royal city, jeff lemire

Royal City. Eine Stadt, die Trauer trägt.

Inhalt:

In his most ambitious and most personal project to date, JEFF LEMIRE spins the captivating and engaging story of a family from the small factory town of Royal City and the ghosts that haunt them. In a return to the literary and thematic territory of LEMIRE’s breakthrough graphic novel Essex County, ROYAL CITY follows Patrick Pike, a fading literary star who reluctantly returns to the once-thriving factory town where he grew up.

Patrick is quickly drawn back into the dramas of his two adult siblings, his overbearing mother, and his browbeaten father, all of whom are still haunted by different versions of his youngest brother, Tommy, who drowned decades ago. As each member of the family struggles to keep themselves above water, it quickly becomes clear that Tommy’s death isn’t the only dark secret tearing the town, and this family, apart at the seams.

Can each member of the Pike family come to terms with their own guilt over Tommy’s death, and make peace with the many versions of Tommy that still haunt them, or will they all be dragged down below the river along with his lingering ghost? [Image Comics]

Allgemeiner Leseeindruck:

Dank zahlreicher englischer Tweets bin ich auf den Comic aufmerksam geworden und hab direkt nach der ersten Sammelausgabe Ausschau gehalten. Der Stil von Lemire ist mir bekannt und dennoch merkt man hier einmal mehr, wie perfekt er auch zur Story passt. Alles ist es recht duster gehalten und man weiß die Geschichte anfangs nicht so recht einzuordnen. Eine Familie, die Probleme hat. Große Probleme. Und dieser Junge, der tot ist. Noch immer schwebt er in den Köpfen der Figuren umher.

Rasch stellt man fest, dass dieser Junge – Tommy – der Bruder und der Sohn, der verhärmten Familie ist, um die sich alles dreht. Dabei beherrscht er nicht nur ihre Gedanken. Sie sehen ihn regelrecht vor sich. Als kleines Kind im Pyjama, als verstruppelter Teenager, bärtiger Erwachsener, quasi in jeder Lebenslage. Er gibt ihnen Ratschläge, hilft aus Notsituationen heraus und ist die abendliche Begleitung auf der Couch.

Da stellt man sich unweigerlich die Frage: Wieso? Warum sieht man Tommy? Was für eine Aussage steckt dahinter? Neben dem Punkt, dass man seinen Tod nicht verarbeitet hat und er ihnen fehlt. Vor allem aber möchte man wissen, warum und wie er gestorben ist. Hinzukommen die Alltagssorgen der Charaktere, die der Handlung leben einhauchen.

Der Zeichenstil:

Den Stil von Jeff Lemire kann man nicht richtig als hübsch bezeichnen. Aber er ist praktisch und auf das Wichtigste beschränkt. Dabei zeitgleich auch nie überladen oder schwerfällig in dem Sinne. Eher sind es seine Figuren, die dank dunkler Schatten unter den Augen und trägen Blicken müde und erschöpft wirken. In diesem Comic sind wieder alle Seiten in Farbe gehalten. Leicht verwaschen und pastellig. Perfekt der Umgebung angepasst.

Meine Abschlussworte:

“Royal City” überzeugt vor allem durch seinen roten Faden, der sich durch die gesamte Handlung zieht. Dabei lohnt es sich den Comic mindestens zweimal zu lesen, um Dinge zu entdecken, die einem beim ersten Mal nicht aufgefallen sind. Da er recht dunkel und depressiv ist, sollte man auf jeden Fall Lust darauf haben, damit er sich voll entfalten kann.

Als Hörversion in “3 Frauen. n Comics – Der Comic Klatsch – Folge 2” zu hören


Empfohlen ab 17+ Jahren (Mature)


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Genre: Comic, Depression, Familie / VÖ: September 2017 / Verlag: Image Comics / Serie: Serienauftakt

erhältlich bei: online-shops, lokaler Comicladen


 

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