„Du wirst jetzt schwimmen lernen“, sagt er. „Schwesterlein muss schwimmen können, sonst stirbt sie.“

Bergen in Norwegen. Merette Schulman liebt ihren Beruf als Psychologin – bis sie an Aksel gerät, einen eindeutig soziopathisch veranlagten Patienten. Nicht nur, dass er gesteht, bereits als Vierzehnjähriger
seine Stiefschwester getötet zu haben, er scheint auch Merettes Tochter Julia nachzustellen. Als deren Freundin Marie spurlos verschwindet und Merette herausfindet, dass in Aksels Umfeld weitere mysteriöse
Badeunfälle geschahen, gerät sie in Panik. Die Opfer waren immer junge Mädchen – wie Julia und Marie. [Aufbau Verlag]”

Meine Meinung:

Nachdem ich überraschend Band zwei zu dieser Reihe zugeschickt bekam “Töte ich, dann darf sie leben”, musste ich mir natürlich erst einmal den Vorgänger holen. Das Cover hatte mich schon in der Verlagsvorschau angesprochen, doch ich war mir immer unschlüssig gewesen, ob das was für mich ist.
Besonders der Handlungsort lies mich zögern. Deutsche Autoren, die alles in Norwegen spielen lassen? Würde das genauso wirken, wie bei den skandinavischen Kollegen?
Nun habe ich es endlich gelesen und war angenehm überrascht. Es lässt sich flüssig lesen, man ist fix drin im Geschehen und auch die Figuren sind gut ausgebaut. Von langatmigen Passagen keine Spur.

Vor allem Aksel, der der Hauptverdächtige ist, wirkt sehr glaubhaft mit seiner kranken Welt die in seinem Kopf herrscht. Einzig die Mutter/Tochter-Konstellation fand ich zeitweise etwas naiv und zugleich paranoid (was vor allem der Mutter Merette zu verdanken ist). Auch die Familienverhältnisse, dass der Ex-Mann von Merette zufällig bei der Polizei gearbeitet hat und scheinbar nie dort komplett ausgetreten ist. Waren mir etwas zu viel Zufall.

Dennoch war es gute Unterhaltungslektüre. Die Autorin versuchte immer wieder einen auf andere Fährten zu locken. Für mich waren sie zu offensichtlich, daher bin ich gedanklich gar nicht drauf eingegangen, sondern hab mich auf “meinen” Verdächtigen konzentriert. Trotzdem war sie sehr geschickt dabei und hat selbst die Figuren das skeptisch aussprechen lassen, was man als Leser unweigerlich dachte.
Am Ende läuft alles auf ein großes dramatisches Finale hinaus. Da wurde nochmal kräftig auf die Tränendrüse gedrückt.

Am liebsten war mir übrigens ein alter Opi, der immer auf die Deutschen schimpfte. Den konnte ich mir sehr lebhaft vorstellen, wie er mit seinem Krückstock, wild gestikulierend auf Merette einsprach und versuchte sie zu verscheuchen.

Fazit:

Gut lesbare Abendlektüre, in die man sich schnell vertiefen kann. 
Leider sticht sie aber auch nicht aus der Masse hervor oder besticht durch besondere Charaktere, die einem dauerhaft im Gedächtnis bleiben. Ich werde trotzdem den zweiten Teil lesen, denn das Drama geht natürlich weiter! Aksel bricht nämlich aus und macht erneut Jagd auf die Tochter von Merette.


Genre: Thriller / VÖ: September 2015 / Verlag: Aufbau Verlag / Serie: Serienauftakt / Region: Norwegen

2 thoughts on “|Crime| “Schwesterlein muss sterben”

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