Kurz Kommentiert

Ein Erdbeben in Israel fordert Hunderte von Menschenleben – und ermöglicht den Zugang zu einem bislang unbekannten unterirdischen Tempel, der den mumifizierten Körper eines gekreuzigten Mädchens enthält. Im Sarkophag der Toten macht Archäologin Erin Granger eine brisante Entdeckung: ein Buch, geschrieben von Jesus eigener Hand, das ungeahnte Gefahren birgt und alles infrage stellt, was die Menschheit zu wissen glaubte. Erins Feinde schrecken vor nichts zurück, und eine gnadenlose Jagd nach dem Manuskript beginnt …[blanvalet]

Meine Meinung: 

Wenn man den Klappentext so liest, fühlt man sich direkt an Dan Brown  und seine Werke erinnert. Das war auch zunächst ein Grund, warum ich gezögert habe, dieses Buch zu ordern. Doch als ich die Leseprobe gelesen habe und gesehen habe, in welchem Genre sich der Autor James Rollins sonst so aufhält, musste ich zuschlagen.

Nach den ersten Kapiteln fühlte ich mich auch darin bestätigt eine Mischung aus religiösem Wahn, seltsamer Bestimmung und Science-Fiction-Elementen zu bekommen. Aber – ich hätte bei dem Kommentar vom Autor, für wen das Buch ist, schon stutzig werden müssen – dann kam die Wende und ich lernte die Sanguiner kennen. Zunächst dachte ich noch an übermenschliche Kräfte und Gottesbestimmung, immerhin geht es ja um das Evangelium.

Allerdings kamen dann noch Werwölfe und Strigoi hinzu und meine Leselust schwand dahin.
Trotzdem musste ich das Buch zu Ende lesen. Neugierig war ich dennoch.


Positiv:
+ Die Idee, dass es ein echtes Evangelium gibt, welches mit Blut geschrieben wurde.
+ Dazu die Kombination aus drei Propheten. Es wird immer die Verbindung zur Bibel hergestellt und wie eine Konstante durchgezogen.
+ Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und man kann sich alles recht bildlich vorstellen, auch wenn es einem zunächst vollkommen fremd war.
+ Alle Gestalten werden in ihrem Ursprung irgendwann erklärt, sodass man in dieser Hinsicht nicht lange im Ungewissen gelassen wird.
+ Die Kampfszenen. Ich fand sie sehr gut umgesetzt und sie haben ein rasches Tempo.
+ Das Autorenteam bleibt seinem Vorbild Anne Rice treu und das fand ich sehr löblich.
+ Alle Figuren werden näher beleuchtet und dadurch lebendig.

Negativ:
Das Auftauchen von den Strigoi mit ihren Werwölfen und die Sanguiner. Natürlich muss es Mönche und religiös lebende Wesen geben, aber müssen die sich von Blut ernähren? Das was mir auf dem i ein Tüpfelchen zu viel.
Man merkte deutlich den weiblichen Einfluss von Rebecca Cantrell. Frau – Mann – Sanguiner, das geht nicht lange gut. Da half auch kein Hoffen und Bangen, als die ersten Andeutungen kamen, war zu spät.
–  Die historischen Hintergründe sind unumgänglich, aber muss jedes Mal der zweite Weltkrieg dabei auftauchen? Erinnerte mich leicht an Indiana Jones und seine Suche nach dem heiligen Gral.
Ich konnte das Buch leider nicht immer ernst nehmen. Grund sind die obigen Punkte.
Die Vergangenheitsfetzen des einen Sanguiners namens Rhun waren irgendwann nicht mehr interessant und man neigt dazu sie zu überfliegen.
Das Buch ist sehr umfangreich. Es liest sich zwar sehr zügig, aber wenn die Lesemotivation nachlässt und einen nur noch das Ende interessiert, zieht es sich wie Kaugummi.


Fazit: 

Nach allem, was ich über James Rollins wusste, habe ich mit gewissen Elemten fern von jeder Realität gerechnet, aber nicht mit vampirähnlichen Wesen. Damit konnte ich mich im ganzen Buch nicht anfreunden.
Es gibt das klassische Gut und Böse. Was nicht schlimm ist, aber sehr durchschaubar. Man weiß eigentlich direkt wie das Buch vorerst enden wird. Nur der Weg dorthin ist steinig gewesen und man war schon interessiert in welche Schlamassel das Trio noch so treten würde.

Anfangs freundete ich mich mit der Forscherin Erin an. Sie wirkt ehrgeizig, intelligent und auf dem Boden geblieben. Als dann jedoch der Amerikaner Jordan hinzukommt, ahnt man seinen männlichen Einfluss und das Interesse an Erin verflog allmählich, da sie sich zur “typischen” Frau mauserte. Übrig blieb noch Rhun, der Sanguiner. Er ist sehr mysteriös und eigen, aber trotz seinen uninteressant werdenden Rückblenden, fand ich ihn letztlich am sympathischsten.

Die anderen Figuren werde ich hier nicht näher beleuchten, da man sonst schon zu viel Vorwissen bekommt. Schade fand ich allerdings, dass der Junge, der mit seinen Eltern in der Ruine unterwegs ist zu selten zu Wort kommt. Hier schwimmt alles im Trüben und ich nehme an, dass der in den kommenden Bänden mehr zu Wort kommt. Ansonsten wäre er eine überflüssige Figur, was schade wäre.

Das Ende gibt dem Leser zum einen, einen kleinen Abschluss, zum anderen bleiben zig Fragen offen, die im kommenden Band geklärt werden müssen. Ich bin allerdings nicht daran interessiert die Reihe fortzusetzen. Zu sehr bin ich enttäuscht worden. Wenn ich einen Vampir-Roman lesen möchte, greife ich gezielt zu einem und hier wollte ich definitiv keine Vampire und Werwölfe haben, auch wenn Rhun seine Rolle als Sanguiner gut gespielt hat.

Ich werde aber jetzt mal zu einem Buch von James Rollins greifen. Denn wenn er in seinen Büchern aus dem Science-Fiction Genre auch so bildlich und flüssig schreibt, muss ich da einfach mal reinschnuppern!


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Genre: Thriller / VÖ: August 2014 / Verlag: Blanvalet* / Serie: Serienauftakt


 

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