Drei Bücher, drei Meinungen – dreimal Japan eben! Mit wenigen Worten, möchte ich diese Bücher einmal kurz vorstellen.

Der weiße Buddha

von Hitonari Tsuji

VÖ: 2008 bei Piper

Themen: Tod, Verlust, Krieg, Familie

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Minoru liegt im Sterben. Seine Familie ist um ihn herum versammelt. Er spürt das Ende nahen. Lässt sich fallen. Cut. Wir begeben uns in seine frühste Kindheit. Unbeschwert genießt der das Leben und kommt recht früh mit dem Tod in Berührung. Die Insel auf der er lebt bekommt den zweiten Weltkrieg, der sich mit großen Schritten nähert, kaum mit. Zu dem Zeitpunkt, wenn er dann da ist, ist er dann bereits erwachsen, hat Freunde, Freundinnen, Familie und Kinder sterben sehen.

Der Tod ist allgegenwärtig. Warum leben wir? Leben Seelen bereits verstorbener in uns? Was passiert nach dem Tod? Was ist der Sinn? Mit all diesen Themen beschäftigt sich das Buch auf eine sanfte Art und Weise, die einem schwer und leicht zugleich ums Herz werden lässt. Wer Probleme mit den Thematiken hat, sollte nicht zu dem Buch greifen. Ansonsten lohnt sich ein Blick. Das Leben eines Mannes, der den Tod als stetigen Begleiter wahr nimmt und seine ganz eigenen Theorien hat.

Bis nächstes Jahr im Frühling

von Hiromi Kawakami

VÖ: 2013 bei dtv

Themen: Ehe, Trennung, Beziehungen

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Noyuri wird nach sieben Jahren Ehe klar gemacht, dass ihr Ehemann eine Affäre hat und das nicht erst seit gestern. Wie vor den Kopf geschlagen taumelt sie weiter durch das Leben. Trifft sich mit Bekannten, sucht sich einen neuen Job und versucht es zu verarbeiten. Dann sind da diese Anrufe. Das Schweigen in der Leitung. Auch nach dem Umzug. Was hat das zu bedeuten? Beim Lesen wird einem schnell klar: Noyuri will nicht loslassen. Eine Scheidung kommt für sie nicht in Frage.

Das trifft ihren Mann. Mehr, als er sich eingestehen will. Ein gutes Zeichen? Zu spüren bekommt sie das jedenfalls nicht, eher weitere Abneigung und Abstand. Doch sie bleibt stur. Warum, fragt man sich als außenstehende Person. Wieso lässt sie ihn nicht ziehen? Wieso beutelt sie sich selbst? Welchen Sinn hat das? Es ist die Liebe, die man spürt. Zaghaft, aber sie ist da. Sie liebt ihren Mann und kämpft um ihn auf ihre ganz eigene Art und Weise, die mich anfangs verwirrt und später berührt hat.

Zuflucht im Teehaus

von Sujata Massey #Bd.2

VÖ: 2000 bei Kabel

Themen: Ausländer, Diebstahl, Sprachbarrieren, Familie

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Rei Shimura ist auf die Antiqutäten gekommen! Zusammen mit ihrem Mann lebt sie in Tokio und verdient sich mit alten Möbeln etwas (gutes) Geld hinzu. Doch sie fällt auf einen Betrüger rein und um aus dem Schlamassel herauszukommen deckt sie eher unfreiwillig ein Netz des Betruges auf oder besser gesagt, sie rutscht voll hinein und muss aufpassen sich nicht noch mehr zu verfangen.

Hinzukommt, dass der Bruder ihres Mannes zu Besuch kommt und den Hausstand auf den Kopf stellt. Nirgendwo hat sie noch Ruhe. Dabei will sie doch eigentlich nur ihr Geld zurück und eine Kundin glücklich machen. Wenn es so einfach wäre … Wie in Band 1*, werden auch hier viele japanische Begriffe und Gepflogenheiten mit eingeflochten, die einem Japan aus Sicht eines Gaijin sympathisch näher bringen.


Passend zum Japanuary* lese ich viele Bücher japanischer AutorInnen. Da viele davon recht kurz sind (um die 300 Seiten), sind die entsprechend schnell verschlungen. Natürlich gibt es auch dicke Schinken. Die werde ich in dem nächsten “Dreimal Japan” vorstellen.


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