Ein Autoreninterview mit dem deutschen Autor Marco Monetha, welcher vor knapp zwei Jahren, mit “Eric” sein Debüt feierte.

Hallo & Willkommen zu einer kleinen Fragerunde, lieber Marco!

M: Hallo und vielen Dank für die Einladung.

I: Dein erster Thriller ERIC erschien im vergangenen Jahr. Du sagst selbst, dass das Buch in einer Leseflaute entstanden ist. Nichts hat dich mehr packen können. Hättest du auch ohne diese Umstände angefangen Bücher zu schreiben?

M: Nein, ich denke nicht. Gekitzelt hatte es mich schon immer in den Fingerspitzen, klar. Aber hätte ich Ablenkung durch guten Lesestoff gehabt, dann hätte ich mich nicht selbst hingesetzt und angefangen zu schreiben. Ob ich es dann aber vielleicht später noch einmal angegangen wäre? Wer kann das schon sagen?

I: Wie stehst du zu deinem Entschluss selbst Bücher zu schreiben und auch zu veröffentlichen? Was sagt zum Beispiel deine Familie/deine Freunde dazu?

M: Ich bin wirklich froh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Die positiven Rückmeldungen, die ich von meiner Familie, von Freunden und sogar mir völlig fremden Menschen erhalte, bestärken mich darin. Als Autor lernt man eine völlig neue Welt kennen, hat Einblicke in das Verlagswesen, trifft viele neue, interessante Menschen und teilt mit ihnen die Liebe zum Buch. Das gefällt mir richtig gut.

I: Wie startest du in einen Schreibtag? Tasse Kaffee oder lieber Tee? Dazu ein lauschiger Schreibtisch mit vielen Notizen oder doch lieber penibel sauber mit System ? Mit zwei (Klein-)Kindern ist das sicher nicht immer einfach.

M: Oh,…Mein Schreibtag startet erst abends, gegen sieben, da gibt es keinen Kaffee mehr. Jetzt, in den Wintertagen, mache ich mir aber gerne mal eine Tasse heiße Brühe. Vorzugsweise schreibe ich in unserem Wintergarten, in einem bequemen Ledersessel. Notizen flattern vor und neben der Tastatur; in einer Mappe, in Griffweite, habe ich unabänderliche Gedächtnisstützen abgeheftet. Tagsüber haben die Familie und das Alltagsgeschäft Vorrang und das ist auch gut so. Wenn das Haus dann ruhig wird, setze ich mich hin und lege gleich los. Den Tag über hatte ich genug Zeit, mir über den weiteren Verlauf der Geschichte Gedanken zu machen und das wird dann abends „zu Papier“ gebracht.

I: Lässt du dich von deiner Umgebung ablenken? Gibt es Dinge womit du sehr gerne prokrastinierst? Oder kapselst du dich in einem Raum so ab, dass das gar nicht möglich ist?

M: Lasse ich mich leicht ablenken? Oh ja. Kann unsere Kleine nicht einschlafen und kommt zurück ins Wohnzimmer, dann wird das Schreiben wieder zweitrangig. Ich bin da schon sehr anfällig. Aber glücklicherweise bin ich keinem Termin- oder abgabedruck ausgesetzt. Viele Autoren, die ich kenne, erzählen häufig, dass sie in Cafés sitzen und dort bei einer Tasse Kaffee schreiben. Das hatte ich auch mal versucht, aber das funktioniert bei mir nicht. Ich schaue mir dann die vorbeischlendernden Menschen an oder lausche Gesprächen an den Nachbartischen und geschrieben wird dabei gar nichts, denn mein Umfeld ist in diesem Moment wesentlich interessanter. Also lieber zuhause, in den eigenen vier Wänden.

I: Wie weit kennst du deine Geschichte, wenn du die ersten Worte schreibst? Steht bereits das komplette Gerüst? Oder lässt du dich von den Charakteren und deren Entwicklung beeinflussen?

M: Ich kenne das Gros der Figuren, eine grobe Richtung, wie die Geschichte verläuft und das Ende habe ich klar vor Augen. Da das Schreiben ein langwieriger Prozess ist, ändere ich häufig noch oder ergänze, wenn mir etwas einfällt, das die Geschichte gut voranbringen kann.

I: Bekommen deine Charaktere einfach so ihre Namen oder verbindest du sie mit realen (privaten) Erlebnissen? Wurdest du schon gebeten jemanden aus deinem Umfeld mit einzubauen?

M: Super Frage. Ich benutze tatsächlich Namen aus meinem Umfeld, natürlich nicht den kompletten einer einzigen Person, aber ich mische zum Beispiel Vornamen eines Bekannten mit Nachnamen eines Freundes. Da kommen interessante Konstellationen zusammen und bei Kollegen und Freunden stößt es bis jetzt stets auf Zustimmung. Gebeten wurde ich natürlich auch schon, einen Klarnamen einzubauen. Zweimal bin ich dem auch gefolgt.

