|Film| „Nippon Connection 01-26“

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Das 26. Nippon Connection Filmfestival fand vom 02. bis 07. Juni 2026 in Frankfurt a. M. statt.

Shades of Reality – Between Truth and Fiction

Für mich war es dieses Jahr das 6te Mal, dass ich Filme auf der Nippon Connection geschaut habe (die digitalen Jahre inkludiert). Von daher ist es quasi ein „ankommen“, sobald die ersten Werbebanner gesichtet werden und sich die Füße dem main spot des Events langsam nähern. Umso schöner fand ich, dass sich die Auswahl in der Rubrik Essen und Events dieses Jahr vergrößert hat.
Der Schwerpunkt lag diesmal auf „Shades of Reality„. Ein äußerst interessantes Thema, was mit zahlreichen Interpretationen in den Filmen aufgezeigt wurde.

Neben den ganzen Verleihungen und Deutschlandpremieren, gab es zum ersten Mal den Nippon Animation Shorts Award. Gezielt für die Nachwuchsförderung.
Und als Ehrengast und Nippon Rising Award Trägerin, war die Schauspielerin Anna Yamada in Frankfurt. Mir bekannt aus „Golden Kamuy“. Hier präsentierte sie u.a. den Film „New Group“.

Es folgende alle geschauten Filme. Die Reihenfolge folgt keinem Ranking.


5 centimeter per Second (2025)

Rubrik: Nippon Cinema
Regie: Yoshiyuki Okuyama
Länge: 121 min
★★★★✰ (4)

Inhalt
Takaki hat einen guten Job, lebt in einer langjährigen Beziehung und dennoch wirkt er nicht glücklich. Er ist verschlossen und lässt kaum jemanden an sich ran.
Der Grund könnte in seiner Vergangenheit liegen. Über seine Jugendliebe Akari ist er nie wirklich hinweggekommen. Ob es an der überstürzten Trennung lag? Der Hoffnung und den Versprechungen, die nie erfüllt wurden?

Fazit
Als Vorlage dient der gleichnamige Anime. Ein emotionaler Film, von knapp einer Stunde Länge, der einen aufgewühlt zurücklässt. Somit hatte ich eine gewisse Erwartungshaltung an die Realverfilmung.
Ich hatte dennoch absichtlich den Anime erst danach erneut geschaut.
Beide Filme wühlen auf. Sie berühren und zeigen, wie hart eine intensive Liebe das Leben beeinflussen kann. Gleichzeitig ist schön zu sehen, wie unterschiedlich Menschen nach Trennungen damit umgehen. Diese Folgen sind vor allem im Realfilm fokusiert zu sehen. Zwar brauchte ich etwas länger um reinzukommen, am Ende packte mich die zweistündige Version von Yoshiyuki Okuyama ebenfalls.
Sehenswert.

All Greens (2025)

Rubrik: Nippon Cinema
Regie: Takashi Koyama
Länge: 119 min
★★★★✰ (3,5)

Inhalt
Die drei Schülerinnen Hidemi, Mako und Milk sind keine Freundinnen auf den ersten Blick. Alle haben ihre eigene Nische, in der sie sich wohlfühlen. Schnittstellen zueinander gibt es quasi keine. Dann ist da dieser Monat auf einer Straßenkreuzung. Mitten in der Nacht. Ein laut ausgesprochener Gedanke und plötzlich sind sie ein Team. Ein Team, was Geld braucht und dazu Cannabis anbaut. Auf dem Schuldach. Getarnt als Gartenclub. Probleme? Was für Probleme, könnten DA wohl auftauchen?

Fazit
Im Vorschautext werden Themen, wie Sexismus, häusliche Gewalt und fehlende Perspektiven angesprochen. Ein schwerer Brocken, der Dank der Hanfsamen bald Vergangenheit sein könnte. Genau die bringen Lockerheit und Witz in dern Film, die seinen Charme ausmachen.
Für meinen Geschmack hat die Geschichte mittig einen kleinen Hänger, bevor sie am Ende erneut anzieht. Ich habe dem Trio gern zugeschaut. „All Greens“ ist ein feiner Mix aus Zukunfsängsten und Hoffnungen, die das Leben lebenswert machen.
Sehenswert.

The Last Blossom (2025)

Rubrik: Nippon Animation
Regie: Baku Kinoshita
Länge: 90 min
★★★★✰ (3,5)

Inhalt
Der ehemalige Yakuza Akutsu liegt im Sterben. Im Gefängnis. Allein. In einer Einzelzelle. Okay. Fast allein. Eine Balsam-Pflanze (Balsamkraut) steht bei ihm. Spricht mit ihm. Ja, sie redet. Mit einer ordentlichen Portion Zynismus kommentiert sie seine Gedanken auf dem Sterbebett.
Ein Blatt nimmt sie auf jeden Fall nicht vor den Mund und hält dem alten Mann sein trauriges Leben vor Augen. Aber war es wirklich so traurig? Oder kommt es lediglich auf die Perspektive an?

Fazit
Tatsächlich hat der Yakuza ein richtig gutes Leben gehabt. Mit Frau und Kind. In einem Haus. Ein Mann, zu dem die Angestellten aufschauten, vor dem sie Respekt hatten. Schlichte Ansprüche hatte er. Dazu ein gutes Herz. Sofern das als Yakuza möglich ist. Gutgläubig. Wieso er dennoch allein im Gefängnis seine letzten Atemzüge aushaucht, zeigt der Film in zahlreichen Rückblenden.
Da kam auf jeden Fall mehr Tiefgang auf, als ich anfangs gedacht habe.
Dazu ein schlichter Zeichenstil, der zum Leben von Akutsu passt.
Ein Blick lohnt sich.

Dear Tomorrow (2025)

Rubrik: Nippon Docs
Regie: Kaspar Astrup Schröder
Länge: 83 min
★★★✰✰ (3)

Inhalt
Einsamkeit ist eine Thematik, die viele Menschen betrifft. Da kann die Region noch so dicht besiedelt, ein Beruf mit täglichem Menschenkontakt vorhanden oder großer Freundeskreis vorhanden sein.
In dieser Dokumentation werden zwei Menschen in Japan (Tokyo) begleitet, sowie ihr Versuch daraus zu entkommen.

Fazit
Inhaltlich ist neben der Einsamkeit, das Thema Suizid recht präsent. Wenn du (noch) ein Tagesziel hast, was dich zum Aufstehen bringt und dir genau DAS plötzlich genommen wird, sehen viele dies als letzten Ausweg. Es werden zwei Wege gezeigt. Verschiedene Ansätze, um der Einsamkeit zu entkommen. Alles passiert unkommentiert. Es wird schwermütig und wirkt hoffnungslos. Du fühlst mit den beiden mit und wünschst dir, dass sie eine Lösung für sich finden.
Womit ich völlig fein war. Bis es zum Thema Tierhaltung kam. Eine absolute red flag, die hier gezeigt wurde und mein größter Kritikpunkt an der Doku.
Grundthematik sehenswert. Rubrik Tierhaltung nicht.

Hier geht es zur homepage der Nippon Connection
Du willst gezielt zu den Filmen? Dann hier entlang.

Meine Berichte aus 2025 Tag 1 und Tag 2

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