Mitten in Virginia wohnt Caitlyn Cahill auf ihrer eignen kleinen idyllischen Farm, auf der sie eine Pferdetherapie für Kinder anbietet. Trotz des Umstandes, dass sie dort alleine lebt, fühlt sie sich nicht unwohl und bereut ihre Flucht aus der Großstadt und dem ehemaligen Wohlstand Ihrer Familie keineswegs. Schließlich war ihr Vater bereits verstorben und die Mutter in einer Pflegestelle untergebracht, da sie immer mehr an Demenz litt. Nur ihr Bruder Joshua erfreute sich bester Gesundheit, war er doch vor 2 Jahren der Auslöser für diese Umstände gewesen und saß nun im Gefängnis.

Als Frauenmörder hatte er die Schlagzeilen erobert und den Ruhm und das Ansehen der Familie Cahill beschmutzt und deren Niedergang herbeigeführt.

Doch ein fieser Nachahmer holt sie und die Polizei aus ihrem Dornröschenschlaf. Er benutzt die gleichen Male, die gleichen Foltermethoden und scheinbar auch die gleichen Frauentypen – dem optischen blonden Zwilling von Caitlyn. Die Jagd nach dem Mörder beginnt und nimmt immer mehr dramatische Züge an, als man zunächst vermuten will.

Der Schreibstil ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Altbacken kann man nicht unbedingt sagen, jedoch hebt er sich ein wenig von dem gewohnten Schreibstilen ab, da er zeitweise etwas steif wirkt. Ob es nun an der Übersetzung liegt oder die Autorin wirklich so schreibt darüber könnte man sich streiten. Dennoch liest man sich nach ein paar Seiten rasch ein und ist mitten im Geschehen drin.

Die Hauptfigur Caitlyn ist einem direkt sympathisch, wenn auch sie einem irgendwann mit ihrer schüchternen, zarten, weiblichen Art ein wenig auf die Nerven geht und man sie einfach nur noch schütteln möchte. Natürlich hat sie einiges durchgemacht, aber so sehr das Selbstbewusstsein zu verlieren und zeitgleich selbstständig eine Farm zu betreiben, passt nicht ganz zusammen.

Erst gegen Ende spürt man ihre innere Stärke herauskriechen und ihr Klischee-Frauenebenbild beginnt zu bröckeln. Auch ihr stetiger Begleiter FBI Agent Reid, gibt das klassische Bild eines starken Mannes wider, der den ein oder anderen Schicksalsschlag erlebt hat. Ein harmonisches Bild also, was ganz in das Genre des “Lady Thrillers” passt und ein wenig Geschmackssache ist.

Zum Glück beeinflusst die Romanze der beiden nicht den Spannungsfluss des Buches!

Es folgt ein Kill nach dem nächsten und man hofft endlich, dass der Täter gefasst wird, ahnt man doch die ganze Zeit, wer das eigentliche Opfer ist. Die Autorin Leslie Tentler schafft es hierbei geschickt den Leser an der Nase herumzuführen. Glaubt man den Täter entdeckt zu haben, wird diese Ahnung im nächsten Kapitel wieder zunichte gemacht. Erst als es gegen Ende zum finalen Run kommt, fällt einem wie Schuppen von den Augen. So sollte ein Thriller aufgebaut sein! Das macht dieses Buch somit um einiges lesenswerter!

Negativ ist der Ausbau mancher Figuren deren Konstellationen.

So ist einem das Psychospiel von Joshua mit seiner Schwester ist einem nicht immer ganz koscher, lernen wir ihn doch nur aus Erzählungen der Charaktere und den kurzen Besuchen im Gefängnis kennen, sodass man sich nicht so richtig ein eignes Bild von ihm machen kann. Klar sind seine Handlungen krank, aber da hätte man tiefer bohren sollen. Ebenso ist der Schleier der zarten Romanze, der stetig über dem Buch schwebt manchmal etwas störend, hätte man ihn doch getrost weglassen können und sich lieber auf das “Spiel” der Geschwister konzentriert.

Eigenwilliger Schreibstil, eine kleine Romanze, Figuren die klischeehaft erscheinen und dennoch spannend bis zur letzten Zeile – Lesenswert!


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Genre: (Lady) Thriller / VÖ: Dez 2013 / Verlag: MIRA / Serie: Einzelband


 

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