Wir hatten die Opferung, die Monster und wo sind die Häuser? Stets beliebt in Horror oder dunklen Thrillern sind die unheimlichen Häuser. Sei es durch die Optik, ihre Aufgabe oder die Gräultaten, die darin verübt wurden und werden. Allein ihr Anblick versetzt so man einen bereits in unheilvolles Grauen und lässt einen erstarren. Ob es bei diesem Haus auch so ist? Oder ist das Mordhaus nur eine Fassade, ein Theaterstück der Grausamkeit?

“Das Mordhaus” ist ein Reihenauftakt um den Ermittler Tomas Ratz. Er musste erst vor kurzem einen schweren Unfall verkraften, bei dem seine Frau und Tochter tödlich verunglückt sind. Dennoch möchte er keine Auszeit nehmen und stürzt sich in Arbeit. Kennt man. Arbeit lenkt ab und man kommt daheim im stillen Kämmerchen nicht auf dumme Gedanken und fällt in kein Loch. Trotzdem sollte man so etwas schleunigst aufarbeiten und nicht all zu lange in sich hineinfressen.

Ratz macht das nicht. Was er bei dem aktuellen Fall deutlich zu spüren bekommt. Eine Mutter wird kahl geschoren, komplett enthaart und blutleer auf einem Kinderspielplatz gefunden. Zu ihren Füßen liegt ihre Tochter. Ebenfalls haarlos und ohne Herz. Fein drapiert und für jederman sichtbar. Wer macht so etwas? Und warum? Ein Mord aus Leidenschaft? So sieht es zumindest aus. Während man anfängt zu suchen und ermitteln, gibt weitere Opfer. Wieder eine Mutter und ihre Tochter.

“Die Mutter musste der Täter ganz klar zuerst getötet haben, damit er das Kind in ihrem Blut ertränken konnte.” (S.66)

Makabere Details kommen ans Tageslicht. Zeitgleich beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn der Mörder scheint Gefallen an seinen Taten zu finden und mordet weiter. Sehr creepy und spannend zugleich. Die ganze Zeit klebt man an den Lippen des Ermittlern und seiner neuen Kollegin. Sofern dieser nicht plötzlich anfängt sie anders wahrzunehmen. Die beiden sind sich nämlich nicht ganz koscher. Diana, frisch an seiner Seite, ist quirlig, hübsch und stets figurbetont angezogen. Sie mag naiv wirken, das ist sie allerdings nicht im geringsten.

Das “Gerangel” der beiden hat mich anfangs nicht gestört. Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, hört man ständig Tomas Gedanken und kann sie wirklich verstehen. Nur irgendwann… werden diese Gedanken anders und einen Augenroller konnte ich mir nicht verkneifen. Zum Glück bleibt der Fokus auf dem Fall selbst. Die Autorin versucht einen geschickt in die Irre zu führen und legt mehrere blutige Brotkrumenspuren, aber nöpe, da bin ich nicht drauf reingefallen. Gab für mich nur zwei Optionen und eine hat sich später bestätigt.

“Manuela schloss die Augen und merkte, wie ihr Leben aus ihr floss. Sie wünschte sich, endlich aus diesem verfluchtem Albtraum aufzuwachen und in ihr Kiseen weinen zu können, doch das geschah nicht.” (S.93)

Der Schreibstil ist unterhaltsam und flüssig. Ich kenne Moe Teratos bereits “Der Leichenkünstler*” von ihr und war dort von der Grausamkeit beeindruckt, die nie überspitzt und trotzdem intensiv dargestellt wird. Gleiches erlebt man im Mordhaus. Über alle aufgegriffenen Klischees kann ich leider nicht hinwegsehen. Am Ball bleibe ich dennoch. Reihen entwickeln sich. Charaktere entwickeln sich und Ratz hat sich einfach zu derb eingebrannt.

Trotz meiner Kritikpunkte möchte ich das Buch jedem, der böse und blutige Thriller, mit einem feinem Plot mag, ans Herz legen. Zartbesaitet Gemüter sollten vorsichtiger vorgehen. Wenn du also keine Ausweidungen lesen kannst, Blut für dich Teufelszeug ist und kranke Gemüter dich verstören: Finger weg! Das trifft nicht zu? Dann unbedingt reinschauen!

“Das Mordhaus” ist ein gelungener Serienauftakt mit kleinen Schwächen.
Das Buch berichtet über tiefen Seelenschmerz.
Es unterhält durchweg und zieht einen mit seinem Stil in den Bann.

halloween

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Genre: Thriller, extrem / VÖ: August ’18 / Verlag: Redrum Verlag* / Serie: Serienstart

Homepage der Autorin: moe teratos*

#Halloween

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