Irische Märchen

*Eine Märchen-Weihnachtsaktion gemeinsam mit Conny*.

Das nächste Märchenbuch scharrt bereits ungeduldig mit den Füßen und möchte endlich vorgestellt werden. Daher hab ich es auch brav einem Buch-Kollegen vorgezogen, der aus einem weit entfernten Land kommt und eh eine lange Anreise vor sich hat. Die Iren waren halt etwas schneller gewesen!

Dieses Buch basiert auf den Irischen Volksmärchen. Es ist also kein reines Feen oder Elfenbuch. Dafür gibt es eigene Ausgaben. Stattdessen findet man hier eine Fülle an Geschichten, die seit Jahrhunderten gesammelt werden. Tapfere Ritter, die um die Ehre oder eine Frau kämpfen. Mutige Frauen, die ihre Meinung durchsetzen wollen, meist um Männer zu beraten oder gar zu verwirren. Aber auch mystische menschliche Wesen, die so manch einen vor dem sicheren Tod bewahren.

“Nun also”, meinte Diarmuid, “wenn Fionn und die fenier nach Hause kommen, sind wir beide davongelaufen und Sadhbh ist ertrunknen. Das ist eine traurige Kunde, die sie erwartet. Ohne Zweifel werden sie erbittert sein und uns verfolgen. Und nicht lange, so haben sie uns eingeholt und schlagen uns dann den Kopf ab. Wenn du meinem Rat folgen wolltest, bliebest du zu Hause.” (S.47)

Was einem direkt auffällt, sind die Namen. Automatisch formt sich im Kopf eine Formulierung, ein Klang zusammen. Folgt man dann dem Sternchen, der bei zahlreichen Eigennamen zu einer Fußnote führt, wird man komplett überrumpelt. Natürlich werden die Namen komplett anders ausgessprochen. Wer sich einmal mit der irischen (Aus)Sprache beschäftigt hat, weiß wovon ich rede. Man kann diesen Aspekt als ein zusätzliche Abenteuer ansehen und direkt ein paar irische Namen lernen.

Kaum hat man sich auf dieses zusätzliche Abenteuer eingelassen, fällt einem ein weiterer Punkt auf, der die Märchen von anderen unterscheidet. Bei zahlreichen Märchen werden Orte, Regionen, Gesteine, Ruinen und Burgen beschrieben, die dank dieser Geschichte ihren Namen erhalten haben. Ob diese wahr sind oder lediglich zur Unterhaltung beitragen sollen, kann jeder selbst durch eine kurze Suche herausfinden. Es macht auf jeden Fall Spaß diese Anekdoten zu lesen.

“Hier verlor sie ihre Brustnadel und machte sich bei dem Ort ein Merkmal, um sie wiederfindne zu können: sie errichtete einen Wall. Danach heißt er bis auf den heutigen Tag “der Wall der Busennadel”. (S.45)

Die irischen Märchen sind kurz gehalten oder ziehen sich umfangreich über mehrere Seiten und Jahre. Zeitweise baut sogar ein Märchen auf das vorherige auf. Charaktere, die man kurz vorher beobachten konnte, kommen in einer weiteren Geschichte zu Wort. Zeitgleich singt man gerne oder spricht Reime. Das lockert die Handlung immer etwas auf.
Inhaltlich geht es zu, wie in anderen Märchen: Es gibt einen Vorfall – einen Auslöser – auf dem die komplette Handlung aufgebaut wird. Nicht immer gibt es eine Moral, manchmal erfährt man lediglich, dass dieser Ort nun deshalb eben so heißt.

Wer sollte die Märchen lesen?

Jeder der Irland liebt und das Flair das Landes hautnah erleben möchte. Ich hatte zeitweise wirklich das Gefühl mich auf den rauen Felsen und grünen Wiesen und Wäldern zu befinden, stets den kühlen Wind in den Haaren. Aber auch neugierge Leser, die über den Tellerrand hinausschauen wollen. Das Alter spielt dabei keine Rolle. Es wird genauso geheiratet, verraten, betrogen und gemordet, wie in anderen Märchen.

Ein kleines Manko gibt es: Es ist leider kein Inhaltsverzeichnis vorhanden.

Ein paar Titel daraus:

Der “große Rote” / Die Geschichte von Diarmuid und Gráinne / Die drei Hemden aus Wollgras / Seághans Geschichte / Der Ritter mit dem finsteren Lachen / Der Berg der lichten Frauen


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Eckdaten:
38 Märchen auf 352 Seiten (Teil einer Sonderausgabe)
Anaconda Verlag aus Köln> Verlagsseite
Hrsg. Käte Müller-Lisowski


2 thoughts on “|Aktion| “Fairy Tales to tell on Christmas Eve” #3

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