wie ein leeres Blatt (1)

Einst nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2014 und nun bei mir gelandet.

Inhalt:

Pénélope Bagieu variiert in WIE EIN LEERES BLATT das klassische Thema einer Heldin mit Gedächtnisverlust auf ebenso wunderbare wie originelle Weise. Die junge Pariserin Eloise kommt eines Abends auf einer Bank zu sich und weiß nicht mehr, wer sie ist. Langsam erforscht sie ihr eigenes, leider viel zu banales Leben, in dem sie sich weder als Geheimagentin noch als Klon ihrer Selbst oder als Verbrecherin entpuppt. Ohne je herauszufinden, was ihr zugestoßen ist, ergreift sie die Chance und betrachtet ihr Leben noch einmal neu – wie ein leeres Blatt. [Carlsen Verlag]

Allgemeiner Leseeindruck:

Paris. Eloise findet sich auf der Straße wieder und weiß nicht, was passiert ist. Sie kann sich an nichts erinnern. Sofort malt das Hirn diverse Szenarien aus: Feucht fröhlicher Abend, zu viel Alkohol, fremde Drogen, ein Unfall und vieles mehr. Nur die junge Frau wirkt körperlich absolut unversehrt. Findet ihren Ausweis, ihre Adresse und kann sich dennoch an nichts erinnern. Kein Gegenstand, keine Straße, kein Baum weckt irgendwelche Erinnerungen in ihr. Der schiere Albtraum!

Was also machen? Alte Kontakte aufsuchen, dezent nachforschen und somit die Lücken füllen oder ganz klar sagen: Ich habe Amnesie. Help! Eloise geht ihren ganz eigenen Weg, den wohl jeder in irgendeiner Form nachvollziehen kann. Sie findet sich neu. Entdeckt Eigenschaften, die sie vorher nie bewusst wahrgenommen hat und fragt sich, wie sie mit ihre alten Lastern glücklich sein konnte.

Die Geschichte geht dabei tiefer, als man zunächst denkt. Genau das hat mich auch so in den Bann gezogen. Eloise bringt einen zum Schmunzeln und Nachdenken. Man will zu ihr eilen und ihr helfen, was natürlich nicht geht und kontraproduktiv wäre.

Der Zeichenstil:

Schlicht, simpel, schnörkellos. Diese drei Eigenschaften passen, wie die Faust aufs Auge, wenn man den Stil in “Wie ein leeres Blatt” beschreiben möchte. Dabei möchte ich diese Adjektive nicht negativ ins Rampenlicht zerren. Ganz im Gegenteil. Das Schlichte passt zur Geschichte. Man konzentriert sich aufs Wesentliche und bleibt so fokussiert.

Meine Abschlussworte:

Ich wurde in diesem Büchlein eindeutig positiv überrascht. Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch gewesen und so schlug meine Neugierde rasch in Interesse um, welches bis zum Ende hin auch nicht anttäuscht wurde. Ich kann somit eine klare Leseempfehlung aussprechen.


Altersempfehlung ab 12 Jahren


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Genre: Comic [Graphic Novel] / VÖ: März 2013 / Verlag: Carlsen Verlag / Serie: Einzelband

erhältlich bei: hugendubel, ab Oktober gibt es eine Neuauflage

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