber zum Glück gibt es hier einen roten Faden, die Zusammenhänge sind somit deutlicher und man kann vor allem (Anti-)Sympathien entwickeln.
+ Das Cover ist sehr gelungen! Je mehr man von der Geschichte weiß, umso mehr erkennt man in dem Bild.

Negativ:
Das Buch wird irgendwann vorhersehbar bzw. eigentlich kennt man es von Anfang an, man weiß nur nicht wie es umgesetzt wird und was exakt geschieht.
Die Hassfiguren waren mir manchmal zu sehr Bilderbuch-Bösewichte.
Anfangs erobert Miriam schnell das Leserherz, aber im Laufe der Zeit, wandelt sich das und man weiß nicht so recht, wie man ihr Wechselbad der Gefühle aufnehmen soll. Stimmungsschwankungen hoch zehn (auch wenn es bei tödlichen Zukunftsvisionen sicher verständlich sein kann)
Die derbe Sprache passte leider nicht immer und geht einem vor allem gegen Ende auf den Zeiger.
Das Ende ist schließlich okay, aber nicht der Burner.


Fazit: 

Letztlich habe ich “Blackbirds” gerne gelesen, mir aber am Ende viel mehr davon erhofft. Die Umsetzung ist dem Autor also so weit ganz gut gelungen. Aber eine 22jährige junge Frau, mag sie noch so gebeutelt sein vom Schicksal, bekommt hier eine recht derbe Art aufgedrückt, die wie eine Fassade wirkt (was sie auch ist), die jedoch nicht immer glaubwürdig erscheint.

Vor allem als die Hetzjagd beginnt, gab es mir zu viele Zufälle und das Ende passte wiederum nicht zu Miriams Art. Es ist wie ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite wird alles böse und dunkel dargestellt und dann dieses Ende? Aber trotz meiner Kritik bin ich irgendwie neugierig auf Band 2!


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Genre: Fantasy, Crime / VÖ: April 2013 / Verlag: Bastei Lübbe* / Serie: Serienauftakt


 

4 thoughts on “|Crime| “Blackbirds”

  1. HMMM also diese Idee mit der Gabe hab ich bereits bei unzähligen Büchern entdeckt und auch nach dem Vergleich mit Positiv und Negativ hat mich die Negativen Punkte doch mehr von sich überzeugen können. ^^
    Aber 6 von 10 sind absolut okay und vielleicht lockt dich ja dann auch das zweite Buch und überzeugt dich ein bissl mehr?
    Auf jeden Fall gute Rezi – schön auf den Punkt gebracht. ^.^

    Es grüßt
    ~ Der Nachbar :D

    1. 6 Punkte sind absolut okay!
      Aber mir geht der Biss einfach verloren und mir gefällt die Neigung nicht, die die Story gegen Ende nimmt… siehe "zweischneidiges Schwert" :/

  2. Jetzt hast Du mich doch neugierig gemacht. Konnte das Buch bisher immer nicht so richtig einordnen! Das fällt mir jetzt leichter, danke, die +/- -Liste macht sich echt gut!

    1. Gern geschehen :D
      Mach die Liste immer dann gerne, wenn ich mit der Punktzahl noch unschlüssig bin oder es etwas negativer ausgefallen ist.
      Dann ist alles besser nachvollziehbar.

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