Eine Buchvorstellung im Rahmen der #sfvongestern Aktion

„1932 erschien eines der größten utopischen Bücher des 20. Jahrhunderts: ein heimtückisch verführerischer Aufriss unserer Zukunft, in der das Glück verabreicht wird wie eine Droge. Sex und Konsum fegen alle Bedenken hinweg und Reproduktionsfabriken haben das Fortpflanzungsproblem gelöst. Es ist die beste aller Welten – bis einer hinter die Kulissen schaut und einen Abgrund aus Arroganz und Bosheit entdeckt.“ [Inhalt]

(1) Welches Buch hast du in welcher Ausgabe gelesen?

Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley
Fischer Verlag (deutsch)
neu übersetzt von Uda Strätling (2013)
Original „Brave New World“ (1932)

(2) Wie hoch ist der Anteil an Science Fiction-Literatur an deiner Lektüre der letzten zwölf Monate. Du darfst schätzen.

15-20% ist schwer zu sagen. Aber dieser Anteil wird es sicherlich sein.

(3) Warum hast du ausgerechnet dieses Buch gewählt?

Zufall. Purer Zufall. Ich hab in der Biblio nach Büchern gestöbert und dieses Buch, schaute mich plötzlich an. Das eigenwillige Cover und der Titel „Ein Roman der Zukunft“ ließen mich zugreifen. Ich kannte es bis dato nicht. Bei uns war eher George Orwell Pflicht (inkl. Film).

(4) Welche Teile der Story machen diese zu einem Science Fiction-Roman? Welche Thematiken werden behandelt?

Da es eigentlich eine Utopie ist, die aber auf einer fiktiven Zukunft basiert und zudem ein Klassiker ist, der in meinen Augen einen Spagat zwischen beiden Genre begeht, gehört er hier auch in diese Rubrik. Was macht ihn nun zu einem SciFi-Roman? Die Produktion der Menschen? Die Herstellung eben jener am Fließband. Die Zugabe von Hormonen, Chemikalien, Einflüssen, die so – in der realen Welt – noch nicht möglich sind. Es werden Menschen und automatisch Gesellschaften erschaffen, so alle steril ist. Nur keine Emotionen zeigen. Keine Abwechslung. Alles muss seinen vorgeschriebenen Gang gehen und wehe (!) du tanzt aus der Reihe.

(5) Gab es Elemente, die zum Zeitpunkt des ersten Erscheinen des Romans noch als „Zukunftsmusik“ galten, heute aber in der genannten oder ähnlichen Form üblich, vielleicht sogar völlig normal oder auch schon wieder überholt sind?

Künstliches Klonen. Zwischenzeitlich wurden 2013 zum ersten Mal menschliche Stammzellen geklont. Das galt damals noch als fiktiv. Ansonsten sind die Einflüsse durchaus real und möglich. Medikamente können Menschen extrem beeinflussen, auch deren Einflüsse im Laufe der Entwicklung. Ob allerdings Stimmen aus dem Kopfkissen sich einprägen? Bei Babys? Erinnert mich an den Lernvariante, kurz vor dem Schlafen Wichtiges zu lesen, damit es das Hirn Nachts verarbeiten und vertiefen kann. Obs funktioniert? Ich glaube jain. Denn so merkt man sich Dinge sicher kurz und für den nächsten Tag, aber auf Dauer bleibt es nicht im Kopf. Ansonsten denke ich aber, dass das Einreden von Dingen durchaus Einfluss hat und man einen starken Charakter haben muss, um dem nicht zu verfallen.

(6) Erkennst du Parallelen zu anderen Romanen, Comics, Filmen oder Serien und falls ja, welche sind es?

Mir ist spontan lediglich ein Film eingefallen: Die Insel. Wer ihn nicht kennt, sollte vorsichtig beim stöbern wg Spoilern sein. Zwar ist der Hintergrund hier ein anderer, aber es geht auch ums Klonen. Passend dazu gibt es ein Buch „Alles was wir geben mussten„. Dieses wurde auch verfilmt. Wenn ich länger überlegen würde, würden mir sicher noch mehr einfallen.

(7) Bist du neugierig geworden auf die Thematik oder die AutorIn? Möchtest du dich weiter damit beschäftigen, vielleicht in Form von weiteren Romanen, Sekundärliteratur oder auch anderen Medien?

Abschottung, Klonen, keine Gedankenfreiheit. Wo wird das nicht thematisiert? Klar,fasziniert mich Literatur dazu, aber gezielt suche ich nicht danach.

(8) Was hat dir gefallen und was nicht?

Ich mochte den Einstieg. Die Vorstellung der Mechanismen. Der passende Schreibstil dazu. Die verkorksten Charaktere und deren Entwicklung (oder auch nicht). Das Ende dagegen wurde mir zu philosophisch angehaucht und etwas fad.

(9) Hattest du besondere Erwartungen an das Buch oder sogar Befürchtungen? Wenn ja, welche waren dies und wurden sie erfüllt beziehungsweise im Falle von Befürchtungen, bestätigt?

Nein. Ich kannte es bisher nicht und so hatte ich weder Bedenken noch Befürchtungen oder gar Erwartungen.


Das ist eine Aktion von Sandra und Sascha. Jeder kann mitmachen und mitlesen. Es ist kein zeitliches Limit gesetzt. Alle „Bedingungen“ findet ihr in diesem Beitrag *klick*