evil games, angela marsons

kurz kommentiert

Sie ist bildhübsch. Sie ist eiskalt. Und sie bringt den Tod.

Als DI Kim Stone zu einem Leichenfund gerufen wird, ist für sie schnell klar: Hier handelt es sich um einen Racheakt, denn Allan Harris saß jahrelang wegen einer brutalen Vergewaltigung im Gefängnis. Tatsächlich bekennt sich das damalige Opfer Ruth bald zu der Tat, die es nicht ertragen konnte, Harris wieder auf freiem Fuß zu wissen. Doch Stone hat so ihre Zweifel an Ruths Geständnis und sucht deshalb deren Psychotherapeutin Dr. Alexandra Thorne auf. Und die scheint Ruth manipuliert zu haben, nur kann Stone es ihr nicht beweisen. Ein grausames psychologisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem es nur einen Gewinner geben kann … [Piper]

Meine Meinung:

Nachdem wir im Januar bereist den Auftakt „Silent Scream“ in einer gemeinsamen Leserunde hier gelesen haben, folgte unweigerlich der zweite Teil. Vor allem, da die Story um Kim Stone einfach Lust auf mehr machte. Leider gibt es in Deutschland bisher nur zwei Bände. Im Original sind bereits fünf auf dem Markt erschienen und so habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen ins Englische zu wechseln.

Ohne große Rückblicke wird man direkt in das Geschehen hineingeworfen. Kim wirkt anfangs etwas verkrampft und unnahbar, vor allem Gegenüber ihrem Kollegen Bryant. Was sich aber schnell legt. Und das liegt nicht nur an einer kleinen Änderung in ihrem Umfeld. Ein neuer Fall um zwei kleine Mädchen hat es in sich. Wortgefechte folgen, die einen stetig schmunzeln und die Stirn runzeln lassen. Schlagfertigkeit beherrscht Kim aus dem Effeff.

Aber es bleibt nicht bei einem Fall. Da gibt es noch Alex. Die Psychologin. Eine Frau, die man nur hassen kann und ihr am liebsten jeden Mal eine reinschlagen würde bei ihren Gedanken und Taten. Dennoch ist sie ein perfekter Gegner für Kim, die rasch an ihre Grenzen kommt. Zumal man ihr nie etwas nachweisen kann. Was nicht sonderlich hilfreich für eine Festnahme geschweige denn eine Anklage ist. Somit beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Positiv stechen hier wieder die Dialoge hervor. Außerdem wurde mit Alex ein richtig guter Fiesling geschaffen, an dem Kim mächtig zu knabbern hat. Es gibt deutliche Entwicklungen bei den Charakteren und alles wird schlüssig erklärt. Egal wie verworren es ist, man kauft dem Plot die Situation kommentarlos ab.

Negative Punkte habe ich in diesem Buch nicht wirklich greifen können. Ein Mini-Manko war, dass man durch die imposante Psychologin Alex dazu neigt den anderen – auch wichtigen Erzählstrang – nicht mit allzu viel Begeisterung zu lesen.

Zitate:

„Certainly not, Marm.“
[…]
„Where are they?“
„Locker room, M-“
„Call me Marm once more Frank and I swear…“ [zw. Kim und Frank] (S.27)

„As a plan began to form in her head, Alex smiled. When one door closed, another one opened.“ (S.123)

 

„You really do have to stop mothering me.“
„Well, start taking care of yourself and I won’t have to.[…]“ [zw. Kim und Bryant] (S. 173)

„‚Thank God‘, Alex breathed, while her mind screamed, Fuck. Fuck. Fuck.“ (S.220)

„Kim refilled her coffee mug thinking, Jesus, I’m trying to nail Mother Theresa.“ (S.346)

 

Fazit:

Wer auf sympathische Frauencharaktere mit frechem Mundwerk steht, sollte diese Reihe definitiv starten (und nicht mehr damit aufhören)! Absolut lesenswert!


Genre: Crime / VÖ: 2016 / Verlag: Bonnier (uk)Piper (dt) / Serie: Band 2