Ein Serienkiller versetzt New York in Angst und Schrecken:

Scheinbar wahllos verschleppt und tötet er unschuldige Menschen und hinterlässt an jedem Tatort einen obskuren Hinweis auf den nächsten Mord. Die letzte Hoffnung der Polizei ist der geniale Forensiker Lincoln Rhyme, der seit einem Arbeitsunfall querschnittsgelähmt ist. Die brutalen Fälle wecken sein Interesse – und nach und nach kommt ihm der Verdacht, dass er den Mörder kennen muss …[blanvalet]

Meine Meinung:

Nach einem gefühlten Jahrzehnt, okay, es kann wirklich ein Jahrzehnt sein, habe ich nun endlich wieder diesen Serienauftakt gelesen und ich bin nicht traurig darum. Eher im Gegenteil!
Obwohl das Buch schon sechszehn Jahre auf dem Buckel hat, kann es locker mit aktueller Crime-Lektüre mithalten. Das muss ein Autor erstmal schaffen.
Amelia Sachs ist mir wieder direkt ins Auge gesprungen. So etwas wirres, widerspenstiges und zugleich sympathisches hab ich selten an Charakteren erlebt und geliebt. Im starken Kontrast zu ihr steht der ruhige, nachdenkliche Lincoln Rhyme, der nach einem Arbeitsunfall querschnittgelähmt ist. Er hat eine Kombinationsgabe, die sich nicht nur auf Fingerabdrücke und Insekten beschränkt. Bei ihm muss man sich in den Täter hineinversetzen, am Tatort die Nase arbeiten lassen und jedes noch so unscheinbare Krümelchen aufsaugen. Es könnte sich schließlich eine Spur dahinter verbergen.
Dieses ungleiche Duo muss man einfach mögen!

+Positiv+

+ Die Charaktere. Da wird den Leser noch einiges erwarten, nicht alle dunklen Geheimnisse wurden hier gelöst.
+ Der Storyaufbau. Opfer. Tat. Ermittlung. Man bekommt man allem ein Bröckchen und darf mitkombinieren.
+ Die Spannung. Sie baut sich langsam auf und wenn man glaubt es ist vorbei, kommt das nächste i-Tüpfelchen.
+ Das Ende. Ich wusste nicht mehr wer der Täter ist und so was ich doch ein klein wenig überrascht am Ende.
+ Der Schreibstil. Trotz Fachbegriffen, kommt man nie aus dem Takt, sondern saugt die Informationen eher in sich auf.
+ Die Idee hinter den Taten. Hinter den Motiven. Mehr kann ich dazu kaum sagen, ohne zu spoilern.

– Negativ-

Fällt mir spontan nichts ein.

Fazit:

Mich hat das Buch prima unterhalten. Es hat mir wieder mal gezeigt, dass es nicht falsch war diese Serie wieder neu zu starten  (und diesmal brav hintereinander, ohne ein Buch auszulassen).
Jeffery Deaver weiß wie man unterhält, Spannung aufbaut und ein klasse Lesefeeling erzeugt. Zeitgleich gibt er einem zahlreiche informative Hinweise, die man gerne abspeichert. Die Ermittlungsmethoden wirken eigenwillig und nicht abgedroschen. Er weiß, wo Schacht im Schicht ist und keine weiteren blutigen Details nötig sind, um nicht ins Horror-Genre abzurutschen. Mal schauen, ob er dieses Feeling in den kommenden Bänden aufrecht erhalten kann.

Noch kurz ein paar Worte zur Verfilmung, die ich vor Jahren auch mal gesehen habe.
Nachdem ich nun das Buch wieder gelesen habe, muss ich sagen, dass Angelina Jolie und Denzel Washington nicht für die optimale Besetzung halte. Besonders Amelia Sachs hab ich mir komplett anders während des Lesens vorgestellt, von Ryhme und seinen langen schwarzen Haaren mal ganz abgesehen…
Aber meine Meinung zu Buchverfilmungen ist ja schon bekannt 😉

knochenjaeger-sketch


Genre: Thriller / VÖ: 1999 / Verlag: blanvalet / Serie: Rhyme & Sachs #1 / Region: Amerika