Im Osten Deutschlands, genauer gesagt in einem Ort im Erzgebirge, geschieht ein grausamer Mord. Die Leiche des jungen Opfers bleibt nicht lange unentdeckt, da sie eher bizar für ihr Publikum drapiert wurde, als irgendwo im Dickicht verscharrt. Die Motive sind zunächst völlig unklar, aber immerhin kann ziemlich schnell die Identität geklärt werden. Doch kaum kann man erste erfolgreiche Ermittlungsfortschritte erkennen, geschieht auch schon der nächste Mord. Wieder eine Junge Frau, wieder wurde sie deutlich sichtbar platziert und wieder wurden ihre Augenlider festgeklebt, sodass sie mit toten trüben Augen ihre Entdecker anstarren kann.

Rechtsmedizinerin Maja Heuberger wird ebenfalls zu den Fällen gerufen. Schon vor Ort kann sie das Grauen kaum in Worte fassen, doch als sie im Institut dann erste Untersuchungen anstellt, bemerkt sie ein weiteres herzloses Detail: Im zugeklebten Mund des Opfers steckt eine tote Fledermaus und diese hat noch gelebt, als man sie an diesen Ort verfrachtete, was an deutlichen Bissspuren sichtbar wird. Warum macht jemand so etwas? Warum werden junge Frauen so übel zugerichtet? Warum legt der Täter es darauf an gefunden zu werden?

Fragen, die es nun zu zügig zu klären gibt, denn die Zeit läuft ihnen davon.

Im Mittelpunkt des Buches steht die besagte Medizinerin Maja. Sie entdeckt die wichtigsten Details und gibt den ermittelnden Beamten immer wieder neue Denkanstöße, die sich meist auch als richtig erweisen. Allerdings kommen die ganzen Ideen nicht von ihr selbst, sondern von ihrem guten Freund Konrad. Er ist Chefredakteur einer Frauenzeitschrift und zeigt ein reges Interesse an den aktuellen Mordfällen. Konrad versucht sich in den Täter hineinzuversetzen, spielt diverse Szenarien ab und kommt zu immer wieder neuen Ergebnissen, die selbst den Leser die Stirn runzeln lassen. Die Autorin versucht hier auch sehr offensichtlich die Leserschaft auf die falsche Fährt zu locken.

Leider ist das so deutlich, dass man es direkt durchschaut und ihr nicht auf den Leim geht.

Parallel zu Maja und Konrad kommt das ein oder andere Mordopfer vor seinem Ableben zu Wort und noch ein weiter Mann namens “Tommy”. Bei ihm ist direkt klar, dass er der Täter ist. Es wird ein Einblick in seine Vergangenheit gewährt. Wie er aufgewachsen ist, was er durchlebt hat und wie stark ihn das beeinflusst hat. Hat nicht jeder Serienkiller so eine Vergangenheit? Trotzdem sind seine Passagen mit die interessantesten in dem Buch. Hier wurde sich Mühe gegeben und man erwartet ein super Finale, bei seinen dunklen Einflüssen.

Zunächst sieht es auch danach aus. Ein Vorfall verursacht eine Kettenreaktion, die das Übel wie einen Rattenschwanz hinter sich herzieht. Man fiebert mit und bekommt plötzlich übergangslos ein zweiseitiges Ende präsentiert, was überhaupt nicht passt und wie hingekritzelt wirkt.

Der Spannungsbogen ist in dem Buch deutlich sichtbar und zieht sich durch das ganze Buch. Leider überträgt er sich nicht auf alle Figuren. So gehen die Täuschungsmanöver, wer der Täter ist, recht daneben und auch Maja kann das Leserherz nicht erobern. Sie ist quasi der weibliche Gegenpart zu den Klischeeermittlern, die eine traurige Vergangenheit haben, sich betrinken und im Selbstmitleid ersaufen. Abgesehen davon läuft ihr Konrad den Titel sowieso ab. Zwar wirkt er nicht immer glaubwürdig mit seinem seltsamen Hobby, dennoch gibt er die Richtung vor und nicht die Rechtmedizinerin.

Mit dem Schreibstil hatte ich ebenfalls so meine Probleme. Zum einen wirkt alles leicht arrogant und erhaben vom Wortlaut her und zum anderen werden zwei Fälle aufgegriffen, die immer noch in den realen Medien auftauchen beziehungsweise noch nicht einmal abgeschlossen sind. Der Unterton dabei war überhaupt nicht meins. Auch wenn man es auf die bösartigen Gedanken des Killers schieben könnte, fand ich es unangebracht. Ich werde die Fälle hier nicht benennen, das soll jeder selbst herausfinden. Sie werden deutlich benannt.

Alles in allem war ist sehr enttäuscht von dem Buch. Es ist zwar ein Serienauftakt und man kann sich denken welche Fakten wieder aufgegriffen werden, dennoch bin ich nicht daran interessiert es weiterzuverfolgen. Ich konnte mit keiner Figur so richtig warm werden, was ich schade fand, da die Idee und der Auftakt in das Buch sehr gut und vielversprechend klangen. Mich hat lediglich die Neugierde davon abgehalten, das Buch abzubrechen. Wäre das Ende zum Beispiel anders und besser gewesen, würden hier sicher mehr Punkte in der Gesamtbewertung stehen.


VÖ: August 2014 / Verlag: blanvalet / Genre: Psychothriller / Serie: Serienauftakt

4 thoughts on “|Crime| “Bluttänzer”

  1. Nicht nur der TTT dient dem Entrümpeln, sondern auch so manch eine Rezension! Wollte das Buch mir eigentlich gekauft haben, aber das lass ich dann mal bleiben!

  2. Naah, einer muss noch! ;) Ach schade… Hatte so auf den Schauplatz gesetzt! Das Buch liegt ja nun auch schon hier bei mir, ich bin mal gespannt und schaue, wie es auf mich wirkt!

    1. Ich bin hier auch auf deine Meinung gespannt!
      Ich hab mich hier innerlich einfach nur aufgeregt und als ich ruhiger wurde versemmelt die Autorin auch noch das Ende :(

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