I: JONAS ist da. Man kauft es. Liest es und schreibt erste Kritiken. Aber irgendwie bleibt die Freude aus. Deine Leser sind enttäuscht. Man findet einfach keinen Gefallen an der Geschichte und schreibt entsprechende Meinungen. Wie reagierst du in so einem Fall?

M: Ändern kann ich den bewerteten Roman ja leider nicht mehr. Natürlich sind die Geschmäcker verschieden, aber wenn mehrere Menschen in die gleiche Kerbe hauen, werde ich entsprechende Kritik natürlich gedanklich durchkauen und überlegen, wie ich es hätte besser machen können und ich merke es mir, um zu vermeiden, dass beim nächsten Roman Ähnliches passiert. Vielleicht ist mir aber der Schwachpunkt schon selber aufgefallen. Bei Eric zum Beispiel, fiel mir im Nachhinein einiges ein, das ich hätte anders schreiben können. Ein oder zwei Erzählstränge mehr, an der anderen Stelle etwas weniger, dafür ausdrucksstärker. Vielleicht nicht besser,… aber anders.

I: Plötzlich ist es passiert: Du sitzt am Rechner. Das Dokument ist geöffnet. Der Cursor blinkt ungeduldig. Die Idee schwirrt weiterhin in deinem Kopf umher, aber keine Worte wollen zu Papier kommen. Ist dir das schon einmal passiert? Wie hast du diese Blockade gelöst?

M: Nein, so etwas kenne ich gar nicht. Höchstens, dass das Tempo langsamer wird, weil ich die blöde Angewohnheit habe, jeden (Ab-)Satz immer wieder durchzukauen, damit er in meinen Ohren stimmig klingt. Ich mag keine hölzernen Dialoge und Sprünge in der Geschichte. Wenn ich es mir durchlese, dann muss es rund klingen. Aber eine Blockade hatte ich Gottseidank noch nie.

 

Und nun noch ein paar kurze Fragen zum Abschluss:

I: Welche Taste an deinem Rechner ist am meisten abgenutzt?

M: Die Löschtaste.

I: Welches Buch verschenkst du am häufigsten?

M: Verschenken,… meine eigenen natürlich. Aber wenn der/die Beschenkte schon mit meinem Zeug bedient ist, dann verschenke ich gerne Buchgutscheine, denn mein Geschmack ist ja nicht immer der Geschmack der anderen.

I: Gibt es ein Buch/Comic aus deinen Kindertagen, was du auch heute noch zur Hand nehmen würdest?

M: Haha,.. ja natürlich. Gar nicht so lange her, da hatte ich mir mal wieder einen Donald Duck gegönnt. Ich liebe diese Comics. Auch Asterix und Obelix. Immer wieder toll.

I: Dein Lieblingsbuchladen? Oder doch lieber online-shops?

M: Buchläden. Mausbuch, Memminger und Thalia in Bremerhaven. Schliesske in Bad Bederkesa. Je nachdem, wo ich mich gerade aufhalte, mal der eine, mal der andere.

I: Wenn du weggehst, welches Getränk bestellst du meistens an der Bar?

M: Wenn ich nicht fahren muss: Piña Colada. Ansonsten Virgin Colada.

I: Was ist dein liebstes Reiseziel?

M: Am liebsten Inseln in warmen Regionen. Seychellen und Dominikanische Rebublik zum Beispiel.

I: Möchtest du noch ein paar abschließende Worte an deine (zukünftigen) Leser richten?

M: Ich möchte allen Lesern, die mich bis hierhin auf meinem Weg unterstützt haben, danken. Ich hoffe auch, dass „Jonas“ eure hohen Erwartungen erfüllen wird. Des Weiteren begrüße ich die Neu-Leser und die, die noch kommen werden. Vielleicht wird das ja eine ganz tolle und langjährige Beziehung zwischen uns. Ich würde mich freuen. Außerdem wünsche ich allen eine wundervolle Zeit mit ihren Liebsten. Vielen Dank.

Vielen Dank für die Zeit, die du dir für die Beantwortung der Fragen genommen hast! 


Wer mehr über Marco Monetha erfahren möchte, kann einen Blick auf seine Homepage werfen.

Außerdem werden am kommenden Samstag auf ein paar Blogs Kritiken zu seinem neusten Buch “Jonas” hochgeladen, wo ihr verschiedene Leseeindrücke finden werdet. Ich selbst nähere mich langsam dem Ende und habe im Dezember bereits “Eric” gelesen. Meine Kritik zu “Jonas” werdet ihr also auch am Wochenende hier finden.

Hier geht es zu einer Leseprobe von “Eric” und hier zu einer Probe von “Jonas“.

Kennt ihr bereits den Autor? Oder konnte ich euch neugierig machen, auf seine Werke?

 

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