tödliche option, michael sears, buchkritik

Jason Stafford saß im Gefängnis. Doch nun ist er schon seit zehn Monaten wieder draußen, hat sich etwas akklimatisiert und bekommt nach ewiger Jobsuche plötzlich einen brisanten Auftrag angeboten. Serge Biondi, ein Steuer- und Immobilienanwalt ist Tot aufgefunden worden und trotz seinen fortgeschrittenen Alters, glaub seine Familie nicht an einen natürlichen Tod.

Es war Mord, da sind sie sich sicher! Dummerweise hatte der alte Mann einige Milliarden angesammelt, doch diese sind nicht auffindbar. Nun soll Jason soll herausfinden wo das Geld ist und das noch vor den gierigen Gläubigern die nach ihrem Anteil lechzen. Dummerweise ist zusätzlich auhc noch das FBI auf der Suche. Das er nicht alleine auf Schatzsuche geht, bekommt der Ex-Banker Jason schnell zu spüren…

Wenn man die ersten Seiten aus “Tödliche Option” liest, denkt man sich: Wo bin ich hier nur hineingeraten! Es wird mit Fachbegriffen aus der Finanzbranche nur so um sich geworfen. Die Worte Aktien, Trader, Schneeball-System, Transfer und Betrug fallen stetig in fast einem Atemzug. Kurz bevor man das Buch entrüstet zuklappen möchte, kommt die Wende. Schließlich wissen die Charaktere im Buch auch nicht alle Ausdrücke und so bekommt man es schließlich lesergerecht verpackt erklärt, damit man schön am Ball bleiben kann und nicht aufhört zu lesen.

Im gleichen Atemzug lernt man die Hauptfigur Jason und sein verkorkstes Leben kennen. 

Da wäre seine Ex-Frau, die lieber auf ihr Äußeres und den Alkohol bedacht ist, als auf ihren gemeinsamen Sohn. Dessen Sorgerecht hat sich Jason kurzerhand angeeignet und jetzt darf der autistische Junge zum Glück bei seinem Vater aufwachsen. Kid ist auch der kleine Sonnenschein in dem Buch. Zwar kommt er selbst kaum zu Wort, doch die Art, wie sich um ihn gekümmert wird und wie Stolz sein Vater auf jeden Fortschritt ist, sind immer schön zu lesen und berühren einen immer wieder aufs Neue. Dann ist da noch seine derzeitige Freundin Skeli, das komplette Gegenteil von seiner Ex-Frau und diverse FBI-Freunde, Knastbekanntschaften und Kumpels aus alten Zeiten.

Trotz der zahlreichen Figuren, die in dem Buch nach und nach auftauchen, verliert man keineswegs den Überblick.

Da die Geschichte zudem aus der Ich-Perspektive von Stafford erzählt und jede Figur mit ein paar seiner Erinnerungsfetzen begleitet wird, fällt es einem viel leichter sie einzuordnen. Außerdem sticht er mit seiner lockeren Erzählweise positiv hervor, sodass die meist lässige Art unweigerlich auf den Leser überspringt. Gleiches gilt im Gegenzug für seine Ängste und Sorgen um Kid.

Das Buch lässt sich wunderbar flüssig lesen und man ist am Ende schneller fertig, als man es bei dem holprigen Einstiege zunächst erwartet hätte. Auch wenn das Hauptthema der “Finanzbetrug” einer reichen Familie ist, wird es nie langweilig oder gar staubtrocken theoretisch. Jason geht den Job Stück für Stück an, tritt in Fettnäpfchen, wird von alten Freundschaften enttäuscht und von anderen wiederum positiv überrascht. Da man alles mit seinen Augen sieht, ist man ihm auch nie voraus, was das Miträsteln umso spannender macht.

“Tödliche Option” ist der zweite Band in einer Serie um den Ex-Banker Jason Stafford.

Zum reinschnuppern kann man notfalls auch mit diesem Buch anfangen. Zwar wird nicht bis ins kleinste Detail geklärt, warum er nun an dem Punkt angelangt ist, wo er ist – schließlich ist das die Aufgabe des Serienauftaktes – dennoch wird genug erklärt, als dann man alles versteht und gleichzeitig wird man definitiv neugierig auf den ersten Band “Am Freitag schwarz”.

Alles in allem kann ich den Thriller auf jeden Fall empfehlen. Es ist ein Buch, was einen mit seinem spannenden Katz-Maus-Spiel von anfang bis Ende in Atem hält. Es geschehen Dinge, mit denen man nicht gerechnet hat, ab und an, darf man sogar schmunzeln und dennoch ist das abschließende (vorläufige) Ende um den alleinerziehenden sympathischen Vater äußerst zufriedenstellend.


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Genre: Thriller / VÖ: Juni 2014 / Verlag: dtv / Serie: Band 2


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