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“Die schönsten tschechischen und slowakischen Märchen”

In den kommenden Tagen werden Conny* und Ich einige Märchen vorstellen. Nein, das ist kein komischer Traum. Wir haben tatsächlich liebe flauschige Märchenbücher aus aller Welt und Kulturen gewälzt und möchten diese nun einmal vorstellen. Wer allerdings glaubt Märchen seien stets rosig, der hat noch nie ein Original gelesen. Es sind quasi die Vorreiter der heutigen Krimis und Horror-Romane *händereib*. Aber lasst euch von mir nichts erzählen, urteilt einfach selbst *verstreut feenglitzer* Muhahaha!

tschechische märchen

Tschechische Märchenverfilmungen laufen ab heute im Fernsehen rauf und runter. Ich bin quasi mit ihnen aufgewachsen. Allen voran “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel”. Geschrieben hat es die Schriftstellerin Božena Němcová. Sie gilt als eine der bedeutesten Märchenschreiberinnen und Sammlerin aus Tschechien. Sie hatte sich zu Lebzeiten stets um ein selbstständiges Leben bemüht, was 18.Jahrhundert gar nicht so einfach war. Letztlich verstarb sie 1862 nach schwerer Krankheit und verarmt in Prag. Ihr Grab kann dort heute noch besucht werden.

Die meisten Märchen aus diesem Buch stammen von ihr. Aber auch ein paar Herren gesellen sich dazu: Karel Jaromir Erben, Pavol Dobsinský und Samuel Czambel und ein paar mehr. Alle sind im Nachwort mitsamt ihren kurzen Hintergründen aufgelistet. Für mich das einzige Manko an dem Buch: Die Schreiberlinge stehen nicht direkt unter dem Titel. Wer also wissen möchte von wem eine Erzählung explizit stammt, der muss kurz recherchieren.

“Die Frau eines Schusters briet zwei junge Tauben, eine für sich und eine für ihren Mann.” (S.17)

Zahlreiche Geschichten drehen sich um banale Dinge aus dem Alltag. Sei es ein Essen gepaart mit einer Lüge, aus der sich eine kleine Konfliktsituation ergibt. Die Mutter, die Angst hat, dass ihre hässliche Tochter nicht vermählt wird und somit die hübschere in die Kälte schickt, damit sie stirbt. Oder schlichtweg der Hunger, der zu Diebstahl verleitet und über Rätsel und kluge Worte wieder gelöst wird.

“Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter, Agnes, Ludmila, und Maruschka, die er wie sein Augenlicht liebte.” (S.55)

Aber auch die Geschichten um Könige, Prinzessinnen, Prinzen, riesige Königreiche und Reichtum dürfen nicht fehlen. Die Moral ist bei jedem Märchen vorhanden. Einzig vom Inhalt und der Länge unterscheiden sich alle deutlich. So kann eine Erzählung über zehn Seiten gehen oder gerade mal eine Seite umfassen. Beides sagt jedoch nichts über die Aussagekraft aus. Muss ein tapferer Held oft zahlreiche Hürden mehrfach durchleben, ist die arme Bauersfrau etwas nüchterner und radikaler in ihrer Handlungsweise.

Wer sollte die Märchen lesen?

Jeder. Egal ob alt oder jung. Jeden Tag ein paar Märchen eingemummelt in der Lieblingsdecke lesen. Allein oder gemeinsam. Für mich war ein vor allem ein “In Erinnerungen schwelgen”, da ich die meisten – mir bekannten – Märchen zuletzt vor über 15 Jahren gelesen habe. Wer noch gar nichts aus dieser Richtung gelesen hat, sollte es schleunigst nachholen!

Ein paar Titel daraus:

Das Sonnenpferd / Das goldene Spinnrad / Von den zwölf Monaten / Die Reise zur Sonne / Goldhaar / Drei Haselnüsse für Aschenbrödel / Prinz Bajaja / Vom Schafhirten und dem Drachen


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Eckdaten:
26 Märchen auf 170 Seiten /
Illustrationen vor jeder einzelnen Geschichte (Schwarz/Weiß)
Bild und Heimat Verlag aus Berlin > Verlagsseite
Božena Němcová > mehr Infos auf wiki*