das feld des regenbogens,  Inio Asano, manga, comic

»Du musst einen starken Willen haben. Einen unglaublich starken Willen.«

Inhalt:

“Das sogenannte Regenbogenfeld hinter der Grundschule lockt jeden an. Sei es Frau Sakaki, die nur einer Schülerin helfen will und sich dabei schwer verletzt, Suzuki, der sich nicht von seiner verzauberten Blechdose trennen kann und sich einfach nur wünscht, dass die Welt untergeht, oder Arie, die besessen ist von der Vorstellung eines dort hausenden Ungeheuers.”

Meine Meinung:

Nach “Das Ende der Welt vor Sonnenaufgang” ist das nun mein zweites Buch von Inio Asano und ich kann nur wieder bestätigen, dass man mit diesem jungen japanischen Mangaka nichts falsch machen kann. Er entführt einen in reale Welten. In Welten, die sie jeder schon mal erlebt, gehört oder gesehen hat. Immer mit einem Touch des ungewöhnlich Schaurigen versetzt.

In diesem Fall geht es um drei Kinder: Suziki, Komatsuzaki und Arakawa.
Zu Schulzeiten gingen die in die gleiche Klasse, kamen auch aus einer ähnlichen Wohngegend und dennoch sind ihre Einflüsse komplett unterschiedlich. Sowie deren Einfluss auf ihr kommendes Leben. Glaub man zu wissen, wie es für jeden der Drei weiter geht. Zeigt einem Asano, dass man sich hier gehörig täuschen kann.

Anfangs sieht man einen kurzen Mix aus zwei Momentaufnahmen. Man kann mit den Worten und Szenen nicht wirklich etwas anfangen, speichert sie gedanklich aber schonmal ab. Direkt danach folgt der Cut in die Vergangenheit “Elf Jahre zuvor”. Man sieht Schulkinder, die andere Mitschüler derbe mobben und ihren Spaß daran haben. Das geht soweit, bis ein Kind verschwindet.

Mittendrin werden eben jene drei – oben genannten – Kinder groß. Ihr Alltag ist von Hass, Misstrauen, Vergewaltigung, Skepsis, Naivität und ein wenig Liebe geprägt.
Ja, das klingt depressiv und traurig. Trotzdem zieht einen das Buch nicht runter, sondern eher in seinen Bann. Denn es gibt ja noch die Schmetterlinge, die regelmäßig einen sanften Zauber über die Ereignisse legen und die Gesichter strahlen lassen. Bis zu jenem Moment, wo man sich bewusst wird, was diese kleinen Flattermänner unter anderem symbolisieren.

Zeichenstil:

Weich, sanft, traumhaft. Anders kann ich ihn gar nicht beschreiben. Anhand der kommenden Bilder, sieht man, was ich meine. Dabei heißt weich nicht immer gleich unschuldig. Böses wirkt durch den leichten Zeichenstil eher noch schauriger und drohender.

Details gibt es, und das nicht zu knapp, aber es ist auf gar keine Fall überladen. Im Gegenteil, die Szenen wirken realistisch und nicht wie aus einem fernen Universum.
Gleichzeitig arbeitet der Mangaka gelegentlich mit schwarzen Flächen. Immer dann, wenn man seinen Kopf anstrengen soll. Es ist als wenn man nach der vorherigen Szenen die Augen schließt, tief durchatmet und neu startet.

Charaktere:

Komatsuzaki ist ein negativ auffälliger Schüler, der besonders durch seine Gewalt regelmäßig Ärger bekommt. Als Erwachsener wirkt er herunterkommen und nachlässig seinem Leben gegenüber.
Suzuki wechselt regelmäßig die Schule und ist dadurch immer ungewollt ein Außenseiter. Als junger Mann, wirkt er sehr besonnen und in sich gekehrt.
Arakawa ist das Mädchen in der Runde. Sie ist unglücklich in einen Jungen verliebt, der ihre Zuneigung nicht teilt. Später wird sie eine hübsche junge Frau, die zufrieden mit ihrem Leben wirkt.

Was auf den ersten Blick nun recht klar aussieht, ist keineswegs so. Egal wie sehr man glaubt die drei Figuren zu kennen. Bei allen geschieht ein Wandel, der alles über den Haufen wirft, was man weiß und glaubt zu wissen.

Fazit:

Teilweise wird dieser Manga als Graphic Novel bezeichnet und ich finde, dass der das auf jeden Fall verdient hat. Es ist kein Buch, was man mal eben durchgeblättert hat. Hier lohnt es sich zu verweilen und sie mindestens zwei Mal zu lesen.
Die Geschichte lebt durch ihre Bilder und die zauberhaften Momentaufnahmen. Abseits der bunten schrillen Mangawelt, hat Inio Asano mal wieder eine Welt erschaffen, die hohen Hauptes daraus hervorsticht. Daher spreche ich auch eine klare Lesemepfehlung aus!


Leseempfehlung ab 16 Jahren!


 
 
weitere Meinungen:

Comic-Report
miss-booleana.de

“Asano, whose Solanin was nominated for the 2009 Eisner and Harvey comics awards (and which was made into a feature film in 2010), delves into disturbing territory with this Lynchian horror story, told in his unnervingly crisp and detailed panels. (fantagraphics)”


Originaltitel: Nijighara Holograph / Genre: Drama / VÖ: Nov 2013 / Verlag: Tokyopop

Serie: Einzelband / Region: Japan

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