Xavier Coste, wird als Shootingstar der französischen Comicszene gefeiert. Zurecht?

Inhalt:

Paris 1910: Von Spielschulden geplagt und von gnadenlosen Geldeintreibern bedroht, sehen Eddie und Agatha, ein amerikanisches Pärchen, nur noch einen Ausweg – sie planen einen Banküberfall während der schweren Überflutung von Paris durch die Seine. Zunächst scheinen alle ihre Probleme gelöst, doch ein folgenschwerer Fehler sorgt dafür, dass ihr Leben vollkommen außer Kontrolle gerät. In apokalyptischen Bildern zeigt Xavier Coste die französische Metropole während der historischen Flut von 1910 und erzählt die spannende Geschichte eines Gangster – Pärchens in der Tradition von Bonnie & Clyde. [Verlagsinfo]

Allgemeiner Leseeindruck:

Wir schreiben das Jahr 1910. Das zweitgrößte Hochwasser der Seine überflutet Paris. Nicht nur fiktiv, sondern auch in der Realität. In dieser Zeit plant das Pärchen Eddie und Agatha den Clou ihres Lebens. Gut durchdacht, völlig wasserdicht, wollen sie eine Bank ausrauben. Wer rechnet schon mit Bankräubern, wenn man eher sein Hab und Gut vor dem Wasser in Sicherheit bringen will? Dummerweise geht es schief – und eine böse Kettenreaktion setzt sich in Gang.

Klingt super spannend, ist es auch zunächst. Man klebt an den Lippen der beiden und will unbedingt wissen, wie sie das Ding durchziehen wollen. Es geht los, der große Tag ist gekommen und dann … ist irgendwie die Luft raus. Man merkt nicht sofort, wie die eigene Begeisterung nachlässt. Die Geschichte ist fast zu Ende, wo dann man plötzlich die Unzufriedenheit spürt. Wo man merkt, dass da was fehlt. Etwas Entscheidendes: Die Nähe zum Charakter. Man fühlt sich Ihnen schlichtweg nicht verbunden.

Zudem hatte ich das Gefühl, dass der Künstler zu viel in den wenigen Seiten unterbringen wollte. Dadurch geht einiges verloren. Die Charaktere haben nicht die Tiefe bekommen, die sie verdient hätten. Schade. Zum Glück gibt es da noch die Optik. Diese hat einiges retten können.

Der Zeichenstil:

Als ob ein Zeichner seine Farbpalette und Leinwand ausgepackt, sich in das Paris des 19.Jahrhunderts gestellt und die Szenerie mit Pinselstrichen festgehalten hätte. So wirken die Grafiken. Es steckt Leben und Bewegung drin. Hier wird sich nicht nur auf die Menschen, sondern auch auf die Umgebung konzentriert. Nichts ist geradlinig. Den Augen wird auf gar keinen Fall langweilig. Die Sprechblasen sind nicht überladen. Alles wirkt ausgeglichen. Von der Seite gibt es einen dicken Daumen nach oben von mir!

Meine Abschlussworte:

“Untergetaucht” überzeugt vor allem durch seinen Zeichenstil. Inhaltlich wirkt das Werk nicht ausgereift genug und enttäuscht in der Hinsicht.
Die große Buchform ist vom Verlag sehr gut gewählt, da so die Farben und Einzelbilder perfekt zur Geltung kommen. In einem A4 Heft, würden diese komplett untergehen.


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 Genre: Crime / VÖ: März 2015 / Verlag: Knesebeck Verlag / Serie: Einzelband

erhältlich bei: derzeit nur gebraucht im Handel

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