writing friday

Es ist wieder ein Creative-Day!

Die letzten beiden Mal hat es einfach nicht geklappt. Hatte den Termin schlichweg verpeilt… aber heute bin ich wieder dabei! Diesmal habe ich mich für einen Text entschieden. Eine Gedankenwelt – ein Gedankenkarussell – in dem es unter anderem um eine gewisse Maja geht.

Die Aktion “Writing Friday” kommt von Elizzy und ich widme mich heute folgender vorgegebener Ausgangslage:

> Schreibe den Anfang einer Geschichte, die mit dem Satz beginnt: Natürlich hätte man längst wissen können, dass Maja nicht die Wahrheit sagte.


Natürlich hätte ich längst wissen können, dass Maja nicht die Wahrheit sagte. Wie konnte ich auch nur so dumm sein. Man vertraut einem fremden Mädchen, was man gerade einmal zwei Stunden kannte, auch nicht seine intimsten Geheimnisse an. Es war der Alkohol gewesen. Es musste der Alkohol gewesen sein. Wieso sollte ich sonst so redselig gewesen sein. Oder…

Ich hielt kurz inne. Sammelte meine Gedanken und konzentrierte mich auf den Moment, wo wir uns auf einen weitere Runde Gin Tonic geeignet hatten. Hatte ich da nicht einen Blick gesehen? Ein zaghafter und dennoch sehr bestimmender Augenaufschlag zum Barkeeper? Dem jungen Mann hinter der Theke, der sie schon den ganzen Abend fleißig mich Getränken versorgte. Kannten die beiden sich etwa? War es ein geheimes Zeichen? Hatte man mir etwas in den Drink gemixt?

Mir wurde übel. Reflexartig hielt ich meine Hand an den Bauch. Spürte, wie er verkrampfte. Ich zwang mich dazu, tief durch zu atmen. Ich konnte jetzt nicht über den Teppich meiner Eltern kotzen. Es reichte, wenn Jack, der Hauskater, das regelmäßig tat. Obwohl ein paar Flecken mehr, würden auch nicht auffallen. Stopp! Böses Gedankenkarussel. Ich hatte gerade andere Sorgen. Ich hatte einer Frau etwas Privates anvertraut, weil ich glaubte, in ihr eine Seelenverwandte gefunden zu haben. Eine Vertraute. Eine Freundin. Wie ich mich doch getäuscht hatte.

Wütend schlug ich auf das Kissen neben mir ein. Hämmerte wild mit den Fäusten darauf und vergaß dabei völlig meine spontane Übelkeit. Dieses verfluchte Miststück. Man posaunt Geheimnisse nicht aus. Hatte sie etwa keine Erziehung genossen? “Verdammt!”, rief ich laut. “Das zahl ich dir heim!” Ich hörte das kleine Teufelchen in mir freudig aufjauchzen. Rache. Oh, welch feine Schandtat. Das wird ein Spaß. Lächelnd rieb es sich die Hände. Spürte, wie die Wut in meinen Adern bereits Rachepläne schmiedete, als ich plötzlich inne hielt.

“Ich würde mich auf das gleiche Niveau begeben…”, murmelte ich vor mich hin. Ich würde so reagieren, wie sie es gewollt hätte. Man würde sich an meiner Reaktion laben und sich ins Fäustchen lachen. Nein! Sie war schlauer. Diesen Gefallen würde sie Maja, nach der Schmach nicht machen. Der Tag war noch jung, ihr würde schon noch etwas einfallen, womit sie sich revanchieren konnte. Wie heißt es doch so schön: “Seine eigene Dummheit zu erkennen mag schmerzlich sein. Keinesfalls aber eine Dummheit.”


Was sagt ihr zu dem Text?

Ich selbst – ewiger Skeptiker – bin auf der einen Seite zufrieden, auf der anderen nicht und nein, ich verrate euch nicht das Geheimnis, was die unbekannte Dame dort ausgeplaudert hat :P


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