Es ist wie ein bohrender Schmerz, der dich jedes Mal aufs neue mit einer Welle der seelischen Folter überrennt. Du kannst nichts dagegen unternehmen. Versuchst es zu verbannen. In eine andere Schublade zu stecken, den Schlüssel dazu ganz weit weg entsorgt. Nach Jahren der Quälerei glaubst du den Feind endlich besiegt zu haben und dann kommt dieser Anruf, der alles verändert. Der alles erarbeitete mit einem Schlag zunichte macht.
Genau das passiert Ray Simon, als ihn sein Jugendfreund Kevin kontaktiert. Er klingt verzweifelt und ängstlich. Da bleibt Ray fast nichts anderes übrig, als zu dem Ort zurückzukehren, den er für immer vergessen wollte: Blackwater.

Zugegeben, wenn man den Klappentext von dem Buch liest, macht man sich auf das Schlimmste gefasst. Ein Anruf in der Not, man lässt alles stehen und liegen um eben jener Person zu helfen, kommt endlich an und was ist? Die Person ist nicht da. Toll! Dafür hetzt man sich ab. Allerdings bekommt Ray rasch heraus, was mit Kevin los ist, da er ihm Nachrichten schickt, entgegen der Zusammenfassung, die besagt, man wüsste nicht wo er ist. Aber darauf möchte ich nicht herumreiten. Viel interessanter ist da, was den Männern in Blackwater widerfahren ist und sie nun scheinbar neu heimsucht.
Wer mit mysteriösen Erscheinungen und ungewöhnlichen Ereignissen nichts anfangen kann, sollte das Buch gar nicht erst in die Hand nehmen. Man kann es am ehesten mit einer Akte-X Folge vergleichen und das ist nicht negativ gemeint.

Man ist relativ fix drin in der Geschichte. Die düstere Grundstimmung schlägt auch bald auf den Leser nieder und man ist in dem Sog der seltsamen Machenschaften gefangen. Kaum ist Ray nämlich in dem kleinen Örtchen angekommen und stellt erste Nachforschungen zu Kevins Behauptungen an, spürt er, dass er beobachtet wird. Als kurz darauf eine nackte Frau in seinem Garten tanzt und urplötzlich die Polizei vor der Tür steht und die Frau wie selbstverständlich mitnimmt, ist sich Ray auch sicher, dass hier eindeutig etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.
Er versucht sich zu erinnern, was damals in dem Jugencamp passiert ist. Doch bis auf die schwirrenden Lichter fällt ihm nichts näheres ein. Jedoch gibt es genügend Menschen, die wollen, dass er sich erinnert und fangen an ihn zu bedrängen.

Neben dem Lehrer Ray, der zum Glück von Grund auf skeptisch ist und nicht wie die ahnungslose Fliege ins klebrige Spinnennetz tappt, lernen wir noch die nette Kellnerin Ellen und ihren quirligen Sohn William kennen. Die Drei verstehen sich auf Anhieb und wie das Schicksal nun mal will, werden auch alle drei in die kommenden Gefahren mit hineingezogen.
Das “Böse” hat es in sich. Man spürt die lodernde Gefahr jede Sekunde und kommt dennoch lange nicht darauf, was sie eigentlich erreichen wollen. Das wird natürlich alles in einem spannenden Finale aufgeklärt, wenn auch nicht ohne manchmal die Klischeesaite ein wenig zu überspannen.
Trotzdem wirkt es stimmig und man bekommt blutige Momente mit seltsamen Bräuchen präsentiert, die man so definitiv nicht erwartet hätte.

Alles in allem hat mich das Buch sehr gut unterhalten. Es war komplett anders als gedacht und bis auf die Klischees der “Bösen” gibt es so gut wie nichts zu meckern. Man kann es flüssig lesen, komische Sitten werden einem logisch erklärt und alle Nebencharaktere haben ihre dominanten Eigenschaften, die sie lebendig wirken lassen.
Wer mal etwas anders lesen will und nichts gegen Mystery für Erwachsene hat, darf hier getrost zugreifen!
Ich werde am Ball bleiben und hoffe, dass der gute Michael Hughes bald die Fortsetzung herausbringt!

pakt-der-finsternis-sketch


Genre: Thriller, Mystery / VÖ: März 2015 / Verlag: Ullstein / Serie: Serienauftakt / Region: Blackwater

2 thoughts on “|Thriller| “Pakt der Finsternis”

  1. Hört sich sehr vielversprechend an. Das Buch ist Bonner er Wunschliste auf die Einkaufsliste gerutscht. Genau auf das, was du beschreibst, habe ich bei dem Buchgehofft!
    Danke.

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