Eine Reihe blutiger Vorfälle versetzt das verschlafene Nest Whispertal in Angst und Schrecken. Als es erste Todesopfer gibt, bricht unter den Bewohnern Panik aus.

Der Landarzt Nordström versucht auf eigene Faust den Geschehnissen auf die Spur zu kommen. Doch er legt sich mit den falschen Leuten an und wird zum Gejagten. Die Welle der Gewalt breitet sich unaufhaltsam aus und die Polizeichefin Betty Jäger beginnt zu ermitteln. Dabei riskiert sie mehr als einmal ihr Leben, um Nordström aus der Schusslinie zu bringen. [Scylla Verlag]

Klingt der obige Text nicht interessant?
Etwas Unheimliches sorgt für Panik. Man fürchtet sich vor neuen grausamen Taten und ein Landarzt will sich dem entgegen stellen. Für Ruhe und Sicherheit sorgen. Doch scheinbar lässt man ihn nicht seine gute Tat vollbringen. Auch wenn die Chefin der Polizei selbst ihm unter die Arme greift. Ein Duo, welches sicher auf ihre ganz eigene Art und Weise der Unruhe Herr werden würde. Was hat mich also dazu gebracht, dieses Buch nach knapp 100 Seiten abzubrechen?
Nun, ein wichtiger Punkt ist die Ursache für die Todesfälle.

Man lernt direkt auf den ersten Seiten den Arzt Nordström kennen. Er spricht aus der Ich-Perspektive zum Leser. Das ist eine Erzählform, die ich eigentlich sehr gerne mag. Da sie einem die Charaktere noch näher bringt.
Wie so üblich auf dem Lande, ist Nordström Mädchen für alles und wird zu einer Notsituation gerufen. Eine schwangere Frau liegt in den Wehen und der zuständige Arzt ist nicht erreichbar. Widerwillig macht er sich auf den Weg. Unterwegs sitzt plötzlich ein Hund mitten auf der Straße und bewegt sich keinen Zentimeter vom Fleck. Umrunden kann er ihn nicht und seinem jungen Begleiter will er nicht zumuten den Hund zu überfahren. Also steigt er aus und will ihn auf diese Art verscheuchen. Hätte er das mal nicht getan. Der Hund hat Tollwut und wie das nun mal in solchen Momenten ist, greift er den armen Mann zähnefletschend an. Es folgt eine Rangelei, die mit viel Blut und dem Überfahren des Hundes endet. Ihm blieb jetzt ja nichts mehr anderes übrig. Durch den folgenden Arztalltag, gerät der Vorfall schon fast wieder in Vergessenheit. Wären da nicht die seltsamen Meldungen und Vorfälle der kommenden Stunden, die ihm zeigen, dass dieser Hund im Wald kein Einzelfall war.

Die Tollwut ist also ein wichtiger Punkt. Viele Menschen sterben durch kranke Hunde, die nur noch Rot sehen. Kurze Zeit spät sind auch Menschen von der seltsamen virusartigen Krankheit befallen und das Morden geht weiter. Das ist etwas, was mich Null interessiert oder gar mitreißen kann. Tollwütige Tiere, die ihre Umgebung zerfleischen, ein Virus, der auf die Menschen übertragen werden kann und mittendrin zwei einsame Helden. Hätte ich gewusst, dass der Fokus so stark auf dieser Tollwut liegt, hätte ich das Buch nicht angefragt. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer.
Neben der Ursache, störte mich noch die Namensgebung der Figuren. Alle klingen wie aus diversen Filmen und Serien entsprungen – was wohl auch Absicht des Autors war – leider wirken die Namen, wie Betty Jäger, Norbert Baumeister, Pfarrer Shooter oder Larissa Bengs eher amüsant als ernsthaft. Es ist keine klare Linie erkennbar, wo die Charaktere herkommen. Da die Stadt fiktiv ist und es kaum Anhaltspunkte gibt, weiß man nicht, ob man sich nun in Deutschland, Schweden, den USA oder in einem anderen Land aufhält. Zumeist orientiert man sich hier an den Namen, was hier nicht möglich ist und somit ist man verunsichert.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Erzählstil. Es kommen viele Dialoge vor, die das Tempo vorantreiben. Allerdings wirkt alles abgehackt und emotionslos. So kommen Satzanfänge wie: Ich sehe, Ich rufe, Ich ziehe, Ich blicke, Ich laufe – zeitweise so oft hintereinander auf einer Seite vor, dass sie einem förmlich ins Auge springen. Auch der angewendete stakkatohafte Stil, der mir in geringer Form eigentlich nichts ausmacht, kommt viel zu steif herüber. Er bremst den Lesefluss mehr aus, als dass er die Spannung oder das Interesse an der voranschreitenden Handlung anschürt.
Alles zusammen führte dazu, dass ich dieses Buch abbrechen musste und mich nicht weiter durch die eng bedruckten Seiten quälen wollte. Es ist schade um das Buch und schade um die Mühen der Mitarbeiter von blogg dein Buch, die sich darum gekümmert haben, dass das Buch endlich bei seinen Lesern ankommt. Da der Verlag fast einen Monat lang die Lieferung hinausgezögert hat.

Letztendlich bin ich sehr enttäuscht gewesen, da der Klappentext äußerst vielversprechend klang und ich gerne unbekannteren Autoren, sowie Verlagen eine Chance gebe. Weil ich die folgenden Seiten nach meinen Abbruch nur noch überflogen habe, kann ich zum finalen Ende nichts sagen. Aber man kann sich denken, wer auf jeden Fall die ganze Tollwut-Phase überlebt.
Mich konnte das Buch nicht in seinen Bann ziehen und somit auch nicht überzeugen.


Genre: Thriller / VÖ: Mai 2015 / Verlag: Scylla Verlag / Serie: Einzelband / Region: Whispertal (Europa)

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