the nobody

Erneut ist ein Werk von Jeff Lemire in meine Hände geraten.

Inhalt:

In der kleinen Stadt Large Mouth ist nie viel los – bis Griffen auftaucht, ein Fremder, der von Kopf bis Fuß in Mullbinden eingewickelt ist. Getrieben von Neugier entdeckt ein einsames junges Mädchen namens Vickie die tragische Geschichte seiner Vergangenheit und des bizarren Unfalls, der ihn grausam entstellt hat. Aber verbergen die Bandagen mehr als nur Narben? Als sich eine Reihe von Verbrechen ereignet, wendet sich das ruhige Stadtvolk gegen Griffen, jagt ihn und droht, ein schockierendes Geheimnis zu enthüllen. [Klappentext]

Allgemeiner Leseeindruck:

Anfangs ist man genauso verwirrt, wie die Einwohner von Large Mouth. Die ihren Namen übrigens nicht einfach so trägt. Man klatscht, man tratscht und tuschelt hinter dem Rücken des Neulings. Aber ihn direkt ansprechen, das macht irgendwie niemand. Große Klappe und nichts dahinter. Dann lieber weiterhin dem tristen, aber geregeltem langweiligen Alltag zu Fuße kriechen. Nur eine junge Frau wagt sich an der Vermummten heran und baut eine seltsame und dennoch freundschaftliche Beziehung zu ihm auf.

Und, wer hätte es gedacht, natürlich ist dies nicht gern gesehen. Unruhe kommt auf, der pure Hass keimt in den Menschen heran und Vickie kommt währenddessen dem Fremden näher, als beiden lieb ist. Es gibt eben Geheimnisse, die man nicht zwanghaft ans Tageslicht zerren sollte. Dabei liegt der Fokus die ganze Zeit auf der Qual und den Leiden des Unbekannten.

Der Zeichenstil:

Was direkt auffällt sind die Farben: Blau und Schwarz. Nicht bunt. Nicht reines Schwarz und Weiß, nein, der Autor hat sich für Blau-Weiß-Schwarz entschieden. Das gibt dem Ganzen etwas Unscharfes, Unfertiges und zugleich Kaltes. Seinem Zeichenstil bleibt Jeff Lemire dagegen treu. Etwas skizzenhaft, scharfe Kanten und dennoch recht detailreich.

Meine Abschlussworte:

Mit diesem Werk erklimmt Jeff Lemire nicht den Berg der Künste, dennoch unterhält die Geschichte erstaunlich gut und zieht einen sofort in den Bann. Wenn man anfangs noch nicht ahnt, wohin alles führen wird, so wird die Handlung immer tiefsinniger und emotionaler, um dann in einem großen Höhepunkt zu enden.

Der Comic basiert inhaltlich auf der Romanvorlage “Der Unsichtbare” von H.G.Wells. Da ich selbst dieses Buch bisher nicht gelesen habe, kann ich keine Vergleiche herstellen.


Empfohlen ab 14 Jahren


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Genre: Comic [Graphic Novel] / VÖ: Januar 2013 / Verlag: Vertigo / Serie: Einzelband

erhältlich bei: hugendubel

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