Herzgrab, Andreas Gruber, buchkritik, crime, goldmann

Wien, die Privatdetektivin Elena Gerink hat alle Hände voll zu tun, als ein weiterer Klient an sie herantritt und mit einem scheinbar einfachen Vermisstenfall beauftragt. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei dem Vermissten um den berühmten Maler Salvatore Del Vecchio handelt. Auch die Klientin – Monica Del Vecchio –  ist keineswegs durch Zufall an sie geraten.

Es war eine Empfehlung von ihrem Ex-Mann Peter Gerink. Dieser ist selbst gerade in einen Fall involviert und beruflich in Italien unterwegs. Mit der Zeit werden sie jedoch feststellen, dass ihre beiden Fälle weitaus näher miteinander verstrickt sind als ihnen lieb ist. Denn das bedeutet nicht nur, dass sie sich früher oder später nach einer langen Auszeit gegenüber stehen, sondern auch, dass ihre Fälle sehr viel komplexer sind als der erste Anschein es vermuten lässt.

Die italienische Familie Del Vecchio verbirgt ein schmutziges Familiengeheimnis.

In den letzten Jahren und auch Monaten sind einige Familienmitglieder durch plötzliche Unfälle verstorben oder haben sich scheinbar in Luft aufgelöst. Doch so viel Zufall auf einen Haufen kann es nicht geben, schon gar nicht wenn zwei Brüder innerhalb kürzester Zeit verschwinden, verbrannt gefunden werden und kurz darauf die Schwester auch verschollen ist. Erst die hartnäckige Recherche von Elena, sowie Peter und seinem Partner Dino bringen ein zartes Licht ins Dunkel dieser Familientragödien. Doch bis zur kompletten Lösung des Falles ist es noch ein weiter weg.

Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, welche wiederum in 5 größere Abschnitte gestaffelt worden.

Das macht den Thriller recht übersichtlich und man kann problemlos nach jedem Abschnitt eine Lesepause einlegen ohne den Faden zu verlieren. Die Ansichten wechseln immer zwischen der von Elena und der von Peter und Dino, sodass keiner irgendjemandem voraus ist und der Leser mehr weiß als die Ermittler.

Lediglich die Blicke in die Vergangenheit die uns mit Teresa – der vermissten Schwester – gegeben werden, geben einen kleinen Wissensvorsprung. Ansonsten knobelt man selbst fiebrig mit, setzt zu diversen Lösungsansätzen und Vermutungen an, doch als am Ende die Lösung näher rückt, will man es irgendwie nicht wahr haben, so makaber erscheint das Ganze.

“Herzgrab” lässt sich flüssig lesen. Man ist von Anfang an gefesselt. Keine Figur erscheint zu fiktiv, sondern könnte durchaus real in unserer Welt existieren. Bereits mit “Engelsmühle” hat Andreas Gruber mich in seinen Bann gezogen, umso mehr erfreut es das Leserherz, wenn man sieht wie gut er weiterhin die Kunst des Schreibens beherrscht.

Die Genrezuteilung “Thriller” trifft hier genau ins Schwarze. Das fesselnde Spiel zwischen Spannung und Entspannung, was sich wie ein konstanter Bogen durch fast das komplette Buch zieht, wurde sehr gut getroffen. Mit diesem Thriller hat Andreas Gruber eindeutig bewiesen, dass er schon lange keine Geheimtipp mehr, sondern nun ein Lesetipp geworden ist, der in keinem Bücherregal mehr fehlen sollte!


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Genre: Krimi / VÖ: November 2013 / Verlag: Goldmann / Serie: Serienstart


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