“Ich [hatte] das Gefühl, dass wir nicht weiterkommen. Ich wusste, dass wir die falschen Fragen stellen, aber ich kannte die richtigen nicht.” [S.23]

An ihrem elften Geburtstag, macht Doktor Rose Franklin unfreiwillig eine wichtige Entdeckung, die nicht nur ihre Zukunft, sondern auch die der gesamten Erdbevölkerung gewaltig verändern wird. Aber bevor das geschieht, vergehen erst einmal siebzehn weitere Jahre der Unwissenheit. Unwissenheit darüber, was es mit einer knapp 7 Meter langen Riesenhand auf sich hat, die mir nichts, dir nichts, an die Erdoberfläche emporgedrungen ist.

Es ist dabei nicht nur die Größe, die alle Wissenschafter schockiert und wie groß entsprechend der restliche Körper sein müsste, sondern erste Erkenntnisse über das Alter. Die Hand ist scheinbar lange vor der menschlichen Rasse auf der Erde gestrandet. Aber wieso wird sie überhaupt als “außerirdisch” eingestuft? Ganz einfach: Ihre Zusammensetzung lässt sich nicht anders erklären. Das wiederum wirft neue Fragen auf. Woher kommt sie? Wer hat sie hierher gebracht? Warum liegt sie hier und taucht erst jetzt auf?

Fragen über Fragen und täglich kommen neue hinzu. Natürlich wird die ganze Aktion geheim gehalten. Solange man selbst nicht weiß, wie man alles erklären soll, vertuscht man es lieber. Selbst weitere Funde werden mit Atomwerkteilen oder ähnlichen begründet, damit keiner skeptisch wird. Doch es kommt, wie es kommen musste. Manche Dinge kann man nicht logisch erklären. Vor allem wenn eine Riesenhand aussieht, wie eine weitere Riesenhand. Wie will man das noch verschleiern?

“Wenn das Ei einmal zerbrochen ist, kriegt man es nicht mehr ganz. Ich will nur sagen, die einzelnen Teile liegen in der Erde begraben. Der Grund dafür könnte weniger romantisch sein, als wir alle hoffen…” [S.126]

Das Besondere an dem Buch ist nicht nur der Inhalt, besonders ist die Art, wie die Geschehnisse erzählt werden. So war ich zunächst skeptisch, ob diese Variante eine richtige Entscheidung ist. Doch ich muss sagen, dass es sogar für noch mehr Neugierde gesorgt hat, da man alles häppchenweise präsentiert bekommt. Denn es wird in Form von Interviews, Zeitungsberichten und Tagebucheinträgen von den geschichtsträchtigen Begebenheiten geschildert. Klingt komplizierter und abschreckender als es ist.

Es gibt dabei drei wichtige Charaktere, die die Handlung quasi leiten: Dr. Rose Franklin, die Forscherin an erster Stelle. Kara Resnik, eine eigenwillige Hubschrauberpilotin, die immer das ausspricht, was sie auch denkt (macht sie äußerst sympathisch) und ihren Kollegen Ryan Mitchell, ebenfalls Pilot und der Flugpartner von Kara. Sie machen entscheidende Entdeckungen bzw. sorgen für eben jene und sie sind dabei, wenn der Kräfte des Giganten zum Leben erwachen.

“Das macht mir auch Angst. […] Er könnte uns helfen, Krankheiten zu heilen. Er könnte auch die Macht haben, Millionen von Menschen zu töten. Kann ich das mit meinem Gewissen vereinbaren?” [S.111]

Nicht alle sind dabei einer Meinung, was das Potenzial ihres Riesen angeht und wie es genutzt werden soll oder kann. Dabei wird man auch als Leser lange unwissend gelassen und ein wenig von dem Interviewer – einer unbekannten Person, welche die Interviews führt und die mehr zu wissen scheint, als sie Preis geben will – lange im trüben Wasser gelassen. Konflikte innerhalb des Teams sind somit vorprogrammiert. Und als die Öffentlichkeit von den Forschungen erfährt, ist das Chaos perfekt.

Alles in allem war ich positiv von dem Buch überrascht. Ich finde es ein absolutes must read für alle Science-Fiction-Leser die wie ich, eher die softe Version auf der Erde gerne lesen. Wobei es hier auch zur Sache geht und in den kommenden Bänden sicher noch dramatischer werden wird. Aber auch Leser, die dem Genre nicht so zugeneigt sind, könnten hier ihren Lesespaß haben.
Ein paar Fragen bleiben offen, was aber bei einem Serienstart nicht ungewöhnlich ist. Ich hoffe, die Autorin bleibt ihrem eigenwilligen Stil treu und unterhält uns auch weiterhin mit spannenden Geschichten.

giants sketch


Genre: Science-Fiction / VÖ: August  2016 / Verlag: Heyne / Serie: Serienauftakt / Region: Amerika + weltweit

12 thoughts on “|Sci-Fi| “Giants – Sie sind erwacht”

  1. Jetzt war ich schon fast dabei, es auf meine Wunschliste zu nehmen, bis Du erwähnt hast, es ist der Auftakt zu einer Serie… hm. Wieso das denn? Menno. Ich bin für mehr Einteiler – immer diese Serien, die man dann doch aufgeben muss, weil es zu viele davon gibt. Hmm…
    Na gut, ab auf die Wunschliste. :-D

    1. Das mit der Serie hab ich durch Zufall rausgefunden, da es auf goodreads als Band 1 markiert ist und es im Original bereits zwei Bände gibt. Glaub aber nicht, dass sie lang wird (okay, ich hoffe, dass es nicht lang wird! :P)

      1. Kein Ding XD
        Dachte auch schon, dass es nicht geht, dabei ging. Mein Blog scheint eine Frau zu sein und nach Tagesstimmung Dinge sichtbar zu machen :P

  2. Jetzt habe ich endlich deine tolle Rezension zu “Giants” entdeckt! Da muss ich ja Tomaten auf den Augen gehabt haben.

    Und die Zeichnung ist ja wohl total klasse!

    Ich fange diese Woche mit dem zweiten Band an, den du ja bereits gelesen hast und bin sehr gespannt, ob mir der zweite Teil dann doch besser gefällt.

    Liebe Grüße,
    Sandra

  3. Pingback: CSI trifft SF – Sylvain Neuvel: Giants. Sie sind erwacht | Booknapping

